Die Arbeitswelt kennenlernen

Sekundarschüler können Berufserfahrungen sammeln. Dies geschieht im Rahmen des sogenannten Lift-Projekts. Dazu fand dieser Tage eine Informationsveranstaltung statt.

Tauschen sich aus: Thomas Boillat von Promotion Laufental im Gespräch mit Ivana Kilian, Verantwortliche des Lift-Projekts im Laufental. Foto: Thomas Immoos
Tauschen sich aus: Thomas Boillat von Promotion Laufental im Gespräch mit Ivana Kilian, Verantwortliche des Lift-Projekts im Laufental. Foto: Thomas Immoos

Von Jahr zu Jahr wird das Projekt «Lift» erfolgreicher. Das zeigt sich auch an der Wahl des Veranstaltungsortes. Der Fahnensaal im Stadthaus Laufen ist zu klein geworden; deshalb fand die Informationsveranstaltung für Jugendliche und Eltern dieses Mal im Gemeindesaal in Zwingen statt.

Das Lift-Projekt ermöglicht Sekundarschülerinnen und -schülern ab der siebten Klasse, Wochenarbeitsplätze zu finden. «Lift ist ein Erfolgsprojekt», sagte denn auch Ivana Kilian, die als Sekundarlehrerin im Laufental mit ihrem Team dafür verantwortlich ist. Jeweils an Samstagen sammeln die Jugendlichen über zwei Jahre in Betrieben berufliche Erfahrungen. Dies erleichtere Anschlusslösungen, etwa eine Vorlehre, ein Praktikum oder gar eine Lehrstelle.

Zwar ist die Teilnahme für die Jugendlichen freiwillig. Allerdings verpflichten sie sich nach der Zusage vertraglich, das Programm durchzuziehen. Roland Niederberger, Bäckermeister aus Laufen, bietet seit Jahren solche Wochenarbeitsplätze (WAP) an: «Ich habe damit vorwiegend gute Erfahrungen gemacht.» Es gehe ja darum, den Jugendlichen zu zeigen, dass die Arbeitswelt anders funktioniere als der Schulalltag. Dabei geht es vor allem darum, dass die Teilnehmenden selbstständig arbeiten lernten. Wichtig aber seien auch Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Freundlichkeit. Nicolas Jermann und Timo Meyer, zwei Schüler der Sek Laufental, blicken zufrieden auf zwei Jahre Lift-Projekt zurück. Sie schilderten, wie sie sich selbstständig bei den Arbeitgebern melden, eine Vorstellungsmappe zusammenstellen und ein Bewerbungsgespräch führen mussten.

Bei der Arbeit haben sie sehr viel gelernt, «vor allem lernten wir, selbstständig Lösungen zu finden», erinnert sich Nicolas Jermann. «Man musste mithelfen im Betrieb, aber auch mal ohne Hilfe zurechtkommen», ergänzte Timo Meyer. Aber nicht nur jobmässig haben die Jugendlichen profitiert: «Wir sind selbstbewusster geworden.»

Inzwischen gibt es in der Region zahlreiche Betriebe, die Lift-Schüler beschäftigen, so Kilian. Es fehlten aber vor allem Möglichkeiten für Schülerinnen, und vor allem an Wochenarbeitsplätze im Büro, in der Pflege und im Verkauf. Deshalb appelliert sie an Firmen im Laufental, sich dafür offen zu zeigen.

Peter Henz, Betriebsleiter der Zimmerei Roth, sieht in den WAPs die Möglichkeit für den Jugendlichen zu erkennen, ob er sich für den Wunschberuf eignet. Und der Betrieb sieht, wie sich der Jugendliche anstellt. Wichtig sei, dass sich die WAP-Teilnehmenden interessiert zeigten, nachfragten und «nur das tun, was sie wirklich können.» Positive Erfahrungen hat auch Simone Schmutz, Geschäftsführerin von McDonald’s in Laufen, gemacht. Der Teilnehmer, es handelte sich um Timo Meyer, habe sehr selbständig gearbeitet und regelmässig gefragt, wo man ihn weiter einsetzen könne. Der junge Mann habe am Schluss sogar neue Mitarbeiter in die Arbeit eingeführt. Das Lift-Projekt im Laufental wird von verschiedener Seite, auch von Behörden unterstützt, vor allem auch von Promotion Laufental. Inzwischen können 40 Wochenarbeitsplätze angeboten werden. Informationen zum Lift-Projekt erteilt die Sekundarschule Laufental.

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