Die Tiefsinnigkeit in der Sprache der Musik

Spitzenmusik nicht abgehoben auf der Bühne, sondern mitten drin; zwischen den hochtalentierten Künstlern und den Zuhörern bildet sich Vertrautheit. Inspiriert von einem Anlass in Zürich machte sich Kulturforum-Präsident Martin Blatter an die Konzipierung.

Wie der Sage nach Orpheus mit seiner Musik nicht nur seine geliebte Eurydike in den Bann zog, sondern die Welt positiv veränderte, bewegte das Ensemble Amaranth: (v.l.) Grigory Maximenko (Bratsche), Olga Bernasconi (Harfe), Evgeniya Spalinger (Querf
Wie der Sage nach Orpheus mit seiner Musik nicht nur seine geliebte Eurydike in den Bann zog, sondern die Welt positiv veränderte, bewegte das Ensemble Amaranth: (v.l.) Grigory Maximenko (Bratsche), Olga Bernasconi (Harfe), Evgeniya Spalinger (Querflöte), und die Sprecherin. Foto: Bea Asper

Und einmal mehr spielte dem langjährigen Kulturförderer sein breites Netzwerk in die Hände sowie die räumliche Nähe zur Regionalen Musikschule. Hier reifen aus gemeinsamen Übungsstunden musikalische Ideen zu grossartigen Konzerten. Mit den Lounge-Konzerten offeriert das Kulturforum Laufen der Region einen weiteren Kulturleckerbissen auf sehr hohem Niveau – wie der Auftritt von Amaranth letzten Freitag klar machte. Olga Bernasconi (Harfe), Evgeniya Spalinger (Querflöte) und Grigory Maximenko (Bratsche) drangen mit ihren Stücken tief in die Herzen. In Zusammenarbeit mit einer Sprecherin nahm das Ensemble das Publikum mit in die Welt um die Gestalt des Orpheus, dessen griechische Sage die ganz grossen Opern beflügelte. Das Ausnahmetalent Orpheus hatte von Apollon, dem Gott der Musik, eine Lyra geschenkt bekommen. Orpheus veränderte die Menschen mit seinem lieblichen Klang, die Pflanzen neigten sich ihm zu und selbst Steine blieben nicht mehr reglos, wenn Orpheus sein Saiteninstrument erklingen liess. Mit der ganzen Schönheit wie der Sage nach Orpheus die Götter, Menschen, Tiere und Pflanzen betörte, begeisterten die Künstler von Amaranth am Freitagabend im Lounge-Konzert ihr Publikum. Ein emotionales Feuerwerk ging durch den Saal, die Musik machte die Gefühle der tiefen Liebe von Orpheus und Eurydike spürbar, das Leiden, als Orpheus seine Geliebte verlor und die Spannung, als er in der Unterwelt um ihre Wiederbelebung rang.

Olga Bernasconi hatte zu Beginn des Konzerts dem Publikum versprochen, dass ihre Musikwerke die Menschen mitnehmen in die wunderbare Welt der Geschichten und Gefühle. Die hochgesteckten Erwartungen wurden bei weitem übertroffen, mit tosendem Applaus brachten die zahlreich erschienenen Gäste ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Und wie von Bernasconi angetönt, kam es zum Schluss anders als die Sage es gedacht hat. Dank der Kraft der Musik schafften es Orpheus und Eurydike die ihnen gestellte Aufgabe zu erfüllen und sich zurück auf der Erde überglücklich in die Arme zu fallen.

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