Der Name «Zemp» ist nicht in Stein gemeisselt

Die Konditorei Zemp mit ihrem Café und Restaurant im Stedtli in Laufen hat strube Zeiten hinter sich. Mehrere Pächter versuchten im Laufner Traditionshaus Fuss zu fassen. Dies scheiterte nicht zuletzt auch wegen Diskussionen mit der Besitzerfamilie. Jetzt soll definitiv etwas Neues entstehen – die Familie Zemp hat die Liegenschaft verkauft.

<em>Neuanfang:</em> Der «Zemp» wurde verkauft, Pläne für ein neues Konzept bestehen bereits. Fotos: Melanie Brêchet
<em>Neuanfang:</em> Der «Zemp» wurde verkauft, Pläne für ein neues Konzept bestehen bereits. Fotos: Melanie Brêchet

Neuer Besitzer der Zemp-Liegenschaft ist Niklas Schäublin, Inhaber der Terraluk Immobilien AG in Laufen. Schäublin ist selbst aus Laufen und erklärt im Gespräch, dass er bei diesem Angebot nicht lange nachdenken musste. «Ich habe sofort Ja gesagt», sagt er gegenüber dem Wochenblatt. Er wolle nun einen Beitrag dazu leisten, dass das Stedtli wieder «zur alten Form aufläuft». Früher soll im Zentrum von Laufen ja deutlich mehr los gewesen sein als heute, sagt Schäublin weiter. Im «Zemp» habe es in der Vergangenheit einfach zu viele Wechsel gegeben. Das möchte Schäublin nun mit einem Neuanfang ändern. «Ich bin der Meinung, dass durch Innovation und Mut Vieles optimiert werden kann», sagt er. Ein Konzept stehe bereit und auch ein Geschäftsführer für das Unternehmen sei schon gefunden, sagt Schäublin weiter. Allerdings fehle ihm jetzt noch eine Person mit Erfahrung in der Gastronomie, die ihn und sein Team bei der Umsetzung seiner Ideen unterstützt. «Wir sind jedoch auch sehr offen für eigene Ideen und Konzepte», präzisiert Schäublin. «Wir sind bereit, zu unterstützen und mitzuhelfen, damit etwas Tolles entsteht. Klar ist, dass der jetzige Pachtvertrag im Oktober ausläuft.» Die Vorstellungen für den Betrieb seien zu weit voneinander entfernt gewesen. «Es ist Zeit für ein neues Konzept.»

Hohe Investitionskosten

Dass seine Hilfe für einen neuen Pächter nicht nur aus guten Ratschlägen besteht, macht Schäublin schnell klar. Ihm sei nämlich sehr bewusst, dass in den «Zemp» ordentlich Geld investiert werden müsse. Die Inneneinrichtung sei veraltet. Nach dem Hochwasser von 2007 wurden zwar die Küche, die Backstube und die Heizung erneuert. Die Einrichtung blieb jedoch die alte. «Ich stelle mir vor, dass hier rund 150000 Franken in den Umbau investiert werden müssen.» Er sei auch bereit, diese Kosten zu tragen. Ob der «Zemp» auch weiterhin Zemp heissen wird, ist noch nicht entschieden. «Die Namensrechte gehören zur Liegenschaft, also uns neuen Besitzern», erklärt Schäublin. «Aus historischer Sicht sollte der Name wieder verwendet werden. Sollte ein neues Betriebskonzept mit anderem Namen total überzeugen, so ist dies aber nicht ganz in Stein gemeisselt.»

Konkreter sind die Pläne bereits im alten Rechsteinergebäude, gleich rechts vom Zemp. Auch dieses steht nämlich seit Anfang April im Besitz der Immobilienunternehmung. Sie hat die Liegenschaft von der Familie Rechsteiner erworben. Für die Räume der ehemaligen Metzgerei wurde bereits Ende der letzten Woche ein Mietvertrag unterschrieben. Geplant sei hier ein «multinationales Gourmet-Take-away», verrät Niklas Schäublin.

Dass er gleich bei beiden Liegenschaften zugeschlagen hat, habe seine Gründe, sagt Schäublin. Zum einen habe dies mit der Anlagestrategie für die Unternehmung zu tun. Beide Liegenschaften seien durch ihre Lage im Zentrum sehr attraktiv. Zum anderen haben die Liegenschaften für ihn auch einen ästhetischen Wert: «Sie gefallen mir sehr. Durch ihren Charme, ihre direkte Identifikation zur Altstadt und ihren grossen Nutzen haben sie für uns einen hohen Wert.» Klar sei, dass mit den Liegenschaften nicht spekuliert werde. «Wir haben die Häuser nicht gekauft, um sie später gewinnbringend zu verkaufen», verspricht er.

Für die Mieterschaft der Wohnungen in den beiden Liegenschaften bleibt alles beim Alten. Die vier möblierten Zimmer im Zemp-Haus sollen auch zukünftig temporär vermietet werden. Und auch die langjährigen Mieterinnen und Mieter können in ihren Wohnungen bleiben. Allfällige Renovationsarbeiten würden so ausgeführt, dass die Wohnungen über die ganze Dauer bewohnbar blieben.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Im Hintergrund geht es vorwärts: Das Bewilligungsverfahren für den geplanten Pavillon beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus läuft. Im besten Fall soll im Sommer 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bild: zVg
Laufental07.10.2026

Der Pavillonanbau ist nach Verzögerungen wieder auf Kurs

Seit dem Ja zur Verlegung der Naubrücke ist die entscheidende Hürde für den Bau des Pavillons beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus beseitigt. Seither ist es…
Friseursalon auf dem Dachboden: Christopher Spain verpasst seinem Freund Benjamin Aemisegger einen neuen Haarschnitt. Foto: Mark Riklin
Laufental07.10.2026

Der Barber von Blauen

Lenz’ Frisur ist überfällig. Sie spriesst in alle Richtungen, dort, wo noch ein Restbestand an Haaren übrig ist. Im Laufental erhält er einen Insider-Tipp: In…
Hervorragende Qualität: Die Riesling-Sylvaner-Trauben versprechen einen guten Jahrgang. Foto: Simon Jermann
Laufental07.10.2026

Grosse Vorfreude auf den neuen Jahrgang

Der Rekordsommer 2026 mit Hitze, Trockenheit und einer ungewöhnlich frühen Reife beschert den Winzerinnen und Winzern im Laufental, Thierstein und…