Das Leben beim Namen nennen

Franz Sabo predigt gerne. Und er schreibt seine Predigten auf. An Allerheiligen erscheint sein fünftes Buch.

Hält hier seine Predigten: Franz Sabo in der Röschenzer Kirche.  Foto: Martin Staub
Hält hier seine Predigten: Franz Sabo in der Röschenzer Kirche. Foto: Martin Staub

Ob es nicht genug sei, Predigten vor seinen Kirchgängern zu halten, will der Journalist wissen. «Von mir aufgeschrieben sind ja alle meine Predigten eh schon. Und weil ich Bücher mag, habe ich mich entschlossen, meine Manuskripte zu sammeln und in Buchform zu drucken. Ein Geschenk an mich selber.» So sieht der Röschenzer Pfarrer seine Motivation zum Bücher schreiben. Zu bescheiden wahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass Sabo-Bücher auch schon in schweizerischen Bestsellerlisten auftauchten. Dass auch nicht Kirchgänger seine Predigten auf dem Nachttisch haben, freut Franz Sabo. Und weil sich die ersten vier Bände nicht schlecht verkauften, hat er sich entschlossen, nach zwei Jahre den fünften drucken zu lassen. «Der Wecker tickt» heisst er und wird am kommenden Donnerstag, 1. November im Anschluss an den Allerheiligen-Gottesdienst dem Publikum vorgestellt. Der Titel lässt ahnen: Es geht um die Zeit, die einem davon läuft, je älter man wird.

«Dass wir uns mehr und mehr auf das Wesentliche konzentrieren müssen, um den Gehalt des Lebens auszukosten, erfahre ich am eigenen Leib», erklärt der 59-Jährige. So geht es im neuen Buch von Franz Sabo um Leben und Tod. Nicht im Sinne des Kriminalautors, versteht sich. Viel mehr um die Veränderungen in der Zeit. «Jugendliche haben das Gefühl von unerschöpflichem Zeitvorrat, während den Alten dieser mehr und mehr schwindet», so Sabo. Es sei anders, über Leben und Tod nachzudenken, wenn man selber altert.
Franz Sabo ist es wichtig, im Leben den Tod nicht auszugrenzen. «Eine gewisse Vorbereitung hilft, Angst zu verlieren, loslassen zu können, es lockerer zu nehmen.» Wer kann das besser beurteilen als ein Geistlicher, der sich fast täglich mit dem Tod beschäftigen muss. «Versprechen kann ich allerdings auch nichts», erklärt der Pfarrer, der sehr wohl weiss, dass alles, was nachher kommt, auf Glaube und Hoffnung beruht.

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