Die Zukunft ist kein Schicksal

Gegen 100 Personen verfolgten online die Podiumsdiskussion im Gymi in Laufen und gaben per Livestream Kommentare ab. «Die Region in 25 Jahren» war das Thema des Abends.

Podium mit Livestream: (v.r.) Moderator Thomas Boillat diskutiert mit Schülerin Anisa Alimi, Lehrerin Céline Humair, Geschäftsführer Florian Kottmann, Landrat Franz Meyer und Zukunftsforscher Andreas M. Walker über die Zukunft. Foto: Gaby Walthe
Podium mit Livestream: (v.r.) Moderator Thomas Boillat diskutiert mit Schülerin Anisa Alimi, Lehrerin Céline Humair, Geschäftsführer Florian Kottmann, Landrat Franz Meyer und Zukunftsforscher Andreas M. Walker über die Zukunft. Foto: Gaby Walther

Jährlich lädt der Gewerbeverein KMU Laufental zum Podium ein. In diesem Jahr mussten sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen, um den Anlass am letzten Donnerstag in der Aula des Gymnasiums in Laufen durchführen zu dürfen. Beschränkte Anzahl Gäste, Maskenpflicht, Abstand und ein Apéro, sitzend mit abgepackten Häppchen, war die Lösung. Die Daheimgebliebenen hatten die Möglichkeit, per Livestream die Diskussion zu verfolgen und sich mit Fragen und Meinungen per Chat einzubringen. Dies wurde rege genutzt. Zwischen 80 und 100 Personen waren online. Auf der Leinwand erschienen die Kommentare. Auch die 30 Gäste im Saal meldeten sich nicht per Mikrofon, sondern per eingetippten Fragen übers Handy zu Wort. So war etwas Multitasking gefragt, gerade auch für Moderator Thomas Boillat. Während er die Diskussion leitete, flocht er immer wieder die Kommentare und Fragen des Publikums ins Gespräch ein.

Blick in die Glaskugel

«Die Region in 25 Jahren» war das Thema des Abends. «Die Entscheidungen von heute bestimmen die Zukunft. Die Zukunft ist kein Schicksal», erklärte An­dreas M. Walker in seinem Input-Referat. Der Zukunftsforscher führte weiter aus: «Anstrengungen, Verlustängste, Emotionen und Instinkt hemmen uns. Es braucht deshalb bewusst Mut, Verantwortung und Hoffnung, um etwas zu verändern.» Im Bereich Bildung zeichne sich der Megatrend ab, dass Töchter besser gebildet seien als Söhne. Mehr Männer gründen Unternehmen, während mehr Frauen Juristinnen werden, welche die Gesetze machen. Es sei spannend, diese Entwicklung zu verfolgen.

Bei der Podiumsdiskussion wurde der Fokus auf die Zukunft in der Kommunikation, Bildung und Mobilität/Verkehr gelegt. Für Verunsicherung im Unterricht würden die vielen und schnell wechselnden Anforderungen führen, so Céline Humair, Lehrerin an der Sekundarschule und am Gymnasium. Sie ist überzeugt, dass der Computer den Präsenzunterricht nicht ersetze. Am wichtigsten fürs Lernen seien die Beziehungen untereinander. Auch Anisa Alimi, Schülerin an der Sekundarschule Zwingen, bevorzugt den direkten Kontakt. Sie findet den Einsatz von Tablets im Unterricht nicht so gut. Landrat Franz Meyer wünscht sich eine bessere Fehlerkultur. Junge Menschen sollen die Freude am Lernen nicht verlieren. Auch Fehler in der Politik seien nicht erlaubt, es folge sofort die mediale Steinigung. Dies führe zu einer Nullrisikogesellschaft. Betreffend Wirtschaft sieht Florian Kottmann, Geschäftsführer des BSP-Handwerker-Shops, Chancen für Kleinunternehmer. Diese können flexibel auf Kundenwünsche eingehen. Dabei sei die Kommunikation auf persönlicher Ebene ein wichtiger Erfolgsfaktor. Er ist überzeugt, dass gute Mitarbeiter etwas kosten dürfen. Zum Schluss durften die Podiumsgäste einen Wunsch für die Zukunft in 25 Jahren aussprechen: Eine gut vernetzte Region, ein funktionierendes Verkehrsnetz, eine Schule ohne zu viel Technik und Erhalt des Naherholungsraums wurden aufgezählt. Vor Jahrzehnten war es der Kalte Krieg, heute ist es die Angst vor Seuchen, die uns für die nächste Zeit nicht mehr loslassen wird, prognostizierte Walker.

Keine falschen Aussagen

Falsche oder richtige Aussagen zur Zukunft gebe es keine, ist Moderator Thomas Boillat überzeugt. Gerade die heutige Zeit mit dem Virus zeige, wie schnell sich die Zukunft ändern kann. Flexibilität sei gefragter denn je.

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