Tiefe – Harmonie und Farbsinfonien

Bereits zum dritten Mal zeigt Brigitte Henke ihre teils prunkvollen, teils ganz schlichten Malereien in der Galerie Alts Schlachthuus. Gleichsam verstärkt wurden anlässlich der Vernissage die farbenfrohen Werke mit passender Musik.

Brigitte Henke: Die Künstlerin und das Werk «All the things you are». 	Foto: Martin Staub
Brigitte Henke: Die Künstlerin und das Werk «All the things you are». Foto: Martin Staub

Laufen

Die Vernissage vom vergangenen Freitag war geprägt von über 60 Besucherinnen und Besuchern sowie der musikalischen Begleitung des Zweifrauen-Orchesters The Black Cats Orchestra (Sarah Zuber und Carmen Fenk).

Brigitte Henke malt abstrakt. Das stimmt auf den ersten Blick. Aber die Bilder ziehen den Betrachtenden hinein, verlangen unweigerlich einen zweiten Blick. Man sucht Konkretes und entdeckt plötzlich Figuren, Landschaften oder Formen aus der Natur. «Am Anfang, wenn ein neues Bild entsteht, hat Brigitte keine konkrete Vorstellung – es ist ein Gefühl, eine Stimmung, ein Farbklang, der sie trägt», beschrieb Sabine Halbeisen in ihrer Ansprache die Vorgehensweise der Künstlerin. Trotzdem, die Bilder tragen eine unverkennbare Handschrift. Brigitte Henkes Vorgehensweise führt zu einem Ziel. Manchmal innert Stunden, manchmal über Tage und Wochen. Die Künstlerin wird geleitet von Pinsel und Farbe. «Intuitiv weiss ich, wann ein Bild vollendet ist», erklärt sie. Im Prozess des Malens scheint Brigitte Henke mitunter in einen Farbrausch zu kommen, wie beispielsweise in den beiden Grossformaten (150x100 cm) «Danse des Sauvages I und II». Andere Werke präsentieren sich betont schlicht. So das bloss 13x18 cm kleine Werk, das der Ausstellung den Namen gibt: «Weit wie das Meer». Hier auf diesem Kleinstformat entsteht Tiefe. Brigitte Henke versteht es, ihren Bildern nicht nur das Wechselspiel von Licht und Schatten, sondern auch Tiefe zu verleihen. Der Technik eines Fotografen ähnlich, der mit Schärfe und Unschärfe spielt.

Brigitte Henke malt in Öl und Acryl auf Leinwand. In zahlreichen Werken kommt auch Ölkreide zum Einsatz, was zu leuchtenden Effekten führt und zur typischen Handschrift der 54-jährigen Künstlerin beiträgt. Oft erst im Laufe des Entstehungsprozesses kristallisiert sich der Titel eines Bildes heraus. Jedem der 32 Exponate hat die Künstlerin einen solchen gegeben. Ganz unterschiedlich in Sprache und Bedeutung: «Blaue Stunde», «Le onde», «Elysion» oder «Burst into life».

Zahlreiche Ausstellungen, bedeutsame Kunstprojekte und Auszeichnungen prägen das Kunstschaffen der in Röschenz wohnhaften Künstlerin.

Brigitte Henke: Galerie Alts Schlachthuus, Laufen; Öffnungszeiten: Freitag, 17–21 Uhr, Sonntag, 11–16 Uhr. Finissage: Sonntag, 21. Juni, 11–16 Uhr.

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