Die Veränderung als Konstante

Der Schnappschuss-Jäger Stanley Clinton aus Aesch ist fasziniert davon, die stete Veränderung der Natur einzufangen – von Sonnenaufgängen über Mondphasen bis zu Jahreszeiten.

Naturliebhaber: Stanley Clinton sucht und findet immer wieder neue Motive – auch an bereits bekannten Orten. Foto: Florin Bürgler

Naturliebhaber: Stanley Clinton sucht und findet immer wieder neue Motive – auch an bereits bekannten Orten. Foto: Florin Bürgler

Lieblingsort: Stanley Clinton spaziert mit seiner Frau am liebstendurch die Ermitage in Arlesheim. Fotos: Stanley Clinton

Lieblingsort: Stanley Clinton spaziert mit seiner Frau am liebstendurch die Ermitage in Arlesheim. Fotos: Stanley Clinton

Lieblingsmotive: Pflanzen und Landschaften gehören dazu.

Lieblingsmotive: Pflanzen und Landschaften gehören dazu.

Der Klang seines Namens lässt schon vermuten, dass Stanley Clinton wohl einen Bezug zu einem englischsprachigen Land hat – geboren wurde der heute 86-Jährige im Jahr 1940 in London, wo er seine Kindheit, seine Jugend und seine ersten Berufsjahre verbrachte. Nach einiger Zeit habe er gemerkt, dass ihm sein Bürojob in einer Verkaufsabteilung nur wenig persönliche Erfüllung brachte, und er entschied sich kurzum, einen grossen Schritt zu wagen: «Ich wollte einfach weg und etwas Neues erleben», erinnert sich Clinton an diese Zeit.

Daraufhin ergab sich im Rahmen eines Freiwilligenprogramms die Möglichkeit, ein Jahr lang in der Schweiz im sozialen Bereich zu arbeiten. Genauer gesagt zog es ihn nach Saint-Prex im Kanton Waadt direkt am Genfersee, wo er in einer Institution für Kinder und Erwachsene mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen mithalf. Anschliessend bot sich die Gelegenheit, bei der besagten Institution eine Ausbildung im Bereich der Heilpädagogik und Sozialtherapie zu beginnen – so blieb er am Genfersee, und dies gleich bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn.

Seit acht Jahren lebt Clinton mit seiner Ehefrau Barbara nun in Aesch, wohin es den in erster Linie englisch und französisch sprechenden Pensionär vor allem durch Zufall führte. Denn einige Familienmitglieder seiner Ehefrau wohnten bereits in der Region, was die Entscheidung einfacher machte. Den beiden sei das Birseck aber davor schon bekannt gewesen, denn durch die anthroposophische Ausrichtung der früheren Arbeitsstelle seien sie regelmässig für Konferenzen zum Goetheanum gekommen oder hätten auch für medizinische Belange die Klinik Arlesheim besucht. «Immer, wenn wir hier waren, spazierten wir durch die Ermitage und sagten uns, dass, wenn wir mal in der Region wohnen sollten, wir jeden Tag hierherkommen würden», sagt Clinton. Dieses Vorhaben konnten sie fast einhalten, auch wenn Clintons Parkinson-Erkrankung das Pensum auf immer noch beachtliche zwei- bis dreimal runtergestuft habe.

Von der Box- bis zur Spiegelreflexkamera

Der grossen Leidenschaft für die Fotografie habe das gemächlichere Spaziertempo aber keineswegs geschadet, im Gegenteil: «Etwas langsamer zu sein, hilft, überall etwas genauer hinzuschauen und neue Dinge zu entdecken», meint Clinton. Voraussetzungen für gute Fotos seien genügend Zeit und Geduld, jedoch genauso ein gutes Auge, das ihm beim Betrachten seiner Fotografien wahrlich nicht abzusprechen ist. Für ihn sei es aber auch eine grosse Portion Neugier, die bei der Suche nach geeigneten Motiven wichtig wird.

Dem Fotografieren sei er schon früh als Kind verfallen, und noch bestens erinnert sich Clinton an seine erste Boxkamera. Heute ist er meistens mit seiner Spiegelreflexkamera unterwegs, aber er zücke auch hin und wieder das Handy, wenn es mal schnell gehen muss. Zu seinen liebsten Motiven gehören Landschaften – vor allem, wenn besondere Formen darin zu erkennen sind, aber auch Tiere, Bäume und Pflanzen finden sich regelmässig in seiner Fotogalerie. Ein Muster ist über das breite Repertoire hinweg zu erkennen: «Ich versuche gerne, die Veränderung in der Natur einzufangen», meint Clinton. Das reiche von kleinen Entwicklungen wie dem Aufblühen einer Blume am Wegrand bis zum gefrorenen Weiher, bevor alles wieder zu grünen beginnt. Eine wichtige Komponente sei für ihn dabei die Komposition des Bildes, die einfach stimmig sein müsse.

Clinton hat neben der Naturfotografie ein weiteres Steckenpferd, nämlich Porträts: «Ich bin selbst ein eher zurückhaltender Typ und fühle mich hinter der Kamera deutlich wohler und freue mich, wenn ich mit meinen Fotos Leuten eine Freude machen kann.» Umso schöner, dass sich Clinton für die Wochenblatt-Sommerserie ausnahmsweise auch mal vor die Kamera stellt.

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