Das Geheimnis der ewigen Jugend

Der erste Auftritt desEuropäischen Jugendchor Festivals in Laufen übertraf die Erwartungen und weckt Hoffnungen auf Fortsetzung.

Bringen 1200jährige Tradition, Popmusik und humorvolle Choreographien in Einklang: Die Singknaben der Sankt Ursenkathedrale Solothurn.

Bringen 1200jährige Tradition, Popmusik und humorvolle Choreographien in Einklang: Die Singknaben der Sankt Ursenkathedrale Solothurn.

Überzeugten gesanglich auf der ganzen Linie und brachten mit ihrem energiegeladenen, ausdrucksstarken Auftritt die Katharinenkirche zum Beben: Der Jugendchor Tutarchela aus Georgien. Fotos: Bea Asper

Überzeugten gesanglich auf der ganzen Linie und brachten mit ihrem energiegeladenen, ausdrucksstarken Auftritt die Katharinenkirche zum Beben: Der Jugendchor Tutarchela aus Georgien. Fotos: Bea Asper

Eine gesangliches Feuerwerk, eine Wundertüte voller Meisterwerke, Standing Ovation, emotionale Überschwänglichkeit in der Katharinenkirche: Dies vollbrachten die Jugendlichen aus der Schweiz und aus Georgien sowie das zahlreich erschienene Publikum letzten Donnerstagabend in Laufen. 20 Jahre nach seiner Gründung und seinen Festen in Basel versprühte das Europäische Jugendchor Festival in diesem Jahr zum ersten Mal in Laufen seinen Zauber. «Und wird bei seinen künftigen Ausgaben hoffentlich auch immer in Laufen auftreten», sprach Laufens Vizepräsidentin Sabine Asprion die Wünsche vieler Zusachauer aus. Veronika Karrer hatte vor zwei Jahren beim letzten Europäischen Jugendchor Festival in Basel festgestellt, dass Laufen bei den Aussenauftritten nicht vorkommt und überlegte sich, dies zu ändern. Gedacht – getan: «Ich hatte Kontakt aufgenommen mit Festival-Organisatorin Kathrin Renggli und zusammen mit einem tollen Helferteam letztlich die Vorbereitungen getroffen», erklärt Karrer auf Anfrage. Belohnt wurde sie mit einem riesigen Zuschaueransturm – die Katharinenkirche war bis auf den letzten Meter besetzt, mit viel Lob und mit einem unvergesslichen gesanglichen Spektakel.

Asprion machte in ihrer Rede auf das Geheimnis der ewigen Jugend aufmerksam, welches sich im Raum verbreitete. Jahrhunderte alte Tradition und doch aktueller denn je und zukunftsträchtig, dies symbolisierten die Auftritte des legendären Chors der Singknaben der Sankt Ursenkathedrale Solothurn, des neu gegründeten Chors «Jutz» mit eindrücklichem Naturjodel sowie das energiegeladene und lebenslustige Singen und Tanzen des Jugendchors Tutarchela aus Georgien. Die Lernenden der Musikschule für ethnische Musik in Rustavi haben für ihre Auftritte im In- und Ausland bereits Preise erhalten und ihre Leiterin Tamar Buadze ist für die Popularisierung des georgischen Liedguts in Europa 2012 vom Staats-Präsidenten mit dem Verdienstorden ausgezeichnet worden. Meisterhaft gelang es auch Andreas Reize und den Singknaben der Sankt Ursenkathedrale eine über 1200-jährige Tradition mit Popsongs und modernen Choreographien zu vereinen und das Publikum zu fesseln. Im Innern verfolgt der Chor die musikalische und stimmliche Bildung doch auch die Förderung der Kameradschaft. Nebst dem mehrstündigen Training pro Woche stehen Singlager und Konzerttourneen auf dem Programm.

Weitere Auftritte planen auch die Jugendlichen von «Jutz» mit Leiter Marco Beltrani. In einem Casting waren aus der ganzen Schweiz die besten Sängerinnen und Sänger im Alter von 15 bis 25 Jahren für den Jodelgesang ausgewählt und einander näher gebracht worden. In der kurzen aber intensiven Probezeit seit Januar studierte der Chor ein Programm ein, das unter die Haut geht. Schwierigster Naturjodel und heimatliche Klänge hallten durch die Katharinenkirche und erfüllten Geist und Seele mit Ehrfurcht und Sehnsucht.

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