Wald erleben – Wald im Wandel

Heute in einer Woche beginnen die Waldtage in Brislach. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Förster und OK-Präsident Gerhard Walser und Förster Markus Schmidlin liessen hinter die Kulissen blicken.

Baumbeziehung: Gerhard Walser (l.) vor «seiner» 38-jährigen Eibe im Brislacher Wald beim Waldtagerundgang mit Hund DJ und Kollege Markus Schmidlin. Foto: Carlo Lang
Baumbeziehung: Gerhard Walser (l.) vor «seiner» 38-jährigen Eibe im Brislacher Wald beim Waldtagerundgang mit Hund DJ und Kollege Markus Schmidlin. Foto: Carlo Lang

Auf dem Spaziergang quer durch den Brislacher Wald fast bis zum Kaltbrunnental werden an über dreissig Stationen die verschiedensten Themen rund um den Wald vorgestellt. Für alle Besucherinnen und Besucher, ob jung oder alt, werden umfassende Bereiche wie Waldberufe, Naturschutz und der Klima­wandel, der Boden mit seinen Tieren, Stickstoff, Holz, die Baumschule oder die Waldbrandbekämpfung erklärt. Aber auch die Jagd ist ein Thema und Holzskulpturen werden auf dem 4,6 km langen Rundparcours und auf dem Fest­gelände als Sehenswürdigkeiten ­platziert. Die Holzfiguren werden sogar vor Ort gesägt und können ersteigert werden. Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es Spielplätze, eine eingerüstete Eiche zum Erklimmen oder einen kleinen Seilpark — und für alle natürlich Verpflegungsmöglichkeiten. Der Eintritt zum Parcours ist kostenlos (unterwegs sind Spendenkässeli aufgestellt), und ein Shuttle­bus fährt vom Bahnhof Zwingen aus zum Festgelände. Wer mit dem Auto hinfahren möchte, zahlt fünf Franken Parkgebühr. Von Brislach aus erreicht man das östlich gelegene Festgelände beim «Schällhüsli» zu Fuss ab Anfang Hohle Gasse in rund zwanzig Minuten.

Auf dem ersten Streckenabschnitt ­entlang des in einem Graben gelegenen Schällbächlis wird auf der rechten Seite, rund ums Bächli, der Wald so belassen, wie er ist. Auf der linken Seite wird der Wald sanft bewirtschaftet. Dort findet sich auch eine für Mensch und Pferd ­giftige Eibe, die nicht viel Licht braucht und die nur langsam wächst. Markus Schmidlin lässt diese Eibe stehen, weil sie eine Geschichte hat: Als Gerhard Walser in diesem Wald seine Lehrzeit zum Forstwart absolvierte, wurde einmal ein Stapel junger Fichten zum Pflanzen ­geliefert. Eine dieser Pflanzen war jedoch eine Eibe, die Walser nicht benennen konnte. Er musste die Eibe selber pflanzen, damit er ihren Namen nie ­vergisst.

Weiter im Parcours sieht man noch wenige riesige Fichten stehen. Diese ­wurden vor rund 150 Jahren vom Kanton Bern mit der Absicht gepflanzt, das Holz dereinst für den Bau von Häusern zu verwenden. Heute ist auf den ersten Blick nicht immer nachvollziehbar, weshalb sich der Wald an vielen Stellen verjüngt und welchen Einfluss warmes Klima auf die verschiedenen Bäume hat. Tatsache ist, man forstet heute mit unterschiedlichen Pflanzen auf. Verschiedene Baumarten liefern unterschiedliche Resultate in Bezug auf Trockenheit, Wind, Wasser, Verwendungszweck und Bodenbeschaffenheit. Die Frage, ob die vielen Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Tiere im Wald stören, verneinen Walser und Schmidlin. Allerdings sei Nachtruhe und das Nicht-Verlassen der Wege für Tiere sehr wichtig und müsse eingehalten ­werden, erklären die beiden Förster.

Waldtage immer anderswo

In diesem Jahr finden die Waldtage im Wald der Burgerkorporation Brislach statt. Sowohl die Burgerkorporation als auch die Gemeinde Brislach unterstützen die Durchführung der Waldtage.

Der Verband Forstpersonal beider Basel — er stellt das OK und trägt auch das finanzielle Risiko — führt die Waldtage mit seinen Partnern, dem Amt für Wald beider Basel und Wald beider Basel durch. Walser: «Vom Kanton Solothurn und seinen Forstmitarbeitenden werden wir punktuell unterstützt, so wie wir umgekehrt in einem Jahr mithelfen werden, wenn die Waldtage Solothurn in Selzach stattfinden werden (2.–8. Sept. 2024). Die Waldtage 2023 in Brislach stellen den Wald, seine Funktionen und seine Bewirtschaftung in all seiner Vielfalt vor. Wir freuen uns auf zahlreiche inte­ressierte Besucherinnen und Besucher, die im und mit dem Wald viel erleben können.»

www.waldtage.ch

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Patrick Staub: «Die Weiden sind abgegrast, die Tiere müssen bereits aus dem Wintervorrat gefüttert werden.» Fotos: Bea Asper
Laufental15.07.2026

Zitterpartie in der Landwirtschaft

Der Mais prägt das Bild im Laufental und ist in der Landwirtschaft wichtiger Energielieferant. Sollte der Mais die Trockenheit nicht überleben, könnte dies…
In den Fussstapfen des Urgrossvaters: Iris Amacher setzt als Vergolderin eine Familientradition fort. Fotos: ROMANA VON TANA
Laufental15.07.2026

Der goldene Rahmen von Laufen

Mit der wachsenden Bekanntheit der Detektei häufen sich sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Eine davon führt Jonas Lenz in ein Laufner Rahmenatelier.…
Kümmert sich um den Planetenweg: Bruno Stähli beim Planeten Erde mit Mond. Fotos: Martin Staub
Laufental15.07.2026

Beliebter Planetenweg wird aufgefrischt

Der Planetenweg in Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies beweisen die zahlreichen rund 200-seitigen Gästebücher, welche alle voll sind von Lob und…