Gesanglich «uf dr Höchi»

Zehn Chöre überraschten am 81. Gesangsfest des Sängerverbands Thierstein-Laufental-Dorneck ein von Anfang bis Ende begeistert applaudierendes Publikum mit populären Melodien, aber auch mit besinnlichen Liedern.

<em>Jesus is coming: </em>Der Chor Grellingen lässt diese Botschaft im Lied «Freedom is coming» aufs Publikum einwirken. Foto: Roland Bürki
<em>Jesus is coming: </em>Der Chor Grellingen lässt diese Botschaft im Lied «Freedom is coming» aufs Publikum einwirken. Foto: Roland Bürki

Die aufgeräumte, sangesfreudige Stimmung beim abendlichen Festakt in der Aula zeigte zwei Dinge auf. Zum einen die befreiende Wirkung des Singens, zum andern die vorbildlich-gastfreundliche Organisation des 81. Gesangsfestes durch das OK des Gemischten Chors Röschenz. Treffend dafür die Feststellung von Barbara Hahn, Präsidentin Chorverband beider Basel: «Ich habe den ganzen Tag keinen einzigen Menschen mit einem «Lätsch» angetroffen».

Und die beiden anwesenden Politiker, Gemeindepräsident Remo Oser und Landrat Linard Candreia, entfachten auf der Röschenzer «Höchi» gar Begeisterungsstürme, als sie statt politischer Allgemeinplätze ganz einfach einen «Rööschez-Rap» oder das Lied «vivat, crescat, floreat» zum Besten gaben. Da konnte sich Verbandspräsident Bruno Rentsch vor dem Festakt mit Fahnenmarsch und Fahnenwirbel, Neuaufnahmen und Ehrung der Veteranen nur über einen «prächtigen Tag für den Chorgesang» freuen.

Viel Beifall für innovative Chöre

Die Stimmung in der sehr gut besetzten, akustisch hervorragenden Kirche St. Anna war gleich da, als der durch Akkordeon und Bass verstärkte Männerchor Büsserach unter feuriger Leitung von Ilze Paegle mit «La Paloma» und etwas «Griechischem Wein» für erste aufkommende Gefühle sorgte. Klein, aber fein in den Männerstimmen sorgte der von Aura Elena Gutiérrez dirigierte Männerchor Witterswil für eine gefühlvoll gesungene Ode an «My Leimetaal».

Neue Wege beschritt der Männerchor Himmelried unter Fredy Zürcher mit «Weit, weit weg von Dir», einer sehnsuchtsvollen Mischung aus Pop und bayrisch ausgedrückter Sehnsucht nach der Geliebten, wie die unterhaltsam moderierende Charlotte Kübler ausführte.

Simon Art trieb den Männerchor Dittingen in drei Liedern zu Höchstleistungen an, wobei das einst von Howard Carpendale gesungene «Tür an Tür mit Alice» das Publikum in Gedanken gleich mitsingen liess.

Dass ein reiner Frauenchor auch berühren kann, zeigte der Gastchor «Vocabella» unter Leitung von Marta Mieze in «Tears in Haeven» und dem optimistisch-feurigen «Shoholoza». Der Gemischte Chor Nunningen unter Dirigent Timo Waldmeier liess im französischen Trinklied «Tourdion» auch die Freude über das Zusammenspiel der Frauen- und Männerstimmen spüren.

Unglaublich dann das Volumen des von Othmar Sturm dirigierten Männerchors Meltingen, der in Freddy Quinns «Heimweh» oder im romantisch-sehnsüchtigen Dialektlied «Rosmarie» mit seinen rund 30 Sängern mächtig beeindruckte.

Manuela Merckx und Myron Ackermann dirigierten den seine 100 Jahre feiernden gemischten Chor St. Ottilia Fehren, der in jugendlicher Frische und unter Trommelsound «Quantanamera» und «Only you» zum Besten gab.

Und schliesslich bekannte die Chorgemeinschaft Breitenbach/ Wahlen unter temperamentvoller Leitung von Zora Janská nach dem mitreissenden «La Paloma» ihren Wunsch nach einem «Wochenend und Sonnenschein», natürlich mit dem Schätzchen im Wald allein. Dass hier wie bei allen andern Vorträgen heftig und ausgiebig applaudiert wurde, war an diesem Nachmittag selbstverständlich.

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