Vermiest den Sommer

Fertig grilliert! Wo sich die Tigermücke so richtig wohlfühlt, kann man Garten und Balkon knicken. Auch wenn sie noch nicht bis zu uns vorgedrungen ist: Vorbeugen schadet nicht.

Blutgefüllter Bauch: Eine weibliche Tigermücke schlägt zu. Foto: ZVG
Blutgefüllter Bauch: Eine weibliche Tigermücke schlägt zu. Foto: ZVG

Noch sind wir verschont. Die Rede ist von der Asiatischen Tigermücke, die in der Region erst Baslern und Birsfeldererinnen Blut abzapft. Doch Vorbeugen ist alles. Denn die Asiatische Tigermücke ist lästig. Sehr sogar. Und sie kann potenziell auch gefährliche Krankheiten verbreiten.

Hat sich die Asiatische Tigermücke erst einmal etabliert, so müssen sich die Schweizer neue Hobbys suchen. Wandern wird zur Qual und gemütlich grillieren oder im Garten sitzen geht nicht mehr. Fertig, aus! Die Tigermücken schlagen tagsüber zu. Die Tigermücken stechen gleich mehrmals zu. Die Tigermücken treten in Schwärmen auf. Die Tigermücken können bei empfindlichen Personen Einstichstellen hinterlassen, die sich zu handtellergrossen Kraterlandschaften oder Elefantenbeinen entwickeln.

Im Augenblick weniger Sorgen machen muss man sich um die Krankheitsübertragung. In der Schweiz ist noch kein Fall bekannt, teilt der Kanton Basel-Landschaft mit. In wärmeren Regionen übertragen die Asiatischen Tigermücken unter anderem Dengue- und Chikungunya-Viren. Doch dafür muss es bereits erkrankte Menschen haben, und es muss auch wärmer sein, damit sich die Viren in der Mücke vermehren, sagt Gabriel Stebler, Leiter Ressort Störfallvorsorge und Chemikalien, Amt für Umweltschutz und Energie Basel-Landschaft. «Die Tigermücken und unsere einheimischen Mücken können kein Corona übertragen», betont er zusätzlich.

Vorbeugende Bekämpfung

Bei der Bekämpfung gibt es zwei gute Nachrichten und eine schlechte. Die schlechte Nachricht: Ob man von einer Tigermücke (Aedes albopictus) umschwärmt wird oder nicht, ist für den Laien nicht so einfach feststellbar. Vor allem, wenn man sie schon flachgeschlagen hat. Es gibt noch andere Stechtiere, die schwarz-weiss gestreift sind: die Koreanische Buschmücke, die Japanische Buschmücke und die einheimische Ringelmücke. Gerne darf man am besten mehrere Fotos machen und der Meldestelle (siehe unten) einschicken. «Die Meldestelle ist um die Mithilfe der Bevölkerung froh», so Stebler. Sie bestimmt die Tiere und teilt das Resultat mit.

Immerhin gibt es auch zwei gute Nachrichten im Zusammenhang mit den Tigermücken. Man kann ihre Anzahl im Garten und auf dem Balkon relativ einfach reduzieren. Und im gleichen Aufwisch bekämpft man die Buschmücken und reduziert man die einheimischen Stechmücken. «Vermeiden Sie stehendes Wasser.» Untersetzer, Vogeltränken, Planschbecken und ähnliche Gefässe sollte man wöchentlich entleeren. Ungenutzte Giesskannen und Eimer sollte man umkehren oder im Trockenen lagern. Regentonnen kann man mit einem Fliegengitter zudecken. Biotope kann man weiterhin geniessen, denn da gibt es genug Fressfeinde.

Stebler hat noch zwei besondere Anliegen: Es geht lediglich darum, das Auftreten der Tigermücke zu reduzieren, nicht darum, alle Mücken auszurotten. Denn vor allem die einheimischen Stechmücken sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Und zum Schluss: «Räumen Sie bitte die Igeltränken und Vogelbäder nicht weg! Sie sind wichtig. Wöchentlich ausleeren genügt.»

Meldestelle www.muecken-schweiz.ch

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