Architektur profitiert vom Aussenraum

Der Baselbieter Heimatschutz hat den Aussenraum der Überbauung Kirchgarten in Laufen ausgezeichnet. Gelobt werden insbesondere die fliessenden Übergänge vom privaten über den halböffentlichen in den öffentlichen Raum.

Auszeichnung: Ruedi Riesen (r.), Präsident des Baselbieter Heimatschutzes, übergibt die Auszeichnung an Marlen Candreia, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde in Laufen. Foto: Melanie Brêchet
Auszeichnung: Ruedi Riesen (r.), Präsident des Baselbieter Heimatschutzes, übergibt die Auszeichnung an Marlen Candreia, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde in Laufen. Foto: Melanie Brêchet

Der Baselbieter Heimatschutz hat die diesjährige Auszeichnung unter das Thema «Aussenraumkultur» gestellt. In diesem Rahmen sollte eine Freiraum­gestaltung im Kanton Baselland ausgezeichnet werden, bei der die historische Gartenkultur im heutigen Kontext weitergedacht und -entwickelt wird. Es sollte eine qualitativ hochstehende Umgebungsgestaltung im öffentlichen und halböffentlichen Raum gewürdigt werden, die sich durch einen achtsamen Umgang mit dem bereits Vorhandenen auszeichnet. Der Baselbieter Heimatschutz leiste damit auch didaktische Arbeit, sagte der Basler Landschaftsarchitekt Christian Lenzin an der feierlichen Preisverleihung vor einer Woche: Die Auszeichnung der Überbauung Kirchgarten in Laufen zeige, dass bei Investitionen in den Wohnungsbau dem Aussenraum die ihm gebührende Beachtung geschenkt werden müsse. Und es zeige, dass sich diese Investitionen auch lohnen würden. Der Baselbieter Heimatschutz lobte am Aussenraum der Überbauung Kirchgarten insbesondere die Übergänge vom privaten über den halböffentlichen in den öffentlichen Raum. Ausserdem sei es den Planerinnen und Planern von Meta Landschaftsarchitektur, einem jungen Unternehmen aus Basel, gelungen, bauliche und naturräumliche Strukturen zu berücksichtigen. In Laufen sei dies am augenscheinlichsten mit der grossen Linde im Zentrum der Überbauung zu erkennen. Der geschützte Baum sei zuvor auf dem offenen Feld gestanden, dominiere nun auf natürliche Weise das Zentrum der Überbauung und präge somit den Platz für Begegnungen mit einem Brunnen, verschiedenen Sitzgelegenheiten, dem öffentlichen Spielplatz in Richtung Pfarrgarten und dem Spielplatz, welcher zusammen mit der Stadt Laufen angelegt wurde.

Bepflanzung als Qualitätsmerkmal

Für die Qualität massgeblich sei jedoch die Bepflanzung, erklärte der Präsident des Baselbieter Heimatschutzes, Ruedi Riesen an der Preisverleihung. Die Abgrenzungen zwischen öffentlichem und halböffentlichem Raum würden durch verschiedene Formen von Beeten oder Rabatten entstehen, die mit einer scheinbar wild wuchernden Bepflanzung aus unterschiedlichen einheimischen Gräsern, Stauden und Kleingehölzen begrünt sind. Auch die privaten Bereiche der Wohnungen im Erdgeschoss sind durch solche Bepflanzungen abgegrenzt.

Illustre Gäste

Der Preisverleihung im Kirchgarten wohnten trotz Corona rund 50 Gäste bei, darunter auch illustre Namen wie die Baselbieter Nationalrätin der Grünen, Florence Brenzikofer, oder der Landratspräsident und damit höchster Baselbieter, Heinz Lerf. Natürlich liess es sich auch eine Delegation der Stadt Laufen, angeführt von Vize-Stadtpräsidentin Sabine Asprion, nicht nehmen, teilzunehmen. In ihrer Ansprache zeigte Asprion sich stolz darüber, dass die Auszeichnung des Baselbieter Heimatschutzes erneut nach Laufen gehe. Die Aussenraumgestaltung der Überbauung Kirchgarten könne nun in einem Atemzug mit den Kulturhäusern Kulturzentrum Alts Schlachthuus und Guggenheim in Liestal genannt werden, welche diese Auszeichnung auch schon entgegennehmen durften. Auch der ehemalige Präsident der Katholischen Kirchgemeinde in Laufen und für das Projekt zuständige Kirchenrat Jörg Schwander richtete einige Worte an die Anwesenden. Er dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit während der langen Projektierungs- und Bauphase, insbesondere der Stadt Laufen, den Planerinnen und Planern und nicht zuletzt der Investorin Baloise und den Anwohnerinnen und Anwohnern, welche Geduld bewiesen hätten.

Die Auszeichnung entgegennehmen durfte zuletzt die jetzige Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde, Marlen Candreia. Aufgrund der Corona-Bestimmungen entfiel zum Schluss das feierliche Anstossen aller Beteiligten.

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