Nach Verzögerungen: Erneuerung der Birsbrücken startet am Montag

Die SBB ersetzen die Birsbrücken in Münchenstein. Eine der historischen Stahlfachwerkbrücken soll erhalten bleiben.

Sind an ihr Lebensende gekommen: Die historischen Brücken entstanden vor über 100 Jahren. Foto: Archiv / Mirjam Sinniger

Die beiden Birsbrücken wenige hundert Meter nördlich des Bahnhofs Münchenstein sind in die Jahre gekommen. Die untere Brücke – in Fliessrichtung Birs ­gesehen – wurde 1892 erstellt, ein Jahr nach dem ihre Vorgängerin beim schwersten Eisenbahnunglück der Schweiz eingestürzt war. Die obere Brücke wurde im Jahr 1909 in Betrieb genommen. Die SBB wollen nun die beiden Birsbrücken durch zwei neue Stahl­fach­werk­brücken ersetzen und gleichzeitig die Gleise erneuern.

Ursprünglich hätten die Arbeiten bereits im September starten sollen. Doch wegen einer fehlenden Bewilligung musste das 28 Millionen teure Projekt unterbrochen werden. Geplant war damals, die Brücken mittels eines schweren Krans auszuheben. Die ersten Arbeiten hatten begonnen, bevor die Bewilligung des Kantons für das Bauvorhaben vorlag. Und diese erteilte der Kanton schliesslich nicht. Der Grund: Die Pfähle des Krans hätten den Grundwasserfluss «übermässig beeinträchtigt», hiess es damals.

Moderne Brücken mit Bezug zur Geschichte

Die SBB haben das Projekt nun überarbeitet und im März die Baubewilligung erhalten. Die Bauarbeiten starten am Montag. Während der Bauzeit bleibe immer eine Brücke für den Bahnbetrieb offen, heisst es in einer Mitteilung der SBB vom Dienstag. Zuerst wird die obere Brücke ersetzt, anschliessend die untere. «Die neue Brücke wird jeweils auf dem Installationsplatz vormontiert und beschichtet. Danach hebt ein rund 1000 Tonnen schwerer Raupenkran die alten Brücken aus und die neuen ein», schreiben die SBB. Die bestehenden Stahlfachwerkbrücken werden durch zwei neue, 52 Meter lange Stahlfachwerkbrücken ersetzt. Diese seien modern gestaltet, würden aber Bezug auf die historischen Brücken nehmen, so die SBB.

Kanton prüft Wiederverwendung

Mitte-Landrat Simon Oberbeck hatte die Baselbieter Regierung letztes Jahr aufgefordert, Möglichkeiten zur Weiterverwendung der historischen Brücken zu prüfen. Der Kanton kam nun zum Schluss, dass die obere Brücke nicht erhalten werden könne. Die Brücke muss bereits im Juni 2024 rückgebaut werden. «Eine sorgfältige Demontage wäre mit hohen terminlichen Risiken infolge der Umstellungen des Bauablaufs verbunden. Deshalb fehlte die Zeit für vertiefte Abklärungen, Umplanungen und Finanzierungszusagen», heisst es in der Mitteilung der Bau- und Umweltschutzdirektion. Wie es mit der zweiten Brücke weitergeht, klärt der Kanton derzeit ab. Die zweite Brücke könnte dereinst als Fuss- und ­Velobrücke verwendet werden.

Bauarbeiten haben Auswirkungen auf Fahrplan

Die Bahnlinie Basel–Delémont wird während der Arbeiten an den Wochenenden vom 1./2. Juni, 8./9. Juni und 22./23. Juni zwischen Basel und Münchenstein von Samstag, 1 Uhr nachts, bis Betriebsbeginn am Montag unterbrochen. Es verkehren Bahnersatzbusse. Ausserdem wird es im Bereich der Baustelle Wegsperren geben. Weitere Wochenendsperren sind im Februar 2025 geplant.

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Wie steht es um die Inklusion in der Gemeinde? Diese Frage wurde an den drei Tischen diskutiert.Foto: zvg / Gemeinde Münchenstein
Region30.09.2026

«Erzähle seit 10 Jahren das Gleiche»: Der lange Weg zur Inklusion

Als erste Gemeinde in der Schweiz hat Münchenstein ein kommunales Reglement zur Behindertengleichstellung. Nun soll ein runder Tisch zeigen, was die Gemeinde…
Chueweid: Hier könnte ein Kleinwasserkraftwerk entstehen. Foto: Tobias Gfeller
Region30.09.2026

Beitrag gegen die Winterstromlücke

Der Kanton Baselland sucht Betreiber für sechs neue Kleinwasserkraftwerke an der Birs und der Ergolz. Die trockenen Sommer hätten nur bedingt negativen Einfluss…
Volle Gartenbäder: Hohe Temperaturen und Special Events wie hier die Wasserolympiade zogen Tausende Menschen in die Badis der Region. Foto: Fabian Schwarzenbach
Region23.09.2026

Ein Badi-Jahr der Rekorde

Das kühle Nass war in diesem heissen Sommer besonders beliebt: Besucherrekorde, aber auch viel Chemie und Frischwasser prägten die Badi-Zahlen in diesem Jahr.