Forstbetrieb auf Erfolgskurs

Der grösste Solothurner Forstbetrieb beeindruckt mit einem Jahreshiebsatz von 14300 Festmetern. Trotzdem: Der Wald bereitet generell Sorge.

Forstbetrieb Schwarzbubenland: Forstbetriebspräsident Germann Wiggli (links), mit dem Jahresbericht in der Hand, und Betriebsleiter Christoph Gubler blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Foto: Willi Wenger
Forstbetrieb Schwarzbubenland: Forstbetriebspräsident Germann Wiggli (links), mit dem Jahresbericht in der Hand, und Betriebsleiter Christoph Gubler blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Foto: Willi Wenger

Der Forstbetrieb Schwarzbubenland mit Sitz in Seewen hat in seinem zweiten Betriebsjahr gut gewirtschaftet. An der unlängst stattgefundenen Delegiertenversammlung in Fehren hat Präsident Germann Wiggli (fast) nur Positives berichten können. Er präsentierte gegenüber dem Vorjahr ein nochmals spürbar besseres Ergebnis. Der Jahresumsatz und das Betriebsergebnis lagen 2019 über den Erwartungen. Der Reingewinn betrug 55000 Franken, und mit den Abschreibungen konnten die Maschinen praktisch auf den sogenannten Erinnerungsfranken abgeschrieben werden.

Allerdings: Das Geld ist beim Forstbetrieb Schwarzbubenland nicht das allein Ausschlaggebende. Es ist vielmehr der Wald, welcher Präsident Wiggli sowie Betriebsleiter Christoph Gubler generell Sorgen bereitet. «Im vergangenen Betriebsjahr wurde die Arbeit des Forstbetriebs durch Ereignisse wie Sturmschäden, starke Trockenheit mit daraus folgendem Baumsterben, durch die hohen Temperaturen, sinkende Holzpreise und hohe Borkenkäferpopulation beeinflusst», blickt Wiggli zurück. Grosse Herausforderungen seien nach wie vor gegeben. Wiggli nennt hier das Coronavirus mit den daraus resultierenden gesamtwirtschaftlichen Folgen.

Der Forstbetriebspräsident, der seit 1993 «im Geschäft» tätig ist und das Unternehmen im Schwarzbubenland erfolgreich präsidiert, ist dennoch sehr optimistisch. «Unser am 10. Januar 2018 gegründeter Zweckverband mit elf Vertragsparteien ist eine echte Erfolgsgeschichte. Ich bin überzeugt, dass wir die Zukunft meistern werden. Wir müssen dabei allerdings noch mehr Kooperationen eingehen und uns auf unsere Stärken fokussieren.»

Betriebsleiter Gubler ergänzt, dass man heute alleine von der Holzproduktion nicht leben könne. Dies sei der Hauptgrund, warum er und seine Mannschaft sich (noch) breiter aufgestellt haben.  «Durch unsre Nähe zum Kunden konnten wir neben dem unter Druck geratenen Holzproduktionsbetrieb vor allem in den Bereichen Dienstleistungen und Biodiversitäts-/Biotoppflege unsere wertvollen Dienste ausbauen.» Kunden seien neben öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Seewen als starkem Partner viele Privatpersonen, welche die zuverlässige Arbeit der Forstfachleute aus Seewen schätzen. Zu den gängigen (Neben-)Arbeiten gehören etwa die Betreuung der Abwasserreinigungsanlage Seewen, Bachunterhalte im gesamten Vertragsgebiet oder der Wegunterhalt in mehreren Waldungen in den Bezirken Thierstein und Dorneck. Zunehmend    sei auch die Spezialholzerei in Privat­gärten.

Der kompetente Ansprechpartner Forstbetrieb Schwarzbubenland mit seinen vierzehn Mitarbeitern, darunter fünf Lehrlinge, der einst zum grössten Teil von den ehemaligen Forstbetriebsgemeinschaften Dorneckberg-Süd, Thierstein-Mitte und Thierstein-Süd gegründet wurde, wird weiterhin seine Aufgabe, die fachgerechte und effiziente Bewirtschaftung der Wälder der Verbandspartner, nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und des naturnahen Waldbaus sicherstellen. «Wir sind aber auch offen für weitere öffentliche Waldeigentümer, und ich kann mir auch vorstellen, dass wir uns an anderen Körperschaften beteiligen können, um die Erfüllung des Verbandszwecks zu unterstützen beziehungsweise um diesen sicherstellen zu können», blickt Wiggli in die Zukunft.

Seit Jahrzehnten nur in eine Richtung
Förster Christoph Gubler hält fest, dass der Preis «für unseren Rohstoff» seit Jahrzehnten nur in eine Richtung zeigt, in die nach unten. Bedingt sei dies durch den laufenden Zerfall der Verarbeitungsindustrie. So sind auch die Papierfabriken im Laufental längst verschwunden. Sägereien in der Region sind Mangelware. Gubler sagt auch, dass das Holz, das in den hiesigen Dörfern verbaut wird, zu einem grossen Teil nicht aus den lokalen oder regionalen Wäldern komme, sondern zu einem grossen Teil aus Deutschland, Österreich, Tschechien oder gar Sibirien. «Kann es sein, dass in unseren erschlossenen Wirtschaftswäldern Tausende von Kubikmetern wertvolles Nutzholz verfaulen und gleichzeitig unberührte Urwälder in der Taiga leer geräumt werden?», fragt sich der seit zwei Jahrzehnten vor Ort tätige Förster. Dass es auch anders geht, dokumentiert das Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt. Für dieses durften die Schwarzbuben ein Gebäude aus einheimischem Holz aus den IWB-Waldungen im Pelzmühletal im Gemeindebann Seewen erstellen. Dieser öffentliche Bau befindet sich an der Spiegelgasse in Basel.

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