Akrobaten auf heissen Stühlen

Roggenburg, geschätztes Mekka der Weltmeisterschaften für Seitenwagen, wurde wieder von Tausenden Anhängern besucht. Daneben rasten Solofahrer über den Parcours und lieferten sich packende Kämpfe.

Balance gefragt: World Championship Motocross Sidecar.

Balance gefragt: World Championship Motocross Sidecar.

Massenstart: Yamaha Cup. Fotos: Jürg jeanloz

Massenstart: Yamaha Cup. Fotos: Jürg jeanloz

In wenigen Minuten starten die Fahrer der Regio Open Klasse», tönt es vom Lautsprecher. In zwei Reihen stellen sich je 25 Fahrer auf und lassen ihre heissen Stühle tüchtig aufheulen. Über der Startanlage verbreitet sich eine beissende Duftwolke des öligen Brennstoffs, für viele Fans ein berauschendes Parfum. Die Schranken senken sich, der Benzinhahn wird aufgedreht, ein ohrenbetäubender Lärm fegt über die Anlage. Die Fahrer preschen davon, jeder will sich eine gute Ausgangslage im Rennen sichern.

Die jungen Wilden geben alles, traktieren ihre Motorräder aufs Äusserste und legen so richtig los. Auf dem trockenen Boden hinterlassen sie riesige Staubwolken und erschweren ihren Hintermännern die Sicht. Einige Nachzügler tuckern hinterher, ihre Stühle hatten schon die ersten Aussetzer. Nach einigen hundert Metern lichtet sich das Feld, der Platzspeaker teilt aufgeregt mit, wer die Pole-Position hält. «Bachmann an zweiter Stelle, das Rennen ist angerichtet», schreit er ins Mikrofon. Die ersten brenzligen Kurven werden gemeistert, dann geht es rasant in den Talkessel hinunter. Im steilen Anstieg Richtung Roggenburg teilt sich die Spreu vom Weizen, hier sind gute Motoren gefragt. Eine Spitzkehre und schon brettern sie wieder ins Tal hinunter. Die Zuschauer verfolgen auf der Gegenseite gespannt das Rennen, sitzen unter Sonnenschirmen, diskutieren und genehmigen sich ein Bier.

Am Sonntag findet die bekannte «World Championship Sidecar» statt. Ein Muss und ein Spektakel für alle Motorradfreunde. Aus 14 Nationen sind die Teilnehmer angereist, um an diesen Weltmeisterschaftsläufen teilzunehmen. Am Roggenburger Grand Prix trifft sich die Creme de la Creme der Seitenwagen, einfach Akrobatik vom Feinsten. Auf der naturnahen Strecke im Stelli liefern sich die Akteure gnadenlose Kämpfe. Der Athlet im Seitenwagen muss über eine stupende Kondition und ein feines Gefühl für die richtige Position haben. Bis zu 100 Stundenkilometer donnern die dreirädrigen Vehikel den Berg hinunter und faszinieren mit frechen Überholmanövern. Dank dem fantastischen Sommerwetter wird der Parcours immer wieder mit Wasser bespritzt, um Staub und Unfallgefahren zu reduzieren. Eine willkommene Pause für durstige Fans, die das Spektakel so richtig geniessen.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Patrick Staub: «Die Weiden sind abgegrast, die Tiere müssen bereits aus dem Wintervorrat gefüttert werden.» Fotos: Bea Asper
Laufental15.07.2026

Zitterpartie in der Landwirtschaft

Der Mais prägt das Bild im Laufental und ist in der Landwirtschaft wichtiger Energielieferant. Sollte der Mais die Trockenheit nicht überleben, könnte dies…
In den Fussstapfen des Urgrossvaters: Iris Amacher setzt als Vergolderin eine Familientradition fort. Fotos: ROMANA VON TANA
Laufental15.07.2026

Der goldene Rahmen von Laufen

Mit der wachsenden Bekanntheit der Detektei häufen sich sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Eine davon führt Jonas Lenz in ein Laufner Rahmenatelier.…
Kümmert sich um den Planetenweg: Bruno Stähli beim Planeten Erde mit Mond. Fotos: Martin Staub
Laufental15.07.2026

Beliebter Planetenweg wird aufgefrischt

Der Planetenweg in Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies beweisen die zahlreichen rund 200-seitigen Gästebücher, welche alle voll sind von Lob und…