Abfall ist nicht einfach nur Abfall

Steil führt der Weg den Hügel hinauf. Dass dieser aus Abfall besteht, ist schwer vorstellbar.

Wertstoffe: Das Metall im Abfall ist eine Einnahmequelle für die Kelsag. Geschäftsführer Stefan Schwyzer gab am Tag der offenen Tür Auskunft über die verschiedenen Aufgaben der Kelsag.  Fotos: Gaby Walther
Wertstoffe: Das Metall im Abfall ist eine Einnahmequelle für die Kelsag. Geschäftsführer Stefan Schwyzer gab am Tag der offenen Tür Auskunft über die verschiedenen Aufgaben der Kelsag. Fotos: Gaby Walther

Seit dem Jahre 2000 wird in der ehemaligen Tongrube zwar nur noch die Schlacke, die Rückstände des in der Verbrennungsanlage Basel verbrannten Abfalls eingearbeitet, trotzdem wird die Grube bis 2015 gefüllt und die ursprünglichen Verhältnisse vor der Ausbeutung der Grube wieder erreicht sein. 24 000 Tonnen Schlacke aus dem Kanton Baselland werden jährlich in Liesberg deponiert. «Aus einer Tonne Kehricht entstehen rund 170 Kilogramm Schlacke. Aus der Schlacke sortieren wir etwa zehn Prozent Eisen und zwei Prozent anderes Metall heraus, wertvolles Material, welches wir verkaufen können und welches wieder verwendet werden wird», erklärte Stefan Schwyzer, Geschäftsführer der Kelsag.

Seit der Gründung im Jahr 1976 hat sich die Kelsag von der Tätigkeit der reinen Deponierung von Haushaltskehricht und Gewerbeabfällen in ein Entsorgungsunternehmen für die 48 000 Einwohner der 33 angeschlossenen Gemeinden sowie der Gewerbe- und Industriebetriebe in der Region gewandelt. Einblick in das spannende Geschäft mit dem Abfall erhielten die zahlreichen Besucher am letzten Samstag am Tag der offenen Tür. «Das Recycling von Reststoffen sowie die umweltschonende Produktion von erneuerbarer Energie sind Forderungen der Gegenwart mit Blick in die Zukunft», meinte Verwaltungsratspräsident Germann Wiggli in seiner Eröffnungsrede. Neustes Projekt, um diesen Forderungen gerecht zu werden, ist die Aufrüstung der Dächer beim Dienstleistungszentrum mit einer Photovoltaikanlage, welche 120 Haushalte mit Strom versorgen wird.

Energie produziert wird auch in der Biogasanlage, welche die Kelsag zusammen mit der Biopower AG betreibt. In der grossen Lagerhalle werden Grüngut und Speiseabfälle der Gemeinden gesammelt. Eine Luftwaschanlage sorgt dafür, dass die Umgebung nicht mit schlechten Gerüchten verunreinigt wird. Bis zu 10 000 Tonnen Reststoffe aus Grüngut und Speiseabfälle können jährlich in der Biogasanlage verarbeitet werden und rund 600 Haushalte mit Strom beliefern. Wie das funktioniert, konnten die Besucherinnen und Besucher vor Ort erleben.
Mit Filmvorführungen, Demonstrationen und Darbietungen wurden den Gästen gezeigt, wie ihr Abfall stofflich und energetisch wiederverwertet, entsorgt und deponiert wird. In der offenen Halle des Dienstleistungszentrums, wo normalerweise der Kehricht angeliefert und sortiert wird, wurden die Anwesenden kulinarisch verwöhnt.

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