Der Pavillonanbau ist nach Verzögerungen wieder auf Kurs

Seit dem Ja zur Verlegung der Naubrücke ist die entscheidende Hürde für den Bau des Pavillons beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus beseitigt. Seither ist es ruhig geworden um das Vorhaben — allerdings nur nach aussen.

Im Hintergrund geht es vorwärts: Das Bewilligungsverfahren für den geplanten Pavillon beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus läuft. Im besten Fall soll im Sommer 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bild: zVg
Im Hintergrund geht es vorwärts: Das Bewilligungsverfahren für den geplanten Pavillon beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus läuft. Im besten Fall soll im Sommer 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bild: zVg

Laufen

Noch vor einem Jahr hing die Zukunft eines Pavillonbaus beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus an der Abstimmung zur Verlegung der Naubrücke. Die Stiftung hatte das Vorhaben sistiert und klar gemacht: Bleibt die Brücke an ihrem bisherigen Standort, wird der Pavillon nicht gebaut. Ende November 2025 sagte die Stimmbevölkerung Ja zur Verlegung. Damit war für die Stiftung der Weg frei, das Projekt wieder voranzutreiben. Seither war allerdings kaum mehr etwas davon zu hören. «Im Hintergrund läuft sehr viel», sagt Lukas Richterich, Präsident des Stiftungsrats. Nach der Abstimmung habe man das Baugesuch eingereicht. Die Bewilligung liegt noch nicht vor — auch weil im Baselbiet das Verfahren umgestellt wurde. Baugesuche werden seit diesem Jahr umfassend geprüft und bereinigt, bevor sie öffentlich aufgelegt werden. Ziel des Kantons ist es unter anderem, spätere Einsprachen aufgrund von Projektmängeln zu vermeiden. Als Beispiel für eine solche Überprüfung nennt Richterich die geplante Grundwasser-Wärmepumpe, welche die bestehende Gasheizung ersetzen soll. Dafür verlangte der Kanton zusätzliche Abklärungen, unter anderem Sondierbohrungen und Messungen. «Der Kanton sagt uns, was wir noch liefern müssen», erklärt Richterich. Er hofft, dass die offenen Fragen noch diesen Herbst bereinigt werden können und die Planauflage erfolgen kann. Mit Einsprachen rechnet die Stiftung nicht. «Das Projekt des Pavillonanbaus war ja nie bestritten.»

Mehr Platz und ein neuer Eingang

Läuft alles nach Wunsch der Stiftung, könnten die Bauarbeiten im Sommer 2027 beginnen und der neue Pavillon im Herbst 2028 eröffnet werden. Am ursprünglichen Bauprojekt hat sich nichts Grundsätzliches verändert. Der Pavillon soll sich zur Birs hin öffnen und vor allem die Veranstaltungsgastronomie verbessern. Heute fehle es unter anderem an Lager- und Wirtschaftsraum, auch Foyer und Eingangsbereich seien beengt, beschreibt die Stiftung die aktuelle Situation. Mit dem Anbau soll zudem der Haupteingang auf die Birsseite verlegt werden. Ein Lift macht das Obergeschoss mit Galerieraum und Unterrichtsräumen der Musikschule hindernisfrei zugänglich. Neue Möglichkeiten würden sich auch rund um das Gebäude eröffnen, so Richterich. Durch Hochwasserschutz und Renaturierung präsentiere sich das Kulturzentrum Alts Schlachthuus bereits heute in einer völlig neuen Umgebung. Nach dem Rückbau der Naubrücke komme weiterer Freiraum hinzu. Wie dieser dereinst genutzt werde, sei noch offen. Denkbar sind laut Richterich etwa ein Kiosk oder zusätzliche Bewirtungsmöglichkeiten. Im Pavillon selbst ist eine Bar vorgesehen. Eine unabhängige Ganzjahresgastronomie sei nicht geplant, ein Sommerbetrieb während der Schulferien hingegen durchaus vorstellbar.

«Mehr denn je überzeugt»

Auch die Finanzierung nimmt Form an. Die Kosten liegen bei 2,2 Millionen Franken. Davon trägt die Stiftung 500 000 Franken selbst. Der Kanton Basel-Landschaft hat ebenfalls 500 000 Franken definitiv bewilligt, der Kanton Solothurn 100 000 Franken. Zusagen von Gemeinden, Firmen und Privatpersonen belaufen sich bereits auf weitere 200 000 bis 300 000 Franken. Mit Baubeginn sollen laut Richterich zusätzliche Spenden und Sponsorengelder eingeworben werden, für den Rest sei ein Bankkredit vorgesehen.

Dass es immer wieder zu unvorhergesehenen Verzögerungen gekommen sei, bedauert Richterich. Die Zuversicht überwiegt aber deutlich. «Wir freuen uns sehr, dass es nun endlich vorwärtsgehen kann.» Und mit Blick auf die neu entstehende Umgebung sagt er: «Ich bin mehr denn je überzeugt, dass dieser Ort in vielerlei Hinsicht neue Möglichkeiten bietet.»

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