«Die Sozialberatung Laufental arbeitet sehr gut»

Dem Zweckverband (ZV) Sozialberatung Laufental gehören die meisten Laufentaler Gemeinden an. Allerdings arbeiten einige partiell im Alleingang. Volker Papenburg, Gemeindepräsident von Liesberg, ist überzeugt, dass dies für die Klientinnen und Klienten keine Nachteile hat.

Vor gut zehn Jahren wurde in Laufen der Zweckverband Sozialberatung Laufental gegründet. Dieser soll die Gemeindebehörden bei der Behandlung und Betreuung der Klientinnen und Klienten unterstützen und für mehr Professionalität sorgen. Die damals neue Laufentaler Sozialberatung wurde in drei Behörden (SHB 1, SHB 2 und SHB 3) unterteilt, die je über ein eigenes Präsidium verfügten und aus Kostengründen ohne Geschäftsführer geführt wurden. Gemeinsame ­Statuten regeln unter anderem den ­Finanzierungsschlüssel und die organisatorischen Details.

Zwingen, Laufen und Wahlen im Alleingang

Während die Stadt Laufen von Beginn an eine eigene Behörde bildete, gehörten die Gemeinden Burg, Dittingen, Liesberg, Roggenburg, Wahlen und Zwingen zur SHB 2 und die Gemeinden Grellingen, Nenzlingen, Blauen, Brislach und Röschenz zur SHB 3. Diese drei Behörden haben den Sozialdienst ohne einen gemeinsamen Geschäftsführer zusammen betrieben. Duggingen erwog kurzzeitig ebenfalls einen Beitritt, entschied sich aber dazu, sich Richtung Aesch-Reinach zu orientieren. Bei der Zuteilung der Gruppen wurde darauf geachtet, dass alle drei ungefähr gleich viele Fälle zu bearbeiten hatten. Das Projekt startete 2014 erfolgreich, obwohl es zu einigen Personalwechseln kam. Diese Wechsel und vor allem das starre politische Konstrukt bewogen Laufen, den gemeinsamen Sozialdienst zu verlassen und diese Dienststelle in die Stadtverwaltung von Laufen einzugliedern. «Für die Klientinnen und Klienten haben diese organisatorischen Wechsel kaum Folgen», betont Volker Papenburg. Papenburg, seit kurzem Gemeindepräsident von Liesberg, war in der Gemeinde bis Oktober 2024 für das Ressort Soziales zuständig. Zwingen entschied sich 2016 zum Austritt und dazu, eine eigene Behörde zu führen. Die Verwaltung und Bearbeitung der Fälle wird über den privaten Sozialdienst Convalere geregelt. Auch Wahlen hat den Beschluss gefasst, den gemeinsamen Sozialdienst zu verlassen, und wird es Zwingen gleichtun.

Papenburg bedauert diese Austritte. Er vermisst den Zusammenhalt der Gemeinden, wie er in den ersten Jahren nach dem Kantonswechsel bestand. «Offenbar führt die Finanznot der Gemeinden dazu, sich vermehrt um eigene ­Belange zu kümmern», vermutet er. Er bedauert die Alleingänge einiger Gemeinden, auch wenn er Verständnis ­dafür hegt.

Erneute Zusammenführung

«Die Sozialdienste im Laufental funktionieren gut», betont der Liesberger Gemeindepräsident. Die Betreuung sowie der Datenschutz seien immer gewährleistet. Was die privaten Sozialdienste angeht, so arbeiteten diese ebenso professionell wie die anderen, kommunalen Sozialdienste. Allerdings haben diese, wie auch die Sozialdienste Laufental, unter dem Personalmangel in den Sozialberufen zu kämpfen.

Papenburg ist optimistisch, dass es ­gelingen wird, die Laufentaler Sozialdienste in einigen Jahren wieder zusammenzuführen. Eventuell könnten im Einzelfall die Fallkosten tiefer sein, wenn die Gemeinde den Sozialfall bearbeitet. Allerdings braucht es in jeder Gemeinde, als Verfügungsinstanz, eine eigene Sozialhilfebehörde. Es sei, so Papenburg, in den Gemeinden zunehmend schwierig, Personen zu finden, die in den verschiedenen Behörden und Kommissionen Engagement und Fachwissen ­mitbringen wollen oder können. «Wir bleiben jedenfalls mit allen Beteiligten im Gespräch», betont Papenburg abschliessend.

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