Amthaus Laufen hat ausgedient

Morgen Freitag dreht Amtsgerichtspräsident Beat Lanz in Laufen zum letzten Mal den Schlüssel. Mit dem Wegzug des Bezirksgerichts nach Arlesheim steht das Amthaus definitiv leer.

Abschiedsbild: Das Bezirksgericht Laufen mit Marco Domasco, Eva Schnell, (beides Mitarbeitende), Beat Lanz, Amtsgerichtspräsident, Dominik Hänggi Maini, Gerichtsschreiber, und Andrea Sommer, Praktikantin (v. l.).   Foto: Martin Staub
Abschiedsbild: Das Bezirksgericht Laufen mit Marco Domasco, Eva Schnell, (beides Mitarbeitende), Beat Lanz, Amtsgerichtspräsident, Dominik Hänggi Maini, Gerichtsschreiber, und Andrea Sommer, Praktikantin (v. l.). Foto: Martin Staub

Nach 168 Jahren – 1846 nahm der Amtsbezirk Laufen hier in diesem Gebäude seinen Betrieb auf – hat das Amthaus Laufen ausgedient. Das Bezirksgericht Laufen bildet fortan die 5. Kammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (ZKGW) mit Sitz in Arlesheim. Die fünf Arbeitsstellen und auch deren Funktion blieben zwar erhalten, erklärt Gerichtspräsident Beat Lanz, der aber keinen Hehl daraus macht, dass für ihn der Umzug nach Arlesheim einen gewichtigen Einschnitt bedeutet. «Mit dem Wegzug des letzten Amtes aus diesem Gebäude stirbt faktisch die Funktion des Bezirks Laufen», sagt er.

Nachdem Ende Dezember 2013 die Bezirksschreiberei mit Amtsnotariat, Grundbuch-, Erbschafts- sowie Betreibungs- und Konkursamt zwecks Zentralisierung in Laufen aufgelöst wurde, ist nun das Bezirksgericht an der Reihe. Dass diese Zentralisierungsübung dem Kanton tatsächlich den erwarteten Spareffekt bringen wird, bezweifelt Lanz genauso wie Gerichtsschreiber Dominik Hänggi Maini. «Das Baselbieter Volk hat die als Sparpaket taxierte Vorlage ‹Focus› am 17. Juni 2012 zwar angenommen, war sich aber kaum bewusst, welche Konsequenzen dieser Entscheid nach sich zieht», urteilt Hänggi Maini. Seiner Meinung nach sei allein schon durch die notwendigen baulichen Massnahmen an den neuen Standorten Arlesheim und Sissach (Zivilkreisgericht Ost) der Spareffekt höchst fragwürdig.
Schon im Jahre 2006 ist im Kanton Basel-Landschaft die Zentralisierung der Bezirksgerichte thematisiert worden. Die Idee sei aber dann nach Widerstand von Bevölkerung und Gemeinden sang- und klanglos wieder in den Schubladen verschwunden, sagt Beat Lanz, der seit 1987 in Laufen als Gerichtspräsident amtet. Ob anstehende Wahlen Grund für den Rückzug waren, will er zwar nicht bestätigen, stellt aber fest, dass bei der Vernehmlassung zum Massnahmenpaket «Focus» im Sommer 2011 wieder die genau gleichen, nicht mehr gültigen Daten hervorgeholt und ungeprüft und unverändert in die Vorlage integriert wurden.
Dem Umzug an den neuen Arbeitsort sehen sowohl Lanz wie auch Hänggi Maini trotzdem zuversichtlich entgegen. «Wir kennen uns und werden in Arlesheim ein gutes Team bilden», sind beide überzeugt.

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