Auen machen die Birs einzigartig

Zwanzig naturbegeisterte Menschen absolvierten einen Rundgang durch die Auengebiete von Zwingen. Hochwasserschutz und geeignete Ausgleichsmassnahmen geben der Birs ein anderes Gesicht und werten sie ökologisch auf.

Zeigt auf den Biberbau in der Steinrieselmatte: Wanderleiter und Birsexperte Urs Campana. Foto: Jürg Jeanloz
Zeigt auf den Biberbau in der Steinrieselmatte: Wanderleiter und Birsexperte Urs Campana. Foto: Jürg Jeanloz

Der Birskenner und ehemalige Fischereipräsident Urs Campana bringt es gleich zu Beginn des Rundgangs auf den Punkt: «Unsere Auenlandschaften, Regenwälder der Schweiz, sind mächtig unter Druck.» Es gelte Sorge zu ihnen zu tragen und die Artenvielfalt zu schützen. Ab Bahnhof Zwingen startet die Gruppe entlang der Lüssel Richtung Etzmatt. Ein erster Hingucker verkündet Franziska Borer mit dem Hinweis, dass unter der Eisenbahnbrücke Wasseramseln genistet haben. Umso enttäuschender ist die Etzmatt, wo das einjährige Berufkraut, die Kanadische Goldrute und der Sommerflieder, alles invasive Pflanzen, das Ödland in Besitz genommen haben. Bei der Einmündung der Lüssel in die Birs kommt Campana richtig in Fahrt. Wir überqueren den Restwasserkanal der Birs, der 1500 Liter Wasser pro Sekunde führt und Fische wie die Äsche, Barbe oder Strömer beherbergt. Weiter wandern wir zum Kanal, wo das Kraftwerk Obermatt neu gebaut und auf Drängen der Fischer auch eine Fischtreppe eingebaut wurde. «Endlich ist auch Zwingen lachsgängig», hören wir Campana sagen. Das geplante zweite Kleinwasserkraftwerk Grossmatt sei nach vielen Einsprachen und Gerichtsentscheiden gebodigt. Das Hochwasser im August 2007 hat in Zwingen grossen Sachschaden angerichtet, weshalb zwei Entlastungskanäle zwischen Kraftwerkkanal und Birs geöffnet wurden.

Entlang der Birs

Wir gehen um das Schloss herum und erfahren, dass in den Schiessscharten Turmfalken nisten. Allerdings machen die Gänsesäger (Entenvogel) den Falken die Höhlen streitig. Entlang der Hauptstrasse beobachten wir den Wasserfall, wo aber das Hochsteigen der Fische kein Problem ist. Beim Golfplatz angelangt empfiehlt Campana, die mächtigen Bäume an der Birs zu bewundern. «Jeder Baum ist ein riesiges Biotop mit vielen Kleinlebewesen», schwärmt er.

Steinrieselmatte

Endlich sind wir in der Steinrieselmatte angelangt. Ein lauschiger Ort, wo die Birs beidseitig mit Bäumen und Büschen bewachsen ist. Kleine Inselchen und Uferverbauungen machen den Fluss zu einem einzigartigen Biotop. Auen müssen immer wieder überschwemmt werden, damit seltene Pflanzen und Tiere dort ihre Lebensgrundlage finden. Eine Biberfamilie hat sich an diesem Ort ebenfalls niedergelassen. In der Dämmerung und in der Nacht fällen die Nager junge Weiden, um ihr Heim herzurichten und zu sichern. Als Vegetarier fressen sie Weidenrinde, Knospen, Blätter, Löwenzahn, Brennnesseln und andere Pflanzen. «Auengebiete sind nie abgeschlossen und wir versuchen durch natürliche Massnahmen, sie zu erweitern und zu schützen», sagt Campana. Nebenbei bemerkt er, dass er soeben den kurzen scharfen Pfiff eines Eisvogels gehört habe. Gerne hätten wir den farbenfrohen Vogel auch gesehen. Die vom WWF Solothurn und WWF Region Basel organisierte Wanderung wurde schliesslich mit einem gemütlichen Hock in der Fischerhütte Schälloch der Fipal abgeschlossen.

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