Die Rettung der Quellen hat sich gelohnt

Welche Ironie und wohl auch Genugtuung für die Initianten: Im heissesten und trockensten je gemessenen Sommer jährt sich der Kampf zur Rettung der Quellen zum zehnten Mal. Gleichzeitig werden im September die letzten Schutzmassnahmen abgeschlossen.

Haben den alten Banner nochmals hervorgeholt: (v. l.) Peter Hueber, Präsident Wasserverbund Birstal (WVB), Gaby Bosshard von der Holinger AG, und Fridolin Scherrer, Burgerpräsident, vor der Quellfassung der Fandelquelle in Zwingen. Als letzte Schut
Haben den alten Banner nochmals hervorgeholt: (v. l.) Peter Hueber, Präsident Wasserverbund Birstal (WVB), Gaby Bosshard von der Holinger AG, und Fridolin Scherrer, Burgerpräsident, vor der Quellfassung der Fandelquelle in Zwingen. Als letzte Schutzmassnahme muss noch die Blauenstrasse oberhalb der Fassung saniert werden. Foto: Gaby Walther

Im ganzen Kanton Basel-Landschaft hatte der Verein Depo-Nie mit seinen selbstbemalten Tüchern mit der Aufschrift «Quellen retten» für Aufsehen gesorgt und das mediale Interesse geweckt. Der Kanton wollte im kantonalen Richtplan zwei Gebiete in Zwingen und Blauen als Deponiestandorte für unverschmutztes Aushubmaterial festsetzen. Erster Widerstand gegen diese Pläne, die das Versiegen der Fandel- und der Bernhardsmätteliquelle bedeutet hätten, entstand vonseiten der Burgerkorporation Zwingen. «Es wurde der Verein Depo-Nie gegründet und das Referendum gegen den Richtplan Deponien ergriffen, und innert kürzester Zeit hatten wir die benötigten Stimmen gesammelt», erinnert sich Burgerpräsident Fridolin Scherrer. Die Bevölkerung im Kanton Baselland stufte den Schutz der Quellen schon damals als enorm wichtig ein und stimmte gegen den Richtplan Deponien mit 54 Prozent, das Laufental schickte den Richtplan sogar mit 96 Prozent bachab, dadurch war der Schutz der Quellen gesichert.

Noch genug Wasser vorhanden

Seither sprudelten 2,9 Mio. Kubikmeter Wasser aus den beiden Quellen und versorgten die Gemeinden Zwingen, Blauen, Nenzlingen und Laufen mit Trinkwasser. «Durchschnittlich sind dies 650 Kubik pro Tag. Selbst jetzt, in dieser trockenen Zeit, fördern die Quellen täglich noch 250 Kubik», erzählt Peter Hueber. Er kämpfte vor zehn Jahren an vorderster Front für deren Erhalt und ist heute Präsident des Wasserverbunds Birstal (WVB). Die Fandel- und Bernhardsmätteliquelle liefern rund 55 Prozent des benötigten Trinkwassers. Der übrige Teil kommt aus dem Grundwasser. «Dieses ist ebenfalls von guter Qualität. Wir haben noch keine massive Senkung festgestellt. Der Pegel liegt leicht tiefer als im trockenen Jahr 2003. Das heisst, wir haben für die vier Gemeinden noch genug Wasser und können auch den Wasserverbund Gilgenberg mit Trinkwasser beliefern», erklärt Hueber.

Kanton übernimmt Teil der Kosten

Zurzeit werden noch die letzten Schutzmassnahmen für die Quellen durchgeführt. «Im Bereich der Quelle muss das Abwasser der Blauenstrasse gefasst und in die Kanalisation geleitet werden», erklärt Gaby Bosshard vom Ingenieurbüro Holinger AG.

Schutzzonen für die beiden Quellen bestehen zwar bereits seit 1983. Doch mit der Änderung der Gewässerschutzverordnung im Jahr 2000 wurden die Anforderungen an Grundwasserschutzzonen verschärft. So wurde unter anderem die Schutzzone vergrössert. Doch erst mit der Rettung der Quellen kamen diese Auflagen, die hätten durchgeführt werden müssen, aufs Tapet. «Nach zehn Jahren intensiver Arbeit werden wir bis Ende September 2026 die letzten Quellschutzmassnahmen abschliessen. Einzig die Sanierung der Blauenstrasse im Bereich der Fandelquelle steht noch bevor», informiert Hueber. Da ein grosser Teil der Blauenstrasse eine Kantonsstrasse ist, beteiligt sich der Kanton Basel-Landschaft entsprechend stark an den Sanierungskosten. Die Gesamtsanierungskosten der Schutzzonenausscheidung betragen 70000 Franken. «Die Schutzmassnahmen kosteten die Trinkwasserbezüger des WVB in den letzten zehn Jahren netto 15 Rappen pro Kubik. Im Verlauf der Jahre werden diese Kosten noch sinken», so Hueber.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Kulturpreis: Urs Hofer übergibt der heutigen Klasse 3 AB die Auszeichnung. Foto: Thomas Brunnschweiler
Laufental19.08.2026

Preisübergabe bei Vernissage

Am Sonntag wurde auf dem Helye-Platz der Verein «Kitsch!» von der Laufentaler Kulturstiftung für seine Sonderausstellung im Laufentaler Museum ausgezeichnet.…
An der Kantonsgrenze zwischen Baselland und Solothurn: Auf Challmatten rettet Jonas Lenz seine Grenzerfahrungen im roten Journal. Fotos: ROMANA VON TANA
Laufental19.08.2026

Die Ränder von Roggenburg

Nach Monaten auf drei Rädern wechselt Jonas Lenz aufs E-Bike. Ziel: Roggenburg, der westlichste Zipfel des Laufentals. Eine Exklave, die aussieht, als hätte sie…
Dorfkern aufwerten: Die IG Dorfplatz-Studerhaus zeigt ihre Vision, wie der Dorfplatz aussehen könne. Ein Projekt ist aber noch nicht vorhanden. Skizze: zVg
Laufental19.08.2026

Dorfplatz wird zum Rechtsstreit

Brislachs Hickhack um das Studerhaus beschäftigt nun auch den Kanton. Die IG Dorfplatz-Studer-haus hat gegen das gemeinderätliche Vorgehen Beschwerde…