Die Jury hat entschieden

Der Gemeinderat von Zwingen präsentierte letzten Freitag der Öffentlichkeit die Projektvorschläge für das künftige Primarschulzentrum.

Seit über zehn Jahren diskutiert die Gemeinde Zwingen Erweiterungspläne für die Primarschule. Das bestehende Schulhaus platzt aus allen Nähten und wurde vorübergehend mit einer Container-Anlage ergänzt.

Die eingesetzte Arbeitsgruppe hatte bereits vor zehn Jahren einen Erweiterungsbau vorgeschlagen. Der Gemeinderat prüfte dann noch andere Ideen. Inzwischen verfolgt er unter dem Präsidium von Thomas Schmid das Ziel, «die Primarstufe auf dem Schulareal zu zentralisieren.» Man rechnet mit Kosten von über zehn Millionen Franken. In einer ersten Etappe plant der Gemeinderat eine Einfachturnhalle und einen Schultrakt mit 14 Klassenzimmern. In einer späteren Etappe möchte die Exekutive den Bau eines Doppelkindergartens realisieren.

Nach Jahren der Evaluation nähert man sich der Umsetzung. Die Gemeindeversammlung hatte die Kosten für einen Projektwettbewerb gutgeheissen. Die Resultate liegen nun vor. Sie wurden letzten Freitag im Rahmen einer Vernissage der Öffentlichkeit präsentiert. Die zahlreich erschienenen Interessierten erhielten Einblick in acht verschiedene Projekte und in die Beurteilung der Jury. Diese setzte sich aus Fachpersonen und aus Vertretern der Gemeindegremien zusammen. Die Jury empfiehlt einstimmig das Projekt «Sioux» der Back Simonsen GmbH zur Weiterbearbeitung. Das Architekturbüro hat in den letzten Jahren vor allem im Birseck schon einige Schulhäuser realisiert und erhielt für sein Projekt in Münchenstein sogar den Anerkennungspreis der beiden Basel «Gutes Bauen 2023».

Das Büro Back Simonsen GmbH schlägt in Zwingen einen Neubau vor, der architektonisch eine übergeordnete Zusammengehörigkeit schaffen soll. Der Neubau soll im nördlichen Schulbereich platziert werden. «Eine grosszügige Treppenanlage führt die Kinder in beide Gebäude», erläuterte die Vorsitzende der Jury, Rachel Gaudenz.

Das Siegerprojekt sieht vor, dass die Schultrakte in den Obergeschossen auf den Grundmassen der Sporthalle aufbauen, «was das Bewusstsein für den engen Kostenrahmen widerspiegelt», so Gaudenz. Sechs Klassenzimmer pro Geschoss mit Gruppenräumen formieren sich um einen zentralen Raum, der als Garderobe und Begegnungsort dient. «Sioux» überzeugte die Jury vor allem aus praktischen Überlegungen. Es sieht vorgefertigte Holzbauelemente vor und eine trockene Bauweise ausserhalb des Grundwasserspiegels, was die Baukosten tief hält und die Baustellenzeit verkürzt. «Das Projekt bietet Mehrwerte auf verschiedenen Ebenen: Eine gute Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und hoher architektonischer und funktionaler Qualität», resümierte Gaudenz.

Durch die Verbindung von Bestand und Neubau werde die Schule als Gesamtorganisation verstanden und eine flexible Nutzung der Häuser möglich, heisst es im Bericht der Jury. Die beiden Kindergärten sind im Erdgeschoss vorgesehen mit einem direkten Zugang zum eigenen Aussenraum. Für die Gestaltung der Umgebung setzen die Gewinner des Wettbewerbs auf die Landschaftsarchitektur der Salathé Rentzel AG. Diese schlägt vor, einen vielfältigen Aussenraum zu schaffen, der ebenfalls zum Lernen einlädt, so dass ein Aussenklassenzimmer entstehen könnte. Vorgesehen sind verschiedene Spielbereiche und hölzerne Sitzelemente sowie eine pflanzliche Vielfalt. Der Gemeinderat werde nun im Rahmen des bewilligten Projektierungskredites die Planung konkretisieren, die Kosten eruieren und eine Vorlage ausarbeiten, erklärt Schmid gegenüber dieser Zeitung. Der Gemeindepräsident geht davon aus, den Baukredit schon bald der Gemeindeversammlung vorlegen zu können.

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