Die Edlen Schnittchen servierten feine Häppchen

Das Frauenduo Edle Schnittchen bewies, dass auch in Liebesdingen viel Humor stecken kann. Am letzten Samstag zeigten sie ihr amüsantes Programm in Laufen.

Witzig: Die Edlen Schnittchen zeigten ihre vielseitigen Talente und kokettierten jede auf ihre Art mit dem Publikum.
Witzig: Die Edlen Schnittchen zeigten ihre vielseitigen Talente und kokettierten jede auf ihre Art mit dem Publikum.

Für Sarah Rama Zuber war es ein Heimspiel letzten Samstag im rappelvollen Alts Schlachthuus in Laufen. Die gebürtige Inderin lebt, wie ihr Nachname verrät, seit ihrem ersten Lebensjahr in der Schweiz. Den grössten Teil ihres bisherigen Lebens hat sie in Laufen verbracht. Ihre Namensvetterin, die Oberwilerin Sarah Ley, lebt mitten in Kleinbasel. Die Texte zu ihrem neuen Programm «Herzrasen» stammen aus der Feder von Ley, die Musik dazu hat Zuber komponiert.
Natürlich durfte bei beiden Sarahs die obligate Blume im Haar nicht fehlen. Zuber im grauen Hosenanzug und in der biederen Blümchenbluse verkörperte eher die Zurückhaltende. Ley dagegen sang, tanzte und flirtete mit den Zuschauern, was das Zeug hielt. Alleine ihr schräges Outfit war eine Augenweide, wenn sie da zu ihren knallroten Gummistiefeln, dem Petticoat mit Kirschendesign und den Kirschenohrringen ihr schönstes Lächeln aufsetzte.
Sie sang zum Auftakt: «Geh mal wieder aus und lass dich richtig gehen und hab mal wieder Spass.» Und begrüsste das Publikum danach enthusiastisch: «Meine Damen und Herren, seien Sie herzlich willkommen in den bunten Gärten des amourösen Chansons.» Worauf Zuber mit ihrem trockenen Humor im breitesten Laufentaler Dialekt konterte: «Ich begrüsse Sie zu dieser Gefühlskompostierung mit Musik.» Überhaupt hätten die zwei unterschiedlicher nicht sein können.
Ley war die geborene Diva, überdreht und quirlig. Im Gegensatz zu Zuber, die einen eher besonnenen, bodenständigen und zurückhaltenden Charakter spielte, eben typisch schweizerisch. Die vielseitig talentierten Künstlerinnen wechselten blitzschnell zwischen Komödie, Satire und Chansons. Immer wieder erheiterte Zuber das Publikum mit ihren ausgefallenen Gartentipps, die sie zwischendurch zum Besten gab. Der Song «Hetero» liess auch leicht melancholische Momente aufkommen. Wenn die beiden Sarahs sangen: «Wärst du nur hetero, das machte mich und meine Eltern froh.»
Im zweiten Teil des Abends berichtete Ley von ihrem Burlesque-Kurs. Burlesque ist der sinnliche und erotische Bühnentanz aus den 1920er- bis 1950er-Jahren. In dem sie das Gelernte gleich demonstrierte. Die Contenance wahrend, zog sie ihren Strumpf mehr ungelenk denn elegant vor dem johlenden und pfeifenden Publikum aus. Was Zuber gar nicht goutierte.
Die Zuschauer kriegten nicht genug von den Edlen Schnittchen, und diese revanchierten sich mit zwei Zugaben. Zuallerletzt coverte Ley ihren angeblichen Lieblingssong «Ne partez pas sans moi» von Céline Dion, der nur so troff vor Kitsch und nochmals die Lachmuskeln des Publikums strapazierte. Die Zuschauer waren durchs Band begeistert, einige waren gar aus der Stadt der Liebe angereist.

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