Acoustic Chill im Schlosshof

Es war ein Jubiläum: Seit vierzig Jahren gibt es die Serenade im Schloss Burg. Und auch wenn Gemeindepräsident Hans-Jörg Tobler, der den Anlass mit seinem Team dreizehn Jahre lang organisierte, Ende Jahr zurücktritt, soll die Kulturveranstaltung weiterleben. Gefeiert wurde mit dem Trio The Mojo Swamp.

Vor dem Schlossfelsen: Das Trio The Mojo Swamp bot ein musikalisches Programm, dass sich dem akustischen Sound vergangener Tage bediente. Foto: Christian Fink
Vor dem Schlossfelsen: Das Trio The Mojo Swamp bot ein musikalisches Programm, dass sich dem akustischen Sound vergangener Tage bediente. Foto: Christian Fink

Burg im Leimental

Wird es regnen? Oder doch nicht? Dies fragten sich wohl die meisten, die vergangenen Sonntag zur jährlichen Serenade in den Hof des Schlosses Burg pilgerten, insbesondere die Veranstalter: «Um 16 Uhr haben wir den Altar zur Seite geschoben», erläuterte Gemeindepräsident Hans-Jörg Tobler gegenüber dem «Wochenblatt». Denn bei regnerischen Verhältnissen hätte das Konzert in die Kapelle verschoben werden müssen. Das Vertrauen in die Entscheidungshilfe des Radars von MeteoSwiss zahlte sich aus: Der Auftritt des Trios The Mojo Swamp ging unter besten Bedingungen über die Bühne, die wie immer, mit dem nötigsten Equipment ausgestattet, vor dem eindrücklichen Schlossfelsen eingerichtet wurde.

Entspannte «Lumpenlieder aus den 20er- und 30er-Jahren»

Die Band bot ein musikalisches Programm, das sich dem akustischen Sound vergangener Tage bediente. «Lumpenlieder aus den 20er- und 30er-Jahren gefallen mir unheimlich gut», verriet Gitarrist, Sänger, Mundharmonika-Spieler, Arrangeur und Songwriter Magor Szilagyi, zweifellos das emotionale Zentrum der Band. Der Gitarrist ist gleich mehrfach gefordert und vor allem bei den Gesangsparts bemüht, den Songs Intensität zu verleihen. Dies insbesondere bei Liebesliedern, die sich, wie wir von ihm erfahren, auch mehrfach verwenden lassen, nachdem die Liebe jeweils wieder erloschen ist.

Seine Gitarrensoli auf der verstärkten Akustikgitarre sind abwechslungsreich, gut eingebunden und mittels der gelegentlichen Verwendung des Verzerrers manchmal überraschend — was mit der elektrischen Gitarre sicherlich auch nicht schlecht daherkäme. Besonders gefielen die leider nur spärlichen Einsätze mit der Blues Harp — etwa im Opener «Angelina» —, mit der Szilagyi weitere Soundnuancen zum Besten gab.

Souveräne Rhythm-Section

Die Rhythm-Section mit Kontrabassist Claudio Caruso und Schlagzeuger Roger Tellenbach lieferte dem Gitarristen eine souverän eingespielte Basis. Ausser einem Solo von Tellenbach traten die beiden Musiker solistisch nicht in Erscheinung. Der Schlagzeuger liess die Drumsticks mehr oder weniger beiseite und nutzte vor allem die Besen, mit denen er über die kleine Trommel strich, was den bluesigen und swingenden Songs einen jazzigen Groove verlieh. Dabei können Caruso und Tellenbach, der vor Jahrzehnten bei bekannten Basler Bands wie etwa den Wondergirls trommelte, auch ganz anders — dann treten sie mit dem Rock-Gitarristen Elliott Marks auf, der Songs aus den frühen Zeiten der Hard-Rock-Bands covert.

Der Sound von The Mojo Swamp, lüpfig arrangiert, kommt hingegen leicht, gefällig und unaufgeregt daher — Acoustic Chill-Music zum Zurücklehnen, irgendwo im musikalischen Spektrum von J. J. Cale angesiedelt.

Dem trotz klimatischer Unsicherheiten zahlreich erschienenen Publikum gefiel das Konzert des Trios, und es applaudierte nach eineinhalb Stunden noch eine Zugabe heraus.

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