Der «Grüne Zweig» zählt auf Laufen

Der Permakulturgarten «Grüner Zweig» in Laufen ist für den Kulturpreis der BLKB-Stiftung nominiert. Nun entscheidet die Öffentlichkeit über die Vergabe von 10000 Franken. Der Verein setzt auf breite Unterstützung aus dem Laufental.

Macht Werbung für den Permakulturgarten: Präsident Peter Seeberger hofft auf möglichst viele Stimmen. Foto: Gaby Walther
Macht Werbung für den Permakulturgarten: Präsident Peter Seeberger hofft auf möglichst viele Stimmen. Foto: Gaby Walther

Laufen

Der Permakulturgarten «Grüner Zweig» in Laufen ist für den Kulturpreis der BLKB-Stiftung nominiert. Fünf Vereine aus dem Kanton Baselland haben es in die Endauswahl geschafft — ausgewählt durch den Stiftungsrat aus sämtlichen eingereichten Bewerbungen. Wer den mit 10000 Franken dotierten Preis gewinnt, entscheidet nun die Öffentlichkeit.

Für den «Grünen Zweig» ist die Nomination bereits eine grosse Anerkennung. «Wir sind mächtig stolz», sagt Präsident Peter Seeberger. Doch gewonnen sei noch nichts. Im Gegenteil: Andere nominierte Vereine verfügen über Geschäftsstellen, Angestellte und grosse Netzwerke. Der Permakulturgarten hingegen wird von rund 35 Mitgliedern getragen. «Wenn wir eine Chance haben wollen, brauchen wir die Unterstützung aus Laufen und der Region.» Abgestimmt werden kann online unter: voting.blkbstiftung.ch. Das Voting verläuft in zwei Phasen. In den ersten zwei Wochen waren die Stimmenzahlen öffentlich einsehbar, in den nun letzten zwei verbleibenden Wochen ist nur noch die letzte Zahl sichtbar — so bleibt es spannend bis zur Preisverleihung am 22. April. Abstimmen ist möglich bis zum 29. März. Aktuell liegt der «Grüne Zweig» mit rund 300 Stimmen auf Rang drei. Um realistische Chancen zu haben, brauche es mindestens 1500 Stimmen, meint Seeberger. «Wir möchten den Preis nach Laufen holen, denn keiner der anderen nominierten Vereine ist im Laufental angesiedelt.» Jetzt zählt also die Unterstützung aus der Region.

Mehr als nur biologisches Gärtnern

Der 2019 gegründete Garten versteht sich nicht nur als Anbaufläche für Gemüse, sondern als Lern- und Begegnungsort. Permakultur bedeutet mehr als biologisches Gärtnern ohne Pestizide. Sie basiert auf drei ethischen Prinzipien: Earth Care (Sorge zur Erde), People Care (Sorge zu den Menschen) und Fair Share (gerechtes Teilen). Der Garten ist offen für alle — für Schulklassen, Familien, Einzelpersonen. Jeden ersten Samstag im Monat findet ein Einführungskurs statt, bei dem Wissen zum Beispiel über Bodenpflege, Pflanzplanung oder natürliche Schädlingsregulierung vermittelt wird. Die Nomination bietet dem Verein «Grüner Zweig» die Chance, bekannter zu werden und neue Mitglieder zu gewinnen. Mit dem Preisgeld möchte der Verein den Garten weiterentwickeln. Geplant ist unter anderem ein terrassierter Fruchtbaumgarten am Südhang mit einer sogenannten «Sonnenfalle», die Wärme speichert und neue Anbaumöglichkeiten schafft. Auch Infrastrukturprojekte stehen an. Finanziert wird der Betrieb bisher vor allem durch Mitgliederbeiträge und Gönner.

Gemüse und Früchte ernten

Der «Grüne Zweig» bietet Raum für Ruhe ebenso wie für Austausch. Wer möchte, kann aktiv mitarbeiten oder passiv unterstützen. Der Jahresbeitrag beträgt 60 Franken, Familien zahlen 100 Franken. Verpflichtungen gibt es keine, Engagement ist freiwillig. Für den Eigengebrauch dürfen die Mitglieder Gemüse und Früchte ernten. Nichtmitglieder haben samstags die Möglichkeit, Gemüse und Früchte zu ernten, zahlen aber dafür.

Nun aber geht es um etwas anderes: um Stimmen. Jede einzelne zählt. Wer den Permakulturgarten unterstützen will, kann mit wenigen Klicks dazu beitragen, dass 10000 Franken nach Laufen gehen — und ein Projekt stärken, das Natur, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit verbindet.

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