Eindrucksvolle Männerstimmen mit Gags und Humor

Zum zweiten Mal liessen «The Harmonists Basel» mit ihren rasanten, humorvollen oder auch klassisch-tiefgründigen Liedern die Begeisterung im proppenvollen Brislacher Pfarreisaal überschwappen.

The Harmonists mit Basler Humor: (v.l.) Tobias Wurmehl (Bass), Michelle und Lena Kissóczy (Klavier/Klavierassistenz), Raphael Ilg (Tenor 2), Timothy Löw (Tenor 1) und Matthias Zuppinger (Bariton). Foto: Roland Bürki
The Harmonists mit Basler Humor: (v.l.) Tobias Wurmehl (Bass), Michelle und Lena Kissóczy (Klavier/Klavierassistenz), Raphael Ilg (Tenor 2), Timothy Löw (Tenor 1) und Matthias Zuppinger (Bariton). Foto: Roland Bürki

Dieser feuchtgraue Sonntagabend bot sich als Alternative für Fernsehübersättigung geradezu an für einen erfrischenden Konzertbesuch, zumal «The Harmonists Basel», bei ihrem ersten Auftritt in Brislach vor zwei Jahren richtig für Furore gesorgt hatten. Vor allem, weil die geistreich-witzigen Lieder ihrer Vorbilder, die weltbekannten Berliner «Comedian Harmonists (1927-1935), noch immer genauso gut eingeschlagen hatten wie 80 oder 90 Jahre zuvor. Der Pfarreisaal war jedenfalls rand- bis übervoll, als die vier Sänger im dezenten Anzug sich aus dem Hintergrund mit dem gefühlvollen Dixie-Blues «Creole Love Song» in einer Art Instrumental-Crescendo nach vorne zum Klavier schoben. Sie sangen kein einziges Wort, sondern imitierten derart perfekt Trompete, Posaune, Gitarre und Bass, dass der Blues bereits etlichen Leuten im Saal in den Beinen juckte. Damit hatten die «Harmonizer» im Gegensatz zum «Womanizer» gleich das ganze Publikum im Sack und nicht nur die holde Weiblichkeit. Doch diese blieb beileibe nicht vergessen. Vierstimmig erhielten die Damen im Saal nochmals den Frühling mit den üblichen Frühlingsgefühlen geschenkt: «Veronika, der Lenz ist da, die Vögel singen tralala, die ganze Welt ist wie verhext, Veronika, der Spargel wächst!» Und Lokalmatador und Tenor Timothy «Timmy» Löw versicherte trotz Metzgete im nahen Restaurant Kreuz mit seinem Solo ernsthaft, dass draussen Frühling sei: «Alle Bienen summen leise, meine kleine Frühlingsweise.» Das Lied «Ich fahr’ mit meiner Klara in die Sahara» führte von linden Frühlingslüften in heisse Wüstenstürme und in bitterbösen Humor: «Und ich frag’ mich bloss, wie werde ich mein Weibi los?» Ob da letztlich ein Löwe oder ein Krokodil zum Ziel führte, blieb offensichtlich irgendwo im Sandsturm stecken. Die Leute im Saal fühlten sich da im Hühnerhaus der Basler Harmonists bedeutend wohler, die verrieten «Ich wollt, ich wär ein Huhn». Da gackerten, pfiffen und sangen sich die Vier durch das Eierlegen, um am Ende doch lieber ein «Güggel» zu sein: «Ich würd’ mit meinen Hühnern gehen, das wäre wunderschön.» Der aufbrandende Beifall liess das ganze Hühnerhaus, pardon, den Pfarreisaal erzittern. Einmal mehr stach auch der rasante «Kleine grüne Kaktus», während der «Ungarische Tanz» die vier tollen Stimmen und die souveräne Michelle Kissóczy am Klavier befeuerte: «Spiel, Zigeuner, was dein Herz dir singt. Spiel, Zigeuner, bis die Saite springt!» Nun, die Klaviersaiten hielten durch, zumal auch kühle (Männerchor-)Lieder wie «In einem kühlen Grunde» oder «Am Brunnen vor dem Tore» auf dem Programm standen. Im Lied «Mein Onkel Bumba aus Kalumba tanzt nur Rumba» kam einmal mehr auch die komödiantische, choreographische Seite der vier Gentlemen nicht zu kurz, was zu langem Beifall und entsprechenden Zugaben führte. «Es war toll, schön, super, sensationell» oder «wir kommen wieder» schüttelten ihnen am Ausgang begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer die Hände.

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