Zytverschiebig, Durchstich, Gilets jaunes

Bei fabelhaftem Wetter nahmen am Sonntagnachmittag 46 Fasnachtsformationen am Umzug teil. Die Route war gerappelt voll, die Stimmung hervorragend.

Fotos: Thomas Brunnschweiler

Fotos: Thomas Brunnschweiler

Sujet der Aescher Fasnacht war: «Mir stäche duure». Der Vollanschluss wurde mehrmals ausgespielt. So reimten die Wildi Blootere: Mir stäche dure, vo Aesch bis zu de Buure, 4 Joor sölls dure, mir sind scho jetz voll uf dr Schnuure. Auch die Fehler im Gemeindekalender wurden vom Spott nicht verschont. Chlusbach Waggis reimten: Will d Aescher Uure anderscht tigge, tuät zweimol Fasnacht dinne ligge. Und ein Schyssdräggziigli doppelte nach: Wenn ganz Aesch zweimol an d Fasnacht rennt, het eine uf der Gmeind aber richtig pennt.

Tatsächlich nutzen die Fasnächtler den falschen Termin vom 10. Februar für einen ausserordentlichen Umzug. Die Weihnachtsdatenpanne animierte die Aescher Pirate zu folgendem Vers: Und au d Wiehnacht hed e neus Datum übercho, drum lömmer unser Bäumli grad lo stoo. Auch das Restaurant Schlössli wurde ausgespielt. D Chatzebuggler reimten mundartlich nicht ganz sauber: Dr Wirt duet im Koch ans Schinbei seiche, dä verreist und dr Kanton seit, du machsch zue, due weiche.

FCB, Trump und Handy

Eine «wilde» Gruppe schob eine Torwand vor sich her, im Vortrab ein bärtiger Inder. Der Seitenhieb auf die Akquisition in Indien war klar: Dr Streller liebt Chinder, und dr Burgener Inder.

Mit ihrer «Sportsbar zum Adler» thematisierten die Räppli-Speuzer den Doppeladlerskandal auf dem Fussballrasen. Und der Wagen von s Gsindel war ein Adlerhorst in den albanischen Farben. Die Rahmligge machten sich über Trumps Mauerbau und gleichzeitig die Deutschen lustig: So ä Muure wurde mir au no gseh vo Basel bis zum Bodensee. D Ratze-Putzer trugen gelbe Gilets und reimten: Bi dä Franzose gots hi und här wiä im Wilde Weschtä, diä Gilets jaunes gäbe alles zum Beschtä!

Bei den Andärä war der Brexit das Sujet. Die Affäre um Pierre Maudet fand bei den Arrogante seinen Widerhall. Da hiess es «Spesebuff in Gänf» und vom Wagen regnete es Hunderternoten.

Die Fluhstroosgorbser protestierten gegen den Social-Media-Wahn: Hüt posted me jo jede Mischt, ob das wirklich wichtig isch? Und auf ihrem Zeedel hiess es: «Vo Grammatik ka blasse Dunscht, gscheiti Täggscht suechs ummesunnscht. Im Tram do töggelet fascht e jede, d Menschait isch glaub am Verbleede. «Ooni Handy bisch am Ändy», reimten d Sytestächer. Die Fasnacht schloss mit einem grossen Guggenkonzert auf der Mühle-Treppe.

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