Pfeffingen erhält ein Piratenschiff
Bei der Neugestaltung des Pausenplatzes hat der Gemeinderat die Wünsche der Kinder mitberücksichtigt und hat der Gemeindeversammlung vorgeschlagen, für das Gesamtprojekt einen Kredit von 946 000 Franken zu genehmigen.
Ein spannend gestalteter Aussenraum habe seinen Preis, erklärte Martin Kaiser, Vizepräsident der Gemeinde Pfeffingen. Er leitete die Gemeindeversammlung vom Dienstag, weil Gemeindepräsident Ruben Perren krankheitsbedingt abwesend war. Knapp 100 Stimmberechtigte machten von ihrem Recht der Mitbestimmung Gebrauch. Es ging an diesem Abend um viel Geld.
«Als das Preisschild zum Vorschein kam, herrschte im Gemeinderatszimmer für einen kurzen Moment Sprachlosigkeit», räumte Kaiser ein. «In der Entwurfsvariante zur Neugestaltung des Aussenraumes lag der Betrag über dem Kredit, der nun beantragt wird.» Der Gemeinderat sei über die Bücher gegangen und stehe nun hinter der Vorlage, die für die Neugestaltung des Aufenthaltsbereiches beim Schulhaus einen Kredit von 946 000 Franken vorsehe. Wie er auf diesen Betrag kommt, zeigte der Gemeinderat in den Unterlagen transparent auf. Die Ausstattung mit den Spielgeräten, den Sitzgelegenheiten und mit Picknicktisch kostet 264 000 Franken. Die Erd- und Tiefbauarbeiten schlagen mit 260 000 Franken zu Buche, für die Gärtnerarbeiten sind 25 000 Franken und für die Schlosserarbeiten 75 000 Franken vorgesehen. Die Honorare, Gebühren und Nebenkosten kommen auf 107 500 Franken zu stehen. Es wurde eine Reserve von über 60 000 Franken eingeplant und die Mehrwertsteuer miteingerechnet.
Kinder sollen beim Bemalenund Bepflanzen helfen
Der für das Ressort zuständige Gemeinderat Peter Rechsteiner zeigte mit Hilfe von Bildern auf, worauf sich die Einwohnerschaft freuen dürfe. Aus dem heutigen trostlosen Asphaltplatz wird ein natürlich gestalteter farbenfroher Begegnungsort, der zum Spielen und zum Entdecken einlade. Dabei dürfe das Piratenschiff nicht fehlen, welches sich die Schülerschaft gewünscht hatte. Dieses Holzelement sowie die anderen Spielgeräte seien sorgfältig ausgewählt worden nach Kriterien, die das Balancieren und Klettern fördern. Des Weiteren werde grossen Wert auf die Sicherheit gelegt – vorgesehen ist ein Fallschutzbelag. Herzstück des Projektes sei die Barrierefreiheit bei der Überwindung der durch das Terrain vorgegebenen Niveau-unterschiede. Die Schülerinnen und Schüler waren im Rahmen der Projektierung durch das Kinderbüro Basel in die Planung miteinbezogen worden und sollen nach Abschluss der Hauptarbeiten in einer Projektwoche auch Hand anlegen, «etwa beim Bemalen und bei der Bepflanzung», erklärte Rechsteiner. Diskussionsbedarf gab es keinen. Die Versammlung wollte gleich zur Abstimmung schreiten und genehmigte den Kredit fast einstimmig.
Einigkeit auch beim Kunstoffbelag
Auch zum zweiten Investitionskredit – in der Höhe von 293 000 Franken – für den Einbau eines Kunststoffbelags auf dem bestehenden Hartplatz des Schulareals gab es nichts zu debattieren. Das Anliegen, dass der Sportplatz weiterhin bei Veranstaltungen als Parkplatz genutzt werden kann, sei berücksichtigt worden. «Die Wahl fällt auf jenen Kunststoff, der dem Befahren durch Fahrzeuge standhält», versicherte Rechsteiner. Kaiser erinnerte daran, dass der Gemeinderat mit dieser Vorlage einem alten Anliegen nachkomme.
Seit langem bestünde der Wunsch, das harte Grau durch etwas Stossdämpfendes zu ersetzen. Der Souverän genehmigte den Kredit mit grossem Mehr und stimmte des Weiteren dem Gemeinderat zu, dass Pfeffingen als strategische Landreserve die an das Alte Schulhaus angrenzende Parzelle Nummer 454 erwerben soll. Das Wohnhaus auf der 614 Quadratmeter grossen Grundstücksfläche sei für 1,3 Millionen Franken zu haben. Dies entspreche dem aktuellen Marktwert in Pfeffingen, erklärte Kaiser. Auch dieses Geschäft segnete die Versammlung ab.


