Zu Hunderten dem Blues gefrönt

Der Stedtli-Blues zum Sommerferienbeginn gehört zur Tradition, ist aber leider das letzte Überbleibsel von Open Airs in der Region Laufental/Thierstein. Beste Bands, das Wetter und über 500 Bluesfans sorgten am Samstag für Sommerfeeling pur.

Die Menge liebt es: Mit Entertainerin Annika. Fotos: Martin Staub

Die Menge liebt es: Mit Entertainerin Annika. Fotos: Martin Staub

Die Band Sweet Poison: Musikschülerin und Musikschüler dürfen eine Zugabe geben.

Die Band Sweet Poison: Musikschülerin und Musikschüler dürfen eine Zugabe geben.

Die Formationen der Musikschule Laufental-Thierstein sind «abonniert» am Stedtli-Blues. So eröffneten auch diverse Gruppen und Bands mit ihren Lehrpersonen pünktlich um 16 Uhr das diesjährige Festival — es ist bereits die 15. Ausgabe dieses nicht mehr wegzudenkenden Konzertabends in stets lauschiger Ambiance. Angehörige, aber auch schon reichlich Gäste, die sich bis zu den letzten Zugaben am frühen Morgen sehen liessen, schenkten den jugendlichen Musikerinnen und Musikern Gehör und geizten nicht mit reichlich Applaus. Sweet Poison, eine Band mit Unterstützung von Musiklehrer Tarzis Müller, wurde sogar zu einer Zugabe herausgefordert. «Diese Supertramp- und Stones-Hits waren doch einfach genial», fand eine begeisterte Zuhörerin.

Ab 19 Uhr waren die grossen Namen an der Reihe. Den Anfang machte eine Schweizer Band aus dem Tessin, die sich dem Blues verschrieben hat: der Italiener Marco Marchi & The Mojo Workers. Nebst dem begnadeten Bandleader, Sänger und Gitarristen Marco Marchi zeigte hier insbesondere der Posaunist, wo der Bartli den Blues holt. Mit Soli à discrétion überzeugte er seine Zuhörerinnen und Zuhörer noch bei Tageshelle. Das gelbe Flüssige in den Halbliterbechern glitzerte in dieser Vorabendstimmung übrigens schon besonders auffällig. «Aber das gehört bei einem solchen Anlass einfach dazu», war zu vernehmen, während man sich zu den gefälligen Rhythmen bereits sportlich betätigte — tanzend oder wenigstens bei sitzender Oberarmgymnastik.

Dieses Aufwärmen war auch zwingend nötig, sonst hätte es bei der nachfolgenden Band womöglich leicht zu einer Muskelzerrung kommen können. Mit Annika Chambers, am Vortag aus Miami eingereist, und Paul DesLauriers, aus Kanada zugestiegen, gab es kein Halten mehr. Die körperlich recht grosszügig bestückte Sängerin gab durchwegs stimmenmässig Vollgas und trieb auch ihren Gitarristen und Sänger Paul zu Höchstleistungen. Bei Annika Chambers & Paul DesLauriers blieb, wer nicht schon auf den tanzenden Beinen war, kaum jemand sitzen. Eine Open-Air-Stimmung wie im Bilderbuch.

Um 23 Uhr bekam schliesslich noch die vierte Formation, Honey Island Swamp Band aus den USA, die etwas undankbare Aufgabe, das Stimmungslevel bis zum Ende durchzuziehen, was für die Jungs aus New Orleans nicht ganz einfach schien. Zu verschieden waren die Musikstile. Fetzig, laut und bewegt agierten zuvor Annika und Paul, etwas ruhigere Blues-Töne schlugen die finalen Musiker der diesjährigen Stedtli-Blues-Ausgabe an. Keines Falls schlechter, einfach anders und vom OK um Martin Thommen wahrscheinlich die richtige Abfolge des Programms in Richtung Nachtruhe. Das betont abwechslungsreiche Programm am 15. Stedtli-Blues zeigte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, wie vielfältig dieser Musikstil in der modernen Unterhaltungsmusik ist.

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