Traditionsgeschäft schliesst

Nach über einem halben Jahr-hundert schliesst die Uhren- Bijouterie Asprion. Vor 30 Jahren hat Daniela Asprion das Geschäft im Stedtli von ihrem Vater übernommen. Nun wagt sie einen Neuanfang.

Daniela Asprion: Die Geschäftsführerin verlässt das Geschäft mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Kundschaft und Beratungsgespräche wird sie vermissen. Foto: Gaby Walther

Eine edle Uhr, passende Eheringe, ein schönes Schmuckstück zum Geburtstag — es gibt viele Gründe, um eine Bijouterie zu betreten. Doch das Business für Schmuckgeschäfte ist hart geworden. «Schmuck kann heute überall gekauft werden: in den grossen Warenhäusern, online und sogar die Post bietet Modeschmuck an. Es gibt Hochzeitsmessen mit grosser Auswahl an Eheringen. Das Angebot an Wand-, Küchen- und Buffetuhren mussten wir reduzieren und auch Goldkreuze zur Kommunion und Babybesteck sind nicht mehr so gefragt», stellt Daniela Asprion fest. Die grossen Uhrenmarken würden von kleinen Geschäften eine hohe Marge verlangen und festlegen, wie hoch die verkaufte Stückzahl pro Jahr sein soll. «Über 40 Jahre vertrieben wir die Marke Radon. Seit 10 Jahren werden wir nicht mehr beliefert. Mein Geschäft ist zu klein.»

Vor 51 Jahren hatte Heiner Asprion die Uhren-Bijouterie im Stedtli in Laufen eröffnet. Die Tochter absolvierte die Lehre als Detailhandelsfachfrau bei ihm und nahm danach eine Stelle in Basel an. Als der Vater im Jahr 1995 mit nur 53 Jahren an einem Herzinfarkt starb, übernahm sie das Geschäft und blieb die nächsten 30 Jahre. «Der Kundenkontakt bereitet mir grosse Freude. Am schönsten ist es, wenn jemand zufrieden und mit glänzenden Augen den Laden verlässt», erzählt Daniela Asprion. Sie hat Stammkundinnen, die seit vielen Jahren dem Laden treu sind und das persönliche Beratungsgespräch sehr schätzen.

Wirtschaftliche Gründe

Begleitet wird Daniela Asprion seit 28 Jahren von Ursula Bessire. «Sie hat mich als Mitarbeiterin mit vollem Eifer unterstützt, alle Höhen und Tiefen mitgetragen und sich stets mit vollem Engagement für das Geschäft eingesetzt. Seit drei Jahren ist sie pensioniert und springt nur noch sporadisch ein. Seither führe ich den Laden allein. Das ist nicht immer einfach, manchmal auch langweilig. Es fehlt mir der Austausch», erklärt die Geschäftsführerin. Schweren Herzens hat sie sich nun aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, den Laden auf den 21. Juni zu schliessen.

Auf neuen Wegen

Einen Plan B hat die 59-Jährige, die in Zwingen aufgewachsen ist und seit vielen Jahren in Reinach wohnt, noch nicht. In Pension gehen ist für sie aber keine Option. «Ich gebe mir etwas Zeit, um mich neu zu orientieren. Zuerst muss man eine Türe zumachen, bevor wieder eine neue aufgeht», ist sie überzeugt. Daniela Asprion kann sich vorstellen, in einem Büro zu arbeiten. «Die Büroarbeit gefiel mir immer. Planen und Organisieren liegen mir.» Im Moment macht sie ­nebenbei eine Ausbildung für psychologische Beratung und könnte sich vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Ihr Lebenspartner wohnt in Cham. Es wäre auch eine Möglichkeit, dorthin zu ziehen. «Auf meinen Spaziergängen liebe ich es, neue Wege zu erkunden, und so bin ich offen für eine neue Herausforderung. Ich bin gespannt, was das Leben noch bringt.»

Chalon übernimmt

Für ihren Laden, den sie im Mietverhältnis geführt hatte, hat Asprion eine gute Lösung gefunden. Chalon Augenoptik/Bijouterie übernimmt den Laden samt Mobiliar. «Da wir das Optikergeschäft ausbauen möchten, zügeln wir die Bijouterie von der Hauptstrasse 21 in diese Räumlichkeiten. Das ist eine Win-win-­Situation. Mit dem bruchsicheren Schaufenster und der Alarmanlage macht es Sinn, dort weiterhin ein Bijouterie­geschäft zu führen. Wir übernehmen gewisse Marken und bieten den ehemaligen Kunden weiterhin Service, Reparatur- und Garantieleistungen für ihren Schmuck und die Uhren an», erklärt Geschäftsführer Nafi Emri. Er hat noch weitere Pläne, verrät diese aber erst mit der Eröffnung im August.

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