Als Schnellste die Wand erklettert

Bignia Ryffel aus Nenzlingen ist Siegerin des Youth Climbing Cup 2023. Sportklettern verlangt nicht nur Kraft und Geschicklichkeit, sondern auch Kreativität.

Schweizer Meisterin im Speedklettern: In 10,9 Sekunden überwindet die 14-Jährige die 15 Meter hohe Wand. Foto: zVg
Schweizer Meisterin im Speedklettern: In 10,9 Sekunden überwindet die 14-Jährige die 15 Meter hohe Wand. Foto: zVg

In 10,9 Sekunden 15 Meter überwunden — im August siegte Bignia Ryffel aus Nenzlingen in Wädenswil und wurde somit Schweizer Meisterin im Speedklettern in der Altersklasse U16. «Beim Speedklettern sind die Routen immer gleich gesteckt. Zwei Personen treten gegeneinander an. Weiter kommt, wer schneller ist. Nebst Geschwindigkeit und Kraft ist auch die Konzentration wichtig», erzählt die 14-Jährige. Noch lieber als Speedklettern ist ihr das Bouldern, wo sie an der Schweizer Meisterschaft Silber holte. Dabei wird eine Höhe von vier bis fünf Meter ohne Kletterseil und Klettergurt überwunden. Zur Sicherheit liegt am Boden eine Matte. «Beim Wettkampf weiss man nicht, wie die Griffe gesetzt sind. Die Herausforderung liegt hier nicht in der Geschwindigkeit, sondern darin, den besten Weg zu finden», erklärt Bignia. Geschicklichkeit ist dabei ebenso gefragt. Sind die Griffe nahe beieinander, muss man sich kleinmachen können. Somit ist Bignias Grösse von 1,65 Metern optimal. Die dritte Disziplin im Sportklettern ist das Leadklettern, wo die Wand bis zu 25 Meter hoch ist und das Ziel darin besteht, möglichst weit hinaufzuklettern. Im Leadklettern erreichte Bignia an der Schweizer Meisterschaft den 5. Rang. In der Gesamtwertung der drei Disziplinen des Youth Climbing Cup 2023 erzielte die junge Athletin somit den ersten Platz.

Verschiedene Sportarten ausprobiert

Zum Klettern kam Bignia einerseits über ihren Vater, der mit ihr die Kletterhalle in Laufen besuchte. Anderseits über das Sportförderungsprogramm Talent Eye Baselland, wo sie während der 1. und 2. Primarschulklasse zweimal wöchentlich das Training in Liestal besuchen durfte und verschiedene Sportarten kennenlernen konnte. «Das Klettern hat mir am meisten Spass gemacht», erzählt Bignia. Seither trainiert sie im Regionalzentrum Sportklettern Nordwestschweiz. Wöchentlich fährt sie drei- bis viermal mit dem ÖV direkt nach der Schule, vom Progymnasium Laufen, ins Training nach Basel, Pratteln oder Weil am Rhein. Um 21.30 Uhr wird sie jeweils von den Eltern abgeholt, denn der Weg zurück nach Nenzlingen wäre mit dem ÖV kaum zu bewältigen. «Natürlich ist das auch für uns Eltern ein grosser Aufwand — auch an den Wochenenden mit den Wettkämpfen», bestätigt Denise Ryffel. «Aber mein Mann und ich haben selbst Spitzensport betrieben — er im Unihockey, ich im Langlaufen und Inlineskaten. Dabei haben wir viele tolle Erfahrungen machen können. Diese möchten wir auch gerne unseren Kindern Bignia und Andrin ermöglichen. Nicht der Rang steht dabei im Vordergrund, sondern die Erlebnisse und Freundschaften, die entstehen.» Die Mutter lobt die Schule, die Bignia den Freiraum zugesteht, diesen sportlichen Weg gehen zu können. Nebst dem Training und der Schule bleibt wenig Freizeit. Nächstes Jahr möchte Bignia ins Gymnasium übertreten, später studieren und wie ihre Mutter Sportlehrerin werden und natürlich weitere Wettkämpfe gewinnen. Zuerst wird es aber etwas gemütlicher: Die Wettkampfsaison 2023 ist beendet und die Familie wird Herbstferien im Tirol geniessen.

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