Die Welt mit neuen Augen sehen

Die Art Basel fand auch in Laufen statt, mit haut- nahen Erlebnissen und Gesprächen über Architektur, Design und Esskultur.

Ein Feuerwerk: Die Trendforscherin Zuzanna Skalska spaltete das Publikum. Fotos: Gini Minonzio

Ein Feuerwerk: Die Trendforscherin Zuzanna Skalska spaltete das Publikum. Fotos: Gini Minonzio

Führte durch die Fabrikation: Domenico Autuori (im Anzug) steckte mit seiner Begeisterung für Lavabos und Wasserhähnen an.

Führte durch die Fabrikation: Domenico Autuori (im Anzug) steckte mit seiner Begeisterung für Lavabos und Wasserhähnen an.

Wie kann ein Lavabo Kunst sein? Eine WC-Schüssel? Ein Pissoir? Um über diese Fragen nachzudenken, wurde Keramik Laufen AG letzte Woche mit einem Event ein Teil der Art Basel. Dieser Anlass ermögliche «einen inspirierenden Austausch zwischen Künstlern, Architekten und Designern», war auf der Ausschreibung vermerkt. Und der kam bei den 160 Besuchern auch merklich zustande. Zumindest bei denjenigen, welche die Gelegenheit ergriffen.

Bitte berühren!

Ein grosser Katalysator war der Essenskünstler Ido Garini vom internationalen Studio Appétit, der eine «interaktive Essenserfahrung» kreiert hatte. So gingen hungrige Besucher auf der Suche nach einem Apérohäppchen stundenlang achtlos an einem schwarzen Wandrelief aus vermeintlichem Bauschaum vorbei. Bis jemand seine Vorurteile hinterfragte, seine Scheu vor Kunstwerken überwand, ein Stück abbrach und beherzt hineinbiss. Solche Gelegenheiten machten es leicht, mit Wildfremden über Kunst zu reden. Und über die Notwendigkeit oder die Last, unter Hunderten von Armaturen auswählen zu können. Und über den Zweck eines Lavabos. Ist es damit getan, dass es das gebrauchte Wasser aufnimmt und geordnet der Kanalisation zuführt? Soll es ein reproduziertes Kunstwerk sein, an dem ich jeden Tag Freude habe? Soll es vor allem meinen Gästen imponieren und zeigen, wie viel Geld ich habe?

Gemischte Gefühle löste der Vortrag von Zuzanna Skalska aus, einer niederländischen Trendforscherin. Sie sprach vom neuen Trend, weniger zu konsumieren. Das werde dazu führen, dass es weniger Designer brauche. Zudem müssten sie sich verändern. Es gehe nicht mehr darum, nur schöne Dinge herzustellen.

In erster Linie müssten die Konsumgüter der Zukunft nachhaltig sein. Solche Aussagen spalteten das Publikum, das zu einem grossen Teil aus Architekten und Designern bestand. Während die einen tosenden Szenenapplaus spendeten, lächelten die anderen säuerlich.

 

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