Blauen investiert in die Zukunft

1,8 Millionen Franken gibt die Gemeinde Blauen aus für ein Begegnungszentrum mit Raum für den Dorfladen, für das Vereinsleben, für Kinderbetreuung oder für Wohnen.

Bucherhaus: Hier soll ein Begegnungszentrum entstehen.
Bucherhaus: Hier soll ein Begegnungszentrum entstehen.

Wir nehmen die für die Landgemeinden gestellten Prognosen einer Überalterung und eines Geburtenrückgangs nicht einfach hin, sondern geben Gegensteuer», meinte Gemeindepräsident Dieter Wissler. Im Zukunftsbild 2025/2030 für Blauen wünscht sich der Gemeinderat 10 bis 15 neue Familien mit Kindern und dass die Einwohnerzahl auf 800 erhöht werden kann. Dass die kleinen Gemeinden quasi froh sein müssten, die Bevölkerungszahl halten zu können, während die grössten Gemeinden des Laufentals fünf Prozent Wachstum verzeichnen, will Wissler nicht einfach hinnehmen. Mit Gebührenreduktion und Änderungen bei den Zonenvorschriften, mit Lockerung in der Kernzone (seit 2014 sind Dachaufbauten erlaubt) seien bereits die Rahmenbedingungen verbessert worden, sodass zum Beispiel eine Familie auch ihren Traum eines Reitsportzentrums erfüllen konnte.

Nun will Blauen mit dem Bau eines Begegnungszentrums Standortattraktivität und Lebensqualität weiter steigern. Im April hatte die Gemeindeversammlung den Planungskredit von 67600 Franken bewilligt, letzten Mittwoch sagte der Souverän mit grossem Mehr bei wenigen Gegenstimmen Ja zum Baukredit von 1,8 Millionen Franken und gab damit den Startschuss für ein neues Gebäude mitten im Dorfkern als Ersatz für das Bucherhaus.

Wie wird es aussehen?

Wie das Gebäude aussehen soll, wurde der Gemeindeversammlung mit Grundriss und Visualisierung präsentiert. «Und da sich über Ästhetik eben streiten lässt», wie Wissler resümierte, gingen die Meinungen an der Versammlung auseinander, insbesondere in der Frage, wie offensichtlich es sein darf, dass dieses Haus nicht aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, sondern ein Neubau sein wird. Baukommission und Architekten schilderten, dass das vorliegende Projekt das Produkt sei mehrerer Verhandlungen mit der Denkmalpflege. Auf dem Papier kam das Haus in Grautönen daher, eine Farbgebung, die eine Einwohnerin «aufschrecken liess», wie sie der Versammlung mitteilte. Ihre Forderung lautete: «Für die Holzkonstruktionen muss braun und für das Dach ebenfalls braun oder rot gewählt werden.»

Michael Fuchs von der Baukommission legte der Versammlung dar, dass das Farbkonzept noch nicht erstellt worden sei, sondern dass bisher lediglich in Zusammenarbeit mit den Nutzern wie etwa der Dorfladen-Genossenschaft die Raumgestaltung sowie die Fenster-Anordnung und Grösse festgelegt worden seien.

Dieter Wissler münzte den Antrag aus der Versammlung um zum «klaren Auftrag an die Baukommission, das Farbkonzept so zu wählen, dass es sich harmonisch eingliedert in den Dorfkern; für die Ziegel gelte es nicht grau zu wählen.» Dem stimmten 51 Einwohnerinnen und Einwohner zu bei wenigen Gegenstimmen und einigen Enthaltungen. Der frühere Gemeindepräsident John Diehl, nahm dieses Vorgehen am Schluss der Versammlung zum Anlass im Protokoll zu vermerken, dass er mit der Versammlungsführung nicht einverstanden sei. Wissler nahm dies «zur Kenntnis».

Kindertagesstätte?

Ob im Erdgeschoss des neuen Begegnungszentrums eine Kindertagesstätte eröffnet oder eine Wohnung eingerichtet werden wird, lässt die Gemeinde derzeit noch offen. Bestimmt sind erst die Räumlichkeiten für den Dorfladen, dass es ein Dorfstübli, Sitzungszimmer und eine Toilette geben soll und Möglichkeiten für die Spielgruppe. Noch offen ist auch die Planung für die Aussgengestaltung (Spielplatz) und Einzäunung.

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