«Besser als auswärts gekauftes Wasser»
Zur Erweiterung der Wasserversorgung setzte der Gemeinderat von Burg auf unkonventionelle Methoden.

Mit nur einer Quelle – und nahe der Oberfläche – bangte die Gemeinde Burg in Trockenzeiten oder bei heftigem Regen – wegen Trübungen – um genügend Trinkwasserreserven. Im Sommer 2003 startete der Gemeinderat ein Projekt zur Verbesserung der Wasserversorgung. Eingeschlagen wurde der Weg der Eigenständigkeit; anstatt einer Verbundlösung peilte man an die Erweiterung der eigenen Trinkwasserversorgung. Dabei setzte man zuerst auf «unkonventionelle Methoden», sagt Gemeinderat Urs Lang. «Beauftragt wurde ein Wassersucher.» Der stellte in Aussicht, dass Burg wohl an verschiedenen Standorten auf genügend Wasser stossen werde. Im Jahr 2004 entschied der Gemeinderat Probebohrungen durchführen zu lassen. «In der dritten Bohrung in der Klus wurde Wasser gefunden», erklärt Lang. In den folgenden Monaten seien zum Nachweis der Qualität und der Ergiebigkeit Pumpversuche und Qualitätskontrollen durchgeführt worden. «Beide Untersuchungen ergaben sehr gute und vielversprechende Resultate.» Der Rat beschloss, es sei ein Pumpwerk zu erstellen, mit welchem Grundwasser aus bis zu 100 Metern Tiefe entnommen, aufbereitet und in das etwas höher gelegene Wasserreservoir gepumpt werden kann.
Es folgten die Planungsauflagen – in Absprache mit den Kantonsbehörden und den Eigentümern, die durch die neue Schutzzone in der Nutzung eingeschränkt würden. Und die Gemeindeversammlung gab grünes Licht für den weiteren Verlauf. Mittels Sonderfinanzierung und einer Unterstützung vom Kanton konnte das 750 000 Franken Projekt gestemmt werden.
Jetzt am Samstag weihte die Gemeinde Burg ihr neues Pumpwerk ein. Und wenn in Burg ein offizieller Anlass stattfindet, erscheinen die Einwohner zahlreich, nicht zuletzt wenn es um ein Lebenselixier geht. Bei Sonnenschein wanderte man zusammen vom Dorfplatz zum Pumpwerk am Waldrand. Pfarrer Günter Hulin segnete das neu errichtete Pumpwerk und rief auf zum Nachdenken: «Was wäre die Erde ohne Wasser?» Nach dem Gebet degustierte man das Trinkwasser und war sich einig: «Das Burgtaler ist besser als jedes auswärts gekaufte Wasser.» Zusammen wanderte man weiter, hinauf zum Reservoir, liess sich von Urs Lang die Anlage erklären und erfreute sich dem sprudelnden Wasser. Um genügend Reserven muss man sich in Burg keine Sorgen mehr machen. Im gemütlichen Beisammensein liess man den Anlass auf der Sonnenterrasse vom Schützenhaus ausklingen.


