IG Pro Spital Laufen ruft zur Demonstration auf

Vertreter der IG Pro Spital Laufen haben letzten Freitag eine Petition mit knapp 2000 Unterschriften in Liestal eingereicht und rufen für diesen Samstag zu einer Demonstration auf dem Rathausplatz auf.

Übergabe: Die Petition für den Erhalt des Spitals Laufen wurde letzten Freitag in Liestal übergeben. Foto: zvg
Übergabe: Die Petition für den Erhalt des Spitals Laufen wurde letzten Freitag in Liestal übergeben. Foto: zvg

«Die Bevölkerung muss miteinbezogen werden», fordert Simon Felix, Mitinitiant der IG Pro Spital Laufen. Diese hat letzten Samstag eine Petition mit knapp 2000 Unterschriften in Liestal bei der Landeskanzlei eingereicht. «Die Forderung ist klar: Die im Corona-Ausnahmezustand vollzogene Verlegung der inneren Medizin muss dem Spital Laufen zurückgegeben werden.» Der Schliessungsentscheid des Spitalstandorts Laufen dürfe nicht auf Ebene der Gemeinderäte und des Landrats entschieden werden, führt Felix aus. «Vor allem sollte das Laufental dem Kanton Basel-Landschaft nicht Zugeständnisse machen, solange die entscheidenden Fragen zum geplanten Gesundheitszentrum offen sind.»

Demonstration im Stedtli

Die IG Pro Spital Laufen lädt die Bevöl­kerung deswegen diesen Samstag ein, auf dem Rathausplatz für die Interessen des  Laufentals einzustehen. «Beginn ist 15 Uhr», sagt Felix. Er ist davon überzeugt, dass sich das Engagement lohnt. Mit dem Laufentalvertrag, der festhält, dass der Betrieb des Spitals gewährleistet werden muss, seien die Chancen intakt für eine bessere Lösung, als die Katze im Sack zu kaufen – ohne den Preis zu kennen, den man letztlich dafür bezahlen wird. Aus der Vergangenheit wisse man, dass der Kanton nicht Wort halte und immer wieder Kosten (vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich) auf die Gemeinden abwälze. Liestal lege nicht offen, was mit dem Spital passieren soll, wenn beim Bahnhof auf dem Grundstück des Kantons ein Gesundheitszentrum entsteht. «Es ist eine Illusion, zu glauben, dass der Kanton aus dem Spital-Grundstück – Bauland im Wert von rund 20 Millionen Franken – kein Kapital schlagen wird», hält Felix fest. Gemäss Zeitplan sollte der Landrat bereits demnächst über die Schliessungsvorlage entscheiden. Gefragt nach den Kosten liess die Regierung Pro Spital Laufen wissen: «Das Weiterführen des KSBL Standorts Laufen im heutigen Umfang führt zu einem jährlichen Defizit von knapp sechs Millionen Franken. Die Strategie Fokus strebt dagegen ein zukunftsfähiges Konzept an, das auch eine Dämpfung des Kostenanstiegs anstrebt, zu Gunsten aller, die Krankenkassenprämien und Steuern zahlen.» Das Gesundheitszentrum müsse sich mittelfristig selbst tragen, «ansonsten muss der Bedarf in Frage gestellt werden», hielt der Regierungsrat in einem Schreiben fest. «Da läuten doch sämtliche Alarmglocken», kommentiert Felix. «Liestal gibt keine Garantien – weder für den Erhalt der medizinischen Einrichtung noch dafür, dass die Gemeinden nicht auf hohen Kosten sitzen bleiben werden.» Bezüglich Laufentalvertrag stellt sich die Regierung auf den Standpunkt, dass dieser zeitgemäss zu interpretieren sei: «Die Verhältnisse im Spitalbereich haben sich seit Vertragsabschluss 1983 grundlegend verändert», heisst es. Dass Strukturerhalt keine zukunftsträchtige Strategie sei, brachte Regierungsrat Thomas Weber mit einem Sprichwort zum Ausdruck: «Steig vom Pferd ab, wenn du merkst, dass es tot ist.»

Chance dank Umwälzungen Nachgefragt bei der Laufentaler Verhandlungsdelegation beteuert deren Sprecher Alexander Imhof: «Das regionale Gesundheitszentrum wird vom Kantonsspital Baselland mit Medbase auf eigene Rechnung betrieben. Für den Notfall gibt es gemeinwirtschaftliche Leistungen des Kantons. Für die Gemeinden entstehen keine Kosten.»

Seiner Meinung nach kann sich das Laufental dem Wandel im Gesund­heitsbe­reich nicht verschliessen: «Ein kleines stationäres Spital ist aufgrund der Umwälzungen im Spitalbereich (tech­nische Entwicklung, Spezialisierung, Mindestfallzahlen, Kosten) mittelfristig nicht haltbar.» Das Gesundheitszentrum bringe viele Vorteile: «Die Umwälzungen geben uns die Chance, etwas Neues ­aufzubauen, das zeitgemäss ist und der Bevölkerung tatsächlich einen Mehrwert bietet. Ein Mehrwert ergibt sich dort, wo praktisch jeder und jede immer wieder betroffen ist, nämlich im ambulanten Bereich mit Zugang zur Haus­arztmedizin rund um die Uhr, Zugang zu Topdiagnostik, Spezialisten, einfache Behandlungsketten und die Abstimmung zwischen Hausarzt, Spezialisten, Klinik und Spital; so könne auch ein attraktives Zentrum für Ärzte entstehen, um ­zukünftig die hausärztliche Grund­versorgung sicher- zustellen», so Alexander Imhof.

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