Mit «Sternherz» gegen Weltschmerz

Die Weihnachtsoper «Sternherz» bescherte der reformierten Kirche ein volles Haus. Der Neue Chor Aesch, der Projekt-Kinderchor Aesch und der Kammerchor Art Allegra Basel sangen inbrünstig.

Grosser Andrang: Die Weihnachtsoper «Sternherz» sorgte am Sonntagabend für ein volles Haus. Foto: Caspar Reimer
Grosser Andrang: Die Weihnachtsoper «Sternherz» sorgte am Sonntagabend für ein volles Haus. Foto: Caspar Reimer

Es ist eine Reise von Traurigkeit und Trübsal zu Euphorie und Freude, auf welche die Weihnachtsoper «Sternherz» die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihrer knappen Stunde Spielzeit mitnimmt. Das 2013 uraufgeführte und am vergangenen Wochenende in der reformierten Kirche Aesch erneut gezeigte Werk des deutschen Komponisten und Dirigenten Johannes Schild beginnt mit traurigen Klängen, nicht selten in Moll: Der kleine Stern Asteraki ist bekümmert ob des vielen Leids auf der Erde – Kriege und Gefühlskälte bilden gewissermassen das Gesicht der Welt. Flüchtlinge, gespielt und gesungen vom Neuen Chor Aesch der hiesigen reformierten Kirche, bitten um Obdach und Brot, werden jedoch von dunklen Gestalten mit verschränkten Armen abgewiesen oder gar attackiert. Parallelen zur heutigen Zeit sind in den Liedtexten offensichtlich.

Die Stimmung zu Beginn des Stücks ist also alles andere als fröhlich oder gar weihnächtlich. Das ändert sich aber: Zornig über das Unrecht auf der Erde wollen die Sterne am Himmel nicht mehr leuchten, es wird dunkel und kalt. Hirtenkinder, Blumen, Tiere sowie der Stern Asteraki nehmen diesen Zustand aber nicht hin, begeben sich auf eine Reise, finden Gefährten und stimmen ein auf ein Zauberlied, welches wieder mehr Licht und Liebe auf die Erde bringen soll.

Eine Weihnachtsgeschichte

Bei «Sternherz» vermischen sich die Gegenwart und die Geschichte von Christi Geburt, denn unter den Flüchtlingen befinden sich auch Maria und Josef, und als alle drei Chöre zum Zauberlied ansetzen, das die Dinge der Welt wieder zum Guten richten soll, bildet sich am Gestirn das titelgebende Sternherz, welches als Symbol für den Stern von Bethlehem zu verstehen ist. Zudem erscheinen Engel und überbringen den Hirten auf dem Feld die Kunde von Christi Geburt. Alle machen sich auf den Weg, um das Licht bringende Kind zu suchen.

Trotz des traurig stimmenden Beginns der Geschichte bekommt das Publikum also das, was von einer Weihnachtsgeschichte erwartet wird – ein Ende mit viel Glanz, Freude, Hoffnung und entsprechend frohlockender Musik, bei der alle Sängerinnen und Sänger aus voller Brust einstimmen. Der Funke sprang bei der Aufführung am vergangenen Sonntag aufs Publikum über – zuvor war das Stück bereits am Samstag zu sehen: In der bis zum Bersten mit Menschen gefüllten Kirche gab es stehende, begeisterte Ovationen.

Kollekte für Friedensorganisation

Neben dem Neuen Chor Aesch waren bei «Sternherz» auch der Projekt-Kinderchor Aesch und der Kammerchor Art Allegra Basel zu hören. Dieser versteht sich ausserdem als eine Gruppe, die sich der Verbindung von Chorsingen und Musiktheater verschrieben hat und verschiedene Projekte in der Region lanciert und verfolgt.

Am Klavier begleitete Denis Olejak, die Gesamtleitung verantwortete Regula Bänziger. Johannes Schild selbst wirkte vor Ort als Dirigent mit. Der Eintritt war frei. Das über eine Kollekte gesammelte Geld geht an die Friedensorganisation Frieda. Diese setzt sich insbesondere gegen Gewalt an Frauen ein.

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