Bergretter lanciert die Flugtage 2013

Medien, geladene Gäste und Sponsoren stiessen am Take-off-Anlass auf dem Dittinger Flugfeld auf die diesjährigen Flugtage an. Ein eindrücklicher Vortrag des Piloten Geri Biner zeigte die Gegenseite von Flugshows.

Referent und Organisator: Geri Biner, CEO und Pilot der Air Zermatt, und Thomas Sütterlin, OK-Präsident Dittinger Flugtage.  Foto: martin staub
Referent und Organisator: Geri Biner, CEO und Pilot der Air Zermatt, und Thomas Sütterlin, OK-Präsident Dittinger Flugtage. Foto: martin staub

Bereits einige Minuten vor dem angesagten 16-Uhr-Schlag kreiste am Freitag der knallrote Heli der Air Zermatt über den Gebäulichkeiten der Segelfluggruppe Dittingen auf dem Dittinger Flugfeld. Ziemlich virtuos anmutend und spektakulär zog der Pilot einige zusätzliche Luft-Pirouetten über die Köpfe der zahlreichen Gäste, bevor das Hightech-Fluggerät EC135 Punkt vier Uhr auf der Wiese aufsetzte. Mit Applaus empfingen Politiker, Sponsoren, Medienvertreter und geladene Gäste Gerold «Geri» Biner, der hier als CEO und Pilot der Air Zermatt – besser bekannt aus den SRF-Dok-Sendungen «Die Bergretter» – dem Heli entstieg. Ein vorgezogenes Showelement, das leider an den Flugtagen vom 31. August und 1. September dieses Jahres fehlen wird. Biner war die Aufgabe aufgetragen, in einem dokumentierten Vortrag über schwierige Bergrettungen im Himalaja zu berichten. Dies im Rahmen des Take-off-Anlasses für die diesjährigen Flugtage, welche, wie in vergangenen Flugtagjahren, hier im Detail vorgestellt werden sollten.

Biners Referat, begleitet von zahlreichen Bildern aus der Umgebung des höchsten Gebirges der Welt, waren spannend, mitunter unterhaltend, weit mehr aber hochdramatisch und vermutlich ähnlich schwer verdaulich wie das anschliessende Walliser Raclette zu Ehren des Gastes. «Wir möchten nicht nur Tote bergen. Oft haben wir Glück und können erfolgreich Leben retten», erzählte Biner, der aber umgehend von zahlreichen Todesfällen berichtete, die – im Tonfall spürbar – auch an ihm nicht spurlos vorübergingen. So beispielsweise der Tod seines pakistanischen Freundes Tomaz Humar, bei dem die Retter zu spät eintrafen. Eindrücklich auch die Bilder von den übervölkerten Basislagern, in denen es mittlerweile Bäckereien, Coiffeure und andere Angebote der normalen Zivilisation gibt. Anschliessend war die Reihe an Thomas Anklin, Präsident der Segelfluggruppe, der das Programm der diesjährigen Flugtage präsentierte: den Saab Gripen, den schwedischen Kampfjet, den die Schweizer Armee vielleicht kauft, beispielsweise, die Patrouille Suisse, die gute alte Bleriot XI, die Flugzeuge Mustang und Spitfire, den Franzosen Christian Moullec, der ein weiteres Mal Bahnen mit seinen Wildgänsen am Dittinger Himmel zieht, das Swip Team, ein englisches Kunstflug-Zweiergespann oder die Flying Bulls aus Tschechien. Die Liste ginge noch weiter und Anklin fragte sich selbst: «Wie sollen wir die Flugtage 2015 noch toppen?

Die diesjährigen Flugtage stehen ganz im Zeichen von «100 Jahre Luftfahrt im Laufental». Und damit zu Ehren des Grindlers Theodor Borrer, der 1913 am ersten Laufentaler Flugtag seine Flugkünste gezeigt hatte. Simon Lutz aus Grindel hat pünktlich zum Take-off-Anlass eine reich illustrierte Jubiläumsschrift zu Ehren des schwarzbübischen Flugpioniers verfasst.

Ein weiteres Jubiläum bedeutet dieses Jahr die 30. Ausgabe der Dittinger Flugtage. Und am gleichen Wochenende finden in Breitenbach die Tage der Aerophilatelie 2013 statt. Ebenfalls ein Teil der Jubiläumsaktivitäten zu Ehren der Laufentaler Luftfahrt.

Das Wochenblatt ist Medienpartner der Dittinger Flugtage und veranstaltet im August einen Wettbewerb in dieser Zeitung, bei dem es als Hauptpreis einen Alpenrundflug zu gewinnen gibt.

Weitere Flugtage-Infos: www.flugtage.ch

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