150 Jahre Christkatholische Kirche der Schweiz

Die Christkatholische Kirche feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Am vergangenen Sonntag fand dazu ein Festakt in der St. Katharinenkirche in Laufen mit der Eröffnung einer Wanderausstellung, Vorträgen und prominenten Gästen aus Politik und Landeskirchen statt.

Grussworte des Regierungsrats: Regierungspräsident Isaac Reber überbrachte der Christkatholischen Kirchgemeinde die Grussworte des Regierungsrats in der St. Katharinenkirche in Laufen. Foto: Katja Schmidlin

«Das Jubiläum ist eine Gelegenheit, zurückzublicken, aber auch zu danken, zu reflektieren und nach vorne zu schauen.» Mit diesen Worten begrüsste Hannes Felchlin, Präsident der Christkatholischen Kirchgemeinde Baselland, die Anwesenden in der St. Katharinenkirche in Laufen. Im Zeichen dieser reflektierten Rundschau standen auch die beiden ­Vorträge, die im Anschluss an die Begrüssung von Vertretern der Christkatholischen Kirchgemeinden Luzern und Laufen gehalten wurden.

Pfarrer Adrian Suter aus Luzern zeichnete verantwortlich für die Wanderausstellung mit dem Titel «Unterwegs», die anlässlich des Jubiläums vier Spannungsfelder thematisiert, mit denen sich die Christkatholische Kirche im Verlauf der Geschichte beschäftigte. Die Wanderausstellung startete 2021 in Luzern und kann noch bis zum 7. Dezember in der St. Katharinenkirche Laufen besichtigt werden. Sie wird 2025 in Rheinfelden enden.

In seinem Vortrag ging Adrian Suter auf eines dieser Spannungsfelder näher ein und versuchte, das Verhältnis von Tradition und Erneuerung auszuloten. «Die Christkatholische Kirche in der Schweiz war immer reformfreudig», meinte Suter. In den Gründerjahren habe der Rückgriff auf die Traditionen der alten Kirche als Legitimation für Reformprogramme eine grosse Rolle gespielt. So wurde beispielsweise 1876 die Zölibatsverpflichtung für Geistliche abgeschafft mit der Begründung, das Zölibat sei eine «neuere» Entwicklung des Mittelalters. Andere Reformen, wie die freiwillige Beichte oder die Machtteilung zwischen Bischof und Kirchgemeinde, seien mit ähnlicher Argumentation eingeführt worden. Für die Fragen des aktuellen gegenwärtigen Geschehens würde das Vorbild der alten Kirche heute aber nicht mehr dienen, führte Suter aus. So lasse die Christkatholische Kirche Frauen zum Kirchenamt zu und habe die Einführung der «Ehe für alle» unterstützt. «Für diese Neuerungen war ein kreativer Umgang mit der Tradition notwendig. Dieser ermöglichte einen neuen Weg in die Zukunft», sagte Pfarrer Adrian Suter in seinem spannenden Vortrag. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Christkatholische Kirche im Mai dieses Jahres mit dem Zürcher Frank Bangerter erstmals einen offen homosexuellen Menschen zu ihrem Bischof wählte.

Im zweiten Vortrag befasste sich der ehemalige Pfarrer der Christkatholischen Gemeinde Laufen Christoph Bächtold mit der Entstehung und der Geschichte des Christkatholizismus im Laufental, bevor die Grussworte der geladenen Gäste aus Politik und Ökumene folgten. Als Vertreter der Regierung des Kantons Basel-Landschaft überbrachte Isaac Reber Grussworte des Regierungsrats an die Kirchgemeinde, gefolgt von Remo Ankli, Regierungsrat des Kantons Solothurn, und weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Ökumene. Mit Peter Hodel, Landammann des Kantons Solothurn, war ein weiterer hochrangiger Vertreter des Kantons Solothurn anwesend. Das Programm wurde musikalisch begleitet und mit einem Apéro riche abgeschlossen. Als zweiter Programmpunkt der Jubiläumsfeier wird am 24. November ein Festgottesdienst stattfinden, an dem zugleich das 325-Jahr-Jubiläum der St. Katharinen­kirche Laufen begangen wird.

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