Die «Biomill» schliesst

Schweren Herzens hat David Bollig sich entschieden, das Musiklokal Biomill zu schliessen. Alle Events hat er abgesagt. Einzig am 31. Oktober lädt er zur «Austrinket» und Halloweenparty ein.

Waren noch voller Elan: Patrick Schibler, Lara Schneider, Alina Weber und David Bollig. Foto: ZVg
Waren noch voller Elan: Patrick Schibler, Lara Schneider, Alina Weber und David Bollig. Foto: ZVg

Gerade mal 40 Personen besuchten das Oktoberfest in der Biomill vom letzten Samstag. «Wir hatten spezielle Weisswürste eingekauft, ein eigenes Bier angeboten und Brezel gebacken. Für den Anlass hatten wir Werbung auf verschiedensten Plattformen gemacht — doch ein Besucherandrang blieb aus», erzählt David Bollig frustriert. Im Februar 2024 hatte er das Musiklokal Biomill in der ehemaligen Futterfabrik in Miete übernommen und mit viel Herzblut wieder aufgebaut. Bereits damals stand das Lokal, in dem seit 20 Jahren Livemusik und Partys stattgefunden hatten, vor dem Aus. Bollig gründete einen Verein mit dem Ziel, das Lokal wie bisher weiterzuführen und die Musikkultur wiederzubeleben. Es fehle an Ausgangsmöglichkeiten in der Region, alles geht nach Basel, war damals seine Feststellung. Doch das Bedürfnis nach solch einer Location in der Region scheint nicht vorhanden zu sein. «Das Ausgehverhalten hat sich seit Corona verändert. Das hatte ich nicht realisiert. Die Jungen treffen sich lieber privat und die ältere Generation hat Kinder und keine Zeit, um in den Ausgang zu gehen», stellt er fest. Viele Musikbands würden ein Klubsterben bestätigen.

Anfangs 500 Gäste

Gestartet hätten sie eigentlich gut. Die erste Party verzeichnete rund 500 Gäste. Auch bei Live Wire kamen noch rund 190 Konzertbesuchende. Bei Dodo waren es dann nur etwa 100 Personen, zu wenig, um die Ausgaben decken zu können. Trotz des Rückgangs hatte der Verein nicht aufgeben wollen. «Das Organisieren der Events hat grossen Spass gemacht. Wir hatten coole Bands und eine tolle Zeit», erzählt Bollig. Vor sechs Wochen hatten sie noch das dunkle Treppenhaus mit heller Farbe gestrichen. «Doch der letzte Samstag hat uns alle frustriert. Als dann Alina ihren Austritt aus dem Verein ankündigte, entschloss ich mich, das Lokal zu schliessen, und sagte allen bereits gebuchten Bands ab.»

Zeit und 70000 Franken investiert

David Bollig hatte viel gewagt und viel investiert, nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Über 70000 Franken hatte er in das Musiklokal gesetzt und bei Verlusten mit seinem Privatvermögen ausgeglichen. Nun ist genug. Er wird versuchen, die Technik und das Inventar, das ihm gehört, zu verkaufen, um wenigstens einen Teil des Geldes wieder hereinzuholen. Ebenso hat es in der Bar noch viele Getränke. Deshalb sollen noch eine Austrinket und ein letztes Wiedersehen stattfinden. Die Halloweenparty am 31. Oktober wird somit der letzte Anlass in der Biomill sein. «Sollte jemand Interesse haben, die Biomill weiterzuführen, würde mich das sehr freuen», meint Bollig zum Schluss. Der Entscheid sei ihm nicht leichtgefallen und doch sei er auch erleichtert, die Belastung der letzten Monate falle weg.

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