Die Free Voiceskamen mächtig in Fahrt
Der Gospelchor unter der Leitung von Ruth Peter überraschte mit einerganzen Reihe neu einstudierter, mitreissenderGospellieder. Lieder, die der schwarzen Bevölkerung in Amerika einst Trost im Glauben schenkten.

Seit 1991 schon widmen sich die Free Voices mit Leidenschaft den traditionellen, aber auch moderneren Gospelliedern, wie in ihrer neuen Homepage www.free-voices.ch zu lesen ist. Von Anbeginn an unter Leitung der umtriebigen Ruth Peter, die am vergangenen Sonntagabend nicht nur am E-Piano brillierte, sondern auch jeden Song mitsang, die Einsätze forderte und auch noch Zeit fand, die Konzertbesucher in der stark besetzten Kirche St. Anna immer wieder zum Mitklatschen zu animieren. Nach den mit Konzerten gesättigten Vorweihnachtswochen schien der grosse Publikumsaufmarsch den Free Voices Recht zu geben, sich jeweils erst im neuen Jahr zu präsentieren. Kommt dazu, dass diese Art Musik exakt den Geschmack der heutigen Zeit trifft, wo in der Kirche eben geklatscht, mitgesungen und gerockt werden kann. Etwas, was sich die gewiefte Moderatorin Elfi Löw schon in ihrer Begrüssung zumindest als «mitsummen» wünschte. Dass ausgerechnet das erste neue Stück, der Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel, kein Gospel war, sondern mit Ruth Peter und Jasmin Pally an Klavier und Violine gefühlvoll in die Barockzeit führte, liess die Erwartungen auf groovige Songs nur umso mehr ansteigen. Und die liessen nicht auf sich warten, etwa im kraftvollen Bekenntnis «You are the Light», wo die dreizehn Damen und sechs Herren des Chors schön den Takt mitgingen, welchen Raymond Bohler (Perkussion) und Markus Cueni (Bassgitarre/Sax) neben Ruth Peter am E-Piano vorgaben. Die einschmeichelnde Bitte «May the Lord send Angels» wiederum schien umgehend Wirkung zu zeigen, schwebte doch ein grosser weisser Engel an der Chorwand über dem gekreuzigten Heiland. In den beiden einzigen a capella-Songs «If we needed the Lord before» und «Lift your Head up high», beide neu im Repertoire, half das Publikum mit rhythmischem Klatschen tatkräftig mit, den Takt zu halten.
Chor und Publikum kamen in Fahrt
Langen Applaus gab es für Sängerin Silvia, laut Löw die «dienstälteste Sängerin», die mit Gefühl und Power in «Use me Lord» ein eindrückliches Solo hingelegt hatte. Mit jedem Gospel liessen die Sängerinnen und Sänger befreiter und fröhlicher die Töne aus sich heraus, so dass das Publikum beim Klatschen und Rufen ebenfalls sichtlich in Fahrt kam. Zumal Neues zu hören war. «Spirit of Freedom» etwa von Les Humphries oder Bette Midlers «From a Distance» liessen die Wellen so richtig hochgehen, bevor Peter, Sue und Marc’s zwitschernde «Birds of Paradise» fast paradiesische Emotionen auslösten. Dass Elfi Löws bluesiges Solo in «Get on Board» und der Part von Andy in «Glad to be in the Service» am Schluss zu Standing Ovations führten, verwunderte niemanden mehr. Da konnten nur noch das afrikanische «Bambelela» samt Choreo sowie der schwebende Engel an der Chorwand als Zugabe die Gemüter schliesslich zufriedenstellen.


