«Den Landgasthof wertschätzen»

Der Wirteverein Gastro Schwarzbubenland führte seine Generalversammlung in Mariastein durch. Die Lage bei den Restaurants bleibt angespannt.

Präsident des Wirtevereins Gastro Schwarzbubenland: Roger Henz appelliert an die Einwohnerschaft, im Restaurant im Dorf einzukehren. Foto: Bea Asper
Präsident des Wirtevereins Gastro Schwarzbubenland: Roger Henz appelliert an die Einwohnerschaft, im Restaurant im Dorf einzukehren. Foto: Bea Asper

«Es ist zu befürchten, dass Gemeinden auch noch ihr letztes Restaurant verlieren werden», gibt Roger Henz, Präsident des Wirtevereins Gastro Schwarzbubenland zu bedenken. Im Wirteverband sei die Anzahl der aktiven Mitglieder abnehmend, stellte er an der Generalversammlung fest. Diese fand letzte Woche im Restaurant Lindenhof in Mariastein statt.

Im Dorneck-Thierstein sei man noch in der glücklichen Lage, engagierte Vorstandsmitglieder zu haben, die sich zudem auf Kantonsebene für die Anliegen der Wirte einsetzen. Henz, der den Landgasthof Frohsinn in Nunningen führt, hat im Gastroverband Solothurn das Vizepräsidium inne — und im Juni wurde der Wirt des Schlosshofes Dornach, Urs Schindler, zum Präsidenten des kantonalen Wirteverbandes ernannt.

Henz gibt aber zu bedenken, dass es immer schwieriger werde, neue Kräfte für die Vereinsarbeit zu finden. Das liege im Gastrobereich sicherlich auch daran, dass der Druck, der auf den Wirten liegt, sehr hoch sei. Henz appelliert diesbezüglich an die Einwohnerschaft: «Wer noch ein Restaurant im Dorf hat, sollte dies wertschätzen, indem er dort einkehrt.»

Nebst dem Wandel der Gesellschaft sei es nach Corona der Anstieg der Kosten, welcher zu Betriebsschliessungen führen könne, veranschaulicht Henz. In Zeiten, in denen die Lebensmittel und die Arbeitsprozesse teurer werden, habe es ein traditioneller Landgasthof schwer. «Hier legt man grossen Wert auf nachhaltig produzierte Lebensmittel und auf eine hochwertige Küche. Diese haben ihren Preis und die Teuerung bekommen nun alle zu spüren.» Natürlich würden in der Region auch immer wieder neue Verpflegungsmöglichkeiten in Form von Imbissständen entstehen. Diese würden aber nicht die soziale Komponente einer Begegnungsstätte, wie es die Dorfbeiz sei, ersetzen, führt Henz aus.

Kulinarikwanderung gut angelaufen

Im Schwarzbubenland würden die Restaurants zudem zur Standortattraktivität beitragen. Dazu wurde unter anderem die Kulinarik Wanderung Schwarzbubenland ins Leben gerufen. Diese sei sehr gut angelaufen und werde auch oft von auswärtigen Besuchern gebucht, resümiert Henz.

Es gibt empfohlene Wanderrouten im Gilgenberg, dem Leimental oder von Dornach in den Dorneckberg und die verschiedenen Restaurants sorgen mit Apéro, Vorspeise, Hauptgang und Dessert für ein kulinarisches Verwöhnprogramm. «Das Angebot kommt bei Familien, doch auch bei Firmen- oder Vereinsausflügen gut an», freut sich Henz, der mit seinem Betrieb ebenfalls mitmacht.

Vereinfachtes Recycling

An der Generalversammlung verwies der Vorstand auf die neue Zusammenarbeit mit Eco House Recycling aus Basel. Der Betrieb, der in der Arbeitswelt die Inte­gration fördert, bietet den Wirten vereinfachte Lösungen bei der Abfallentsorgung an. Die Gäste können den Abfall in einem Behälter entsorgen. Das Trennen des Abfalls sowie das Recycling übernehmen die Mitarbeitenden von Eco House Recycling. «Alle Wertstoffe können im selben Sack gesammelt werden und dabei muss man kein schlechtes Gewissen haben: Eco House Recycling sorgt dafür, dass alles fachgerecht entsorgt und mit höchster Effizienz wiederverwertet wird», lautet die Devise. Die Unternehmung, die 2016 in Basel gegründet wurde, bietet nicht nur Firmen, sondern auch Privathaushaltungen einen Abholservice an — wöchentlich oder monatlich.

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