Anziehende Gegensätze
In der Chelsea Galerie ist momentan eine beeindruckende Gruppenausstellung zu sehen. Drei Künstler aus dem Raum Basel zeigen Werke, welche ihre Wirkungskraft aus geometrischen Formen schöpfen.

In unserem Alltag sind wir ständig unbewusst von Geometrie umgeben. Das Wort, welches bei vielen mit unschönen Erinnerungen an den Mathematikunterricht verbunden ist, begleitet uns auch nach Schulabschluss noch auf Schritt und Tritt. Sei es beim Bowling spielen, durch die mit möglichst viel Gefühl auf die Kegel losgelassene Kugel. Sei es am Abend auf dem heimischen Sofa beim Blick auf den viereckigen Fernseher. Überall begegnen uns parallele Linien, rechte Winkel und runde Formen in den unterschiedlichsten Grössen.
Dass diese Allgegenwart auch in der Kunst ihren Niederschlag findet, ist daher kaum verwunderlich. In der Chelsea Galerie in Laufen beschäftigen sich derzeit drei in der Region Basel wohnhafte Kunstschaffende mit geometrischen Figuren. Die facettenreichen Objekte, Zeichnungen und Installationen thematisieren dabei oftmals Gegensätzlichkeiten.
Herzstück der gemeinsam zusammengestellten Ausstellung ist die fünf mal fünf Meter grosse «Verlassene Sehnsucht» von Ralph Hauswirth. Das während zweier Wochen in den Räumlichkeiten an der Birs installierte Werk soll gemäss dem Künstler auf das Verhältnis von Ordnung und Chaos hinweisen. Über rund hundert aus verschiedenen Materialien geformten und gleichmässig auf dem Boden angeordneten Kugeln, hängt ein wild durcheinander gesponnenes Netz aus blauer Schnur. Die darin liegende, orangebraune Sonne bestehe aus Pigment, welches er in einer Mineralquelle in der Nähe von Scuol gesammelt habe, erklärt der Leiter eines Zentrums für Gegenwartskunst im Engadin.
Dort verbrachte Gertrud Genhart im letzten Sommer drei Monate als Stipendiatin. Während ihres Aufenthalts in Graubünden hat sie immer wieder mit Bleistift Skizzen der Umrisse von Verbauungen angefertigt. Aus den Vorlagen entstanden im Anschluss Bilder, die nur noch vage an die ursprünglichen Motive erinnern. Um zahlreiche Linien erweitert, erschaffen die Zeichnungen aber noch immer eine starke Räumlichkeit.
Mit architektonischen Errungenschaften setzte sich auch der seit vier Jahren in Röschenz residierende A. G. Moffet auseinander. Auf den Acrylgemälden des Engländers sind häufig Brücken zu sehen, darunter eine aus Liesberg. Seine beiden Werke «Light» und «Life is a hollow box» korrespondieren miteinander und sollen die Dichotomie von Licht und Dunkelheit verdeutlichen.


