Bund zahlt für H18
Die bisher von den Kantonen unterhaltene Strasse zwischen Basel und Delsberg gehört ab dem Jahr 2014 in den Zuständigkeitsbereich des Bundes.

Die H18 von Basel nach Delémont besitzt für die Bevölkerung der Region eine grosse Bedeutung. Unzählige Menschen fahren unter der Woche mit dem Automobil auf ihr, um an den Arbeitsort zu gelangen. Aber auch der Schwerverkehr, Shoppingtouren, der abendliche Ausgang und Ausflüge aller Art sorgen für eine starke Frequentierung. Die gesamthaft 38 Kilometer lange Strecke ist das am meisten befahrene Teilstück der nationalen Verkehrsachse Basel-Jura-Westschweiz. Aufgrund ihrer Lage stellt sie im eidgenössischen Strassennetz eine Verbindung der Deutschschweiz mit der Romandie dar.
Die Wichtigkeit wurde in den letzten Jahren in Bundesbern erkannt. Eine vom Parlament beschlossene Ergänzung des Nationalstrassennetzes der Schweiz schliesst auch die H18 mit ein. Die bisherige Kantonsstrasse wird damit ab dem 1. Januar 2014 vollständig vom Bund unterhalten werden. Mit der Aufwertung hat das überparteiliche Komitee «Pro Bundesstrasse Basel-Jura» sein vor rund zehn Jahren gestecktes Ziel erreicht. Geschäftsleiter Adrian Schmidlin aus Grellingen betont die Bedeutung des jahrelangen Lobbyings, welches erforderlich war, um die eidgenössischen Räte von ihrem Anliegen zu überzeugen. «Etliche namhafte Parlamentarier aus der ganzen Schweiz haben sich als Mitglieder des Komitees in der Hauptstadt für die H18 eingesetzt.» Die Erlangung des Nationalstrassenstatus sei längst nötig gewesen, da es sich bei der Strecke um einen äusserst wichtigen Abschnitt handle, der bestehende Autobahnen miteinander verbindet. Wichtig sei nun, dass der National- und der Ständerat die noch vorhandene Differenz bei der Finanzierung bereinigen können, damit eine kontinuierliche Verbesserung der Strasse ermöglicht wird.
Von den Kantonen Baselland, Solothurn und Jura wurden verschiedene Projekte aus der Taufe gehoben, welche eine Behebung von Engpässen und Entlastung von Ortszentren auf der H18 zum Ziel haben. Diese werden aufgrund des Entscheids des Parlamentes dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) übergeben werden. Eines davon ist die geplante Umfahrung von Laufen und Zwingen, für die vom Kanton Baselland ein Vorprojekt erarbeitet wurde, in welchem drei weitere Tunnel vorgesehen sind. Projektleiter Axel Mühlemann hofft, dass der Bund die Dringlichkeit der Umfahrung einsehen werde. Deshalb würden momentan Gespräche zwischen dem Kanton und dem ASTRA laufen. Mit Beginn des kommenden Jahres befindet sich das Projekt dann in den Händen des Bundes.
Dass er die Umfahrung noch persönlich miterleben wird, glaubt Pensionär Adrian Schmidlin nicht. Der ehemalige Geschäftsleiter der Wirtschaftsförderung Laufental weiss, wie langwierig die Entwicklung und Realisierung von solchen Riesenprojekten sein können. Gerade deswegen müssten sich die Nordwestschweizer Politiker auch weiterhin in Bern für die Strassen in ihren Wohnkantonen einsetzen.


