«Dr Feriemuffel»: Eine Dorfgemeinschaft belügt sich

Die Theatergruppe Aesch führt ihr neuestes Stück «Dr Feriemuffel» auf. Die Dorfkomödie überzeugt nicht nur mit Witz, sondern auch mit ausgeklügeltem Bühnenbild.

Dorfklatsch: Wo hat das Ehepaar Mecker bloss seine Ferien verbracht?Foto: zvg
Dorfklatsch: Wo hat das Ehepaar Mecker bloss seine Ferien verbracht?Foto: zvg

Wer kennt es nicht? Die nervige Nachbarschaft kommt aus den Ferien zurück und erzählt, wie aussergewöhnlich die Wochen waren. Sie erzählen in den höchsten Tönen, was sie alles gesehen und erlebt haben. So geht es auch den Protagonisten im Theaterstück «Dr Feriemuffel» der Theatergruppe Aesch, als das Ehepaar Mecker (Alex Gutzwiller und Karin Güntner) von einer Reise zurückkommt.

Die zu Hause Gebliebenen hören interessiert zu, ausser Zahnarzt Hans Strobel (Alex Häring). Er geniesst seine freie Zeit lieber daheim. Seine Gattin (Edith Hänggi) hingegen absolviert mehrere Preisausschreibungen in der Hoffnung, eine grosse Reise zu gewinnen, und sie gewinnt tatsächlich. Das halbe Dorf bekommt mit, als ein Päckchen mit Brief bei Frau Strobel eintrifft. Allerdings ist nur der dritte Preis für sie, und dabei handelt es sich um eine Kaffeefahrt ins Berner Oberland für ein Wochenende. Natürlich redet die Dorfgemeinschaft miteinander, und alle versuchen sich zu übertrumpfen. Neben Frau Mecker mischen da die Zahnarztgehilfin (Evelyne Spring), die Pöstlerin (Heidi Schultheiss), der Polizist (Manuel Hartmann) und der Pfarrer (Steffi Krieg) mit.

Eine angebliche Reise nach Ägypten

Schlussendlich haben alle das Gefühl, die Strobels würden für eine Woche nach Ägypten reisen. Oder ist es eben doch «nur» eine Kaffeefahrt, ein Karton Nudeln oder ein simples Heizkissen? Das Zahnarztehepaar möchte sich keine Blösse geben, lügt, dass sich die Balken biegen, und «verschwindet» so für eine Woche, allerdings nicht nach Ägypten. Daheim geschehen allerlei seltsame Vorkommnisse, und auch Nachrichten aus der Nilregion lassen die Nachbarschaft erschaudern. Aber da kommen Strobels wieder «zurück», und gleichzeitig ist da nochmals ein Paket mit einem Brief. Sind es dieses Mal Nudeln oder das Heizkissen? Die vergnügliche Komödie spielt die Theatergruppe spritzig und mit Sinn für Wortwitz. Auch wenn die Souffleuse mal eingreifen muss, die Mehrheit des Publikums bekommt das gar nicht mit. Das Ensemble harmoniert, auch wenn Polizist und Pfarrer die lautesten Fans im Publikum sitzen haben. Die Rollen geben allen Schauspielerinnen und -spielern die Möglichkeit, witzige Momente und Lacher auf ihrer Seite zu haben.

Die Kulisse ist imposant aufgebaut, die Häuser sind zweistöckig und sorgen für eine enge Nachbarschaft. Das witzigste Element ist der Hühnerstall von Markus Mecker in der Mitte der Bühne. Jedes Mal, wenn die Türe geöffnet wird, ertönt ein lautes Gegacker, und kurz darauf fliegen einige Hühnerfedern auf die Bühne: ein «Running Gag», der sich aber nicht totläuft. Für ein Laientheater haben Regie, Stückbearbeitung, Technik und Maske dem Treiben auf der Bühne einen weiteren Glanzpunkt gegeben. Dabei stimmen auch die Details, wie beispielsweise die aufwendige Dekoration auf den Tischen im Saal.

Das Stück wird in drei Akten vorgetragen, dazwischen gibt es genügend Pausen, um sich mit Essen zu versorgen und sich an der Tombola zu versuchen. Schliesslich muss sich die Theatergruppe auch finanzieren können. Ein kurzweiliger Abend mit einem einfachen, aber lustigen Stück.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 1. Mai, Samstag, 2. Mai, jeweils 19.30 Uhr im katholischen Pfarreiheim, In den Saalbünten 1, Aesch.

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