Radio live im Gemeindesaal
Die Brass Band Konkordia Zwingen präsentierte am Freitag und Samstag ihr Unterhaltungsprogramm als Radio-Live-Event. Die Abende voller Lieblings-Hits begeisterten das Publikum. Fazit: Wellenlänge getroffen!

Zwingen
Der Abend startete mit «Radio Ga Ga» von Queen, dem bekannten Popsong, dessen gleichmässiger Puls durch das Schlagzeug garantiert wurde. Die BBKZ gestaltete den Wechsel von Verhaltenheit und strahlender Fülle mit sattem und präzisem Klang. Auf der linken Seite der Bühne moderierten Michelle und Céline charmant und in fast sommerlichem Outfit das nachgestellte Radioprogramm und zählten zunächst die Jubiläen und runden Geburtstage von 2026 auf. Danach kamen die BBKidZ nach vorne, um zwei Stücke zu spielen, und ernteten damit grossen Beifall. Sie wünschten sich vom Ensemble «Chlini Händ» von Kunz, ein gefühlvolles, gesangliches Stück, bei dem auch Marimbaklänge und Mitklatschen angesagt waren. Die Moderatorinnen erklärten, worauf es im Programm ankomme; es gehe um zeitlose Songs. Zu ihnen gehörte auch der überzeugend vorgetragene «Rock Mix» von Bon Jovi im Arrangement von Wolfgang Wössner. «Runaway», «It’s My Life», «Livin’ on a Prayer» und «You Give Love a Bad Name» waren herauszuhören. Hier mussten die Gitarrenriffs in klar konturierte Blechmotive umgewandelt werden. Das lässige, mit Synkopen garnierte «Car Wash» von Norman Whitfield wusste mit seinem konstanten Groove und der rhythmischen Knackigkeit zu gefallen. Das Stück gehörte auch zum Soundtrack der amerikanischen Musik-Komödie «Car Wash» von 1976. Vor der Pause ertönte noch ein raffiniertes Stück von Simon Bühler. Er kombinierte für Brassband das durch Donna Summer bekannte Stück «Hot Stuff» mit Mani Matters «Eskimo». Die «Fusion» zweier Genres mit humorvollen Posauneneinwürfen darf als geglückt gelten. Dirigent Thomas Scherrer leitete die Brassband stets souverän und mit körperlichem Einsatz.
Saalspiel, Wetterprognosen und Zugaben
Der zweite Teil wurde mit «Valero» von James Swearingen eröffnet, einem lateinamerikanisch gefärbten Stück mit Jazz- und Showcharakter und viel Big-Band-Flair. Rhythmische Genauigkeit und elegante Phrasierungen gaben diesem Stück seinen Schwung. Danach riefen die Moderatorinnen zum ABC-Saalspiel auf, bei dem man Wörter zu einem Buchstaben aufzählen musste. Es folgte «Kalema!» von Alan Fernie, ein schmissiges Solostück für Eufonium und Brassband; hier brillierte Simon Borer am Solo-Eufonium. Eine Zuhörerin des fiktiven Studios wünschte sich «The Story» von Phil Hanseroth, eine starke Rockballade mit einem gut aufgebauten Spannungsbogen. Aus mehreren Filmen bekannt ist «The Second Waltz» aus der Suite für Varieté-Orchester von Dmitri Schostakowitsch, der stimmig interpretiert wurde. Der Bläser-Veteran Karli wünschte sich den «Zwingner Burger Marsch» von Stefan Roth, in dem es schöne Passagen im Eufonium-Register gibt. Es folgten die humoristischen Wetterprognosen und «Up in the Sky» von 77 Bombay Street mit seinem federnden Rhythmus. Nach den witzigen Verkehrsmeldungen aus Zwingen gipfelte das Programm in «Highway to Hell», bei dem die BBKZ nochmals alles geben konnte. Nach langem Applaus folgten zwei Zugaben. An der Bar konnte man noch einen Schlummertrunk zu sich nehmen.


