Deponie-Widerstand erhält ein Gesicht

3841 Referendums-Unterschriften sammelte das ad hoc Komitee zur Rettung der Quellen. Seit dem 11. August setzt sich an dessen Stelle der neu gegründete Verein «Depo-NIE im Quellgebiet» für den Erhalt der Quellen und die Anpassungen der Grundwasserschutzzonen in Blauen und Zwingen ein.

Unter der Linde des Widerstands: Der neue Vorstand mit (v.l.) Regula Aebi, Peter Hueber, Präsident Remo Stebler, Stefan und Brigitte Jermann. Foto: Roland Bürki
Unter der Linde des Widerstands: Der neue Vorstand mit (v.l.) Regula Aebi, Peter Hueber, Präsident Remo Stebler, Stefan und Brigitte Jermann. Foto: Roland Bürki

Mitten im Schnittpunkt der beiden geplanten Inertstoff-Deponien Sunnerai und Stutz steht sie aufrecht, die junge Sommerlinde, einst in früheren Zeiten Symbol für eine Gerichts-, Verkünd- und Versammlungsstätte, heute gepflanzt als Symbol für das lebenspendende Wasser wie auch als Zeichen des Widerstands gegen die im kantonalen Richtplan geplanten beiden Innertstoffdeponien. Ein symbolträchtiger Ort also, den sich der junge Vorstand des am 11. August aus der Taufe gehobenen Vereins «Depo-NIE» am vergangenen Freitagabend für seinen ersten öffentlichen Auftritt ausgesucht hat. Remo Stebler aus Blauen, dem ersten Präsidenten des jungen Vereins, bereitet es sichtlich Freude, sein motiviertes Team vorzustellen. So seinen Stellvertreter Peter Hueber, den Präsidenten der Burgerkorporation Zwingen, dann die beiden Damen aus Blauen Regula Aebi, zuständig für das Ressort Wasser, und Brigitte Jermann, die für Kommunikationsbelange zeichnet, sowie last but not least Kassier Stefan Jermann, ebenfalls aus Blauen. «Weil wir mit einem länger andauernden Kampf um die Deponien rechnen, fanden wir es ratsam, die Aufgaben des temporären ad hoc Komitees zur Rettung der Quellen im Sinne der Kontinuität einem Verein zu übertragen und damit die Last auf mehrere Schultern zu verteilen», erklärt Stebler die vor einer Woche erfolgte Gründung des «Vereins Depo-NIE im Quellgebiet». Artikel 2 der genehmigten Statuten des Vereins umreisst denn auch klar den Zweck des Vereins, nämlich den Erhalt der Einzugs- und Fassungsgebiete der Pfandel- und Bernhardsmätteliquelle mit entsprechenden Anpassungen der Grundwasserschutzzonen in Blauen und Zwingen. Weiter will der neue Verein Gemeinden, Vereine und Privatpersonen unterstützen, welche die Quellen schützen und insbesondere zur Trinkwassernutzung erhalten wollen. «Klar ist, dass wir prioritär zum Schutz der Quellen Deponien in deren Einzugs- und Fassungsgebiet zu verhindern suchen, im schlimmsten Szenario uns aber um möglichst verträgliche Deponielösungen bemühen wollen», so der Präsident. Das Nahziel sei aber, die kantonale Abstimmung von voraussichtlich Ende November 2016 rund um die nachteiligen Änderungen im kantonalen Richtplan zu gewinnen.

Den Wert des Wasses schätzen gelernt

Die nächste Station an diesem Freitagabend ist die Zwingner Bäckerei Anklin und Stebler, welche mit ihrem eigens zur Quellrettung gebackenen Quellenbrot aus Weizen, Roggen und Urdinkel einen Anteil von einem Franken pro Brot als Starthilfe an den Verein abliefern will. «Ganze 700 Franken sind es geworden», freuen sich die beiden Bäcker Peter Anklin und Markus Stebler zusammen mit Kassier Stefan Jermann. Letzterer hofft mit Blick auf 3841 beglaubigte Unterschriften auf viele Neumitglieder, denen lebenswichtiges Trinkwasser einen Mitgliederbeitrag von 50 Franken wert ist. «Da ist doch noch diese Frau, die in Afrika ihr Wasser nach Hause tragen musste», fügt da plötzlich Peter Anklin noch bei. Sie habe für das Brot immer einen Fünfliber hingelegt und gesagt: «Ich habe den Wert des Wassers sehr schätzen gelernt.»

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