Brass meets Gospel

Unter dieservielversprechenden Affiche begegneten sich dasLaufental und das Oberbaselbiet auf bisherungewohnter musikalischer Ebene. Gemeinsam liessen nämlich die Brass Band Konkordia Zwingen (BBKZ) und der Gospelchor Sunshine Singers dieWellen der Begeisterung überschwappen.

Und es funktionierte: BBKZ-Dirigentin Iris Eggler liess am Unterhaltungskonzert die beiden Klangkörper zu einer Einheit verschmelzen. Foto: Roland Bürki
Und es funktionierte: BBKZ-Dirigentin Iris Eggler liess am Unterhaltungskonzert die beiden Klangkörper zu einer Einheit verschmelzen. Foto: Roland Bürki

Die speziellen Pastetli mit Rösti und Geschnetzeltem waren bereits einigermassen verdaut, die Kerzlein auf den Tischen angezündet, als eine souveräne Dirigentin Iris Eggler den Stab zum allerersten Stück «In the Stone», einem Hit aus dem Jahr 1979, hob. Ein erster längerer Applaus belohnte die Brass Band für die dynamische Wiedergabe der in Stein gemeisselten wahren Liebe.

Liebe war es auch, die den redegewandten Moderator des Abends, Marco Stress, zu seiner Oberbaselbieter Frau Séverine geführt hatte, die noch immer im Gospelchor «Sunshine Singers» mitsingt. «Es war dann kein grosser Schritt mehr zu einem Date zwischen BBKZ und dem Chor», erklärte der moderierende Schlagzeuger, der an diesem Samstagabend nicht auf sein Schlagzeug, sondern auf seine Schlagfertigkeit baute.

Vorher hatten die rund 30 Tücher schwenkenden Gospelsängerinnen und -sänger, vorwiegend aus dem Waldenburgertal, mit «I like to be in America» aus West Side Story einen fröhlichen Auftritt auf der «East Side» des Gemeindesaals hingelegt. Um gleich darauf Streifen und Sterne an die Hallenwand zu zaubern, als Ankündigung für John Philip Sousas 1896 komponierten Militärmarsch «Stars and Stripes Forever». Das Publikum zeigte sich mit seinem Klatschen richtig begeistert vom melodiösen Parademarsch, den Brass Band und Gospelchor zum eigentlichen Ohrwurm performten.

Nicht nur dem Moderator lief es «chalt dr Rüggen ab», , als Chorleiterin Charlotte «Charlie» Gaugler im bluesigen «Old Old Mississippi» alles aus ihren Sunshine Singers herausholte, die Stefan Madörin am E-Piano entsprechend wirkungsvoll unterstützte. Das akribisch gesuchte und endlich in Norwegen aufgestöberte «Gospel Medley», arrangiert für Bläser und Sänger, bot dem toll mitgehenden Publikum alles, was Brass Band und Chor zu bieten hatten: Wechselspiel von Musik und Gesang, Instrumental- und Perkussionsoli und viel Tempo.

«The Show must go on»

Mit dieser einst von Freddie Mercury gesungenen Rockballade deuteten Brass Band und Gospelchor nach der Pause weitere Glanzlichter an. Beispielsweise mit «I will follow him» aus dem Film «Sister Act», in dem die drei Posaunisten mit dem Thema des Songs brillierten. Und der Chor doppelte gleich mit dem immer fröhlicher werdenden «Hail Holy Queen» aus dem gleichen Film nach, bevor eine swinging BBKZ mit «Fantastic Brass» samt Perkussion-Einlagen ein ebenso fantastisch mitgehendes Publikum beeindruckte.

Am Schluss behielt Moderator Marco Stress recht, als er meinte: «Wir machen es künftig nur noch mit Chor». «Conquest of Paradise» mit schönen Stimmen, Kornett-Soli und paradiesischer Holiday-Stimmung entpuppte sich schliesslich als ultimatives Highlight des Abends, sodass die Brass Band nicht um die frenetisch verlangten Zugaben «Music» und «Just as I am» herumkam.

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