Präsidium neu besetzen

Volker Papenburg legte sein Amt als Gemeindepräsident von Liesberg Ende April nieder und ist nun der neue Verwaltungsleiter. Bis zur Ersatzwahl für den vakanten Sitz in der Exekutive liegt das Präsidium ad interim bei Rolf Nussbaumer. Er führte am Montagabend durch die Gemeindever-sammlung.

Rochade in der Gemeinde Liesberg: Der ehemalige Gemeindepräsident Volker Papenburg (l.) leitet neu die Verwaltung und ersetzt damit Julia Bircher. Rolf Nussbaumer (r.) präsidiert ad interim den Liesberger Gemeinderat.  Foto:  Bea Asper
Rochade in der Gemeinde Liesberg: Der ehemalige Gemeindepräsident Volker Papenburg (l.) leitet neu die Verwaltung und ersetzt damit Julia Bircher. Rolf Nussbaumer (r.) präsidiert ad interim den Liesberger Gemeinderat. Foto: Bea Asper

Liesberg

«Beispiele aus der eigenen Gemeinde, doch auch aus Nachbargemeinden zeigen, dass die Neubesetzung von Verwaltungsstellen zu einem schwierigen Unterfangen werden kann», gibt Volker Papenburg im Gespräch mit dieser Zeitung zu verstehen. Dieses Bewusstsein sei mitausschlaggebend gewesen für den Entscheid, seinen Job in der Führungsetage im Verkaufswesen nahe der Stadt Basel aufzugeben und sich selber für die Stelle des Verwaltungsleiters von Liesberg zu bewerben. Liesberg ist seine Wahlheimat und er engagiert sich schon seit vielen Jahren im Nebenamt sowie in den Vereinen für die Gemeinde. Die Kündigung der bisherigen Gemeindeverwalterin Julia Bircher sei überraschend gekommen und sei der Auslöser für seine berufliche Veränderung gewesen, führt Papenburg aus. Bircher wechselt in die Verwaltungsleitung der Wachstumsgemeinde Zwingen. «Ich werde die Zeit in Liesberg in schöner Erinnerung behalten und nehme viele positive Erfahrungen mit», sagte sie am Montag bei der persönlichen Verabschiedung an der Gemeindeversammlung.

«Der Liesberger Gemeinderat — Volker Papenburg war im Ausstand — konnte bei der Neubesetzung der Verwaltungsstelle insgesamt aus acht Bewerbungen auswählen. Drei Kandidierende waren in der engeren Auswahl», ist von Rolf Nussbaumer, Gemeindepräsident ad interim, zu erfahren. Er führte durch die Gemeindeversammlung, die sich aus 36 Stimmberechtigten zusammensetzte. Nebst der Genehmigung der Jahresrechnung 2025 ging es an der Versammlung um eine kleine Änderung im Personalreglement. Die Frist für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses soll für den Gemeinde- und für den Finanzverwalter ab dem zweiten Anstellungsjahr von drei auf sechs Monate verlängert werden, beantragte der Gemeinderat. Drei Monate seien einfach zu knapp bemessen für die Neubesetzung von Schlüsselstellen, argumentierte Nussbaumer. Der Souverän folgte diesem Vorschlag.

Die Jahresrechnung 2025 wurde diskussionslos genehmigt. Sie schliesst besser ab als budgetiert, und die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission zeigte sich mit der Arbeit des Gemeinderates und der Verwaltung zufrieden. Die Gemeinde geht mit den Steuergeldern haushälterisch um. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von über 190000 Franken, die Rechnung schliesst mit einem Defizit von 61000 Franken ab. In einigen Bereichen, auf welche die Gemeinde kaum Einfluss nehmen könne, sei die Entwicklung besorgniserregend, gab der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Joel Jeanloz zu bedenken. «Die Kosten für die Unterstützung gemäss Sozialhilfegesetz von über 767000 Franken und die Betriebskosten für die Sozialberatung Laufental von 120207 Franken haben ein sehr hohes Niveau erreicht. Auf diese Kosten hat die Gemeinde keinen Einfluss und die Tendenz ist weiter steigend». Immer höher werden auch die Beiträge an die Pflege zu Hause. Die demografische Entwicklung zeige, dass im Bereich des betreuten Wohnens in den nächsten zwanzig Jahren eine grosse Herausforderung auf das Laufental zukommen werde, erklärte die Ressortverantwortliche Lea Weidner. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei die Bereinigung der Vertragswerke. Dieses Geschäft wurde von der Gemeindeversammlung ebenfalls diskussionslos genehmigt, wie auch die Sondervorlage zur Sanierung der Mehrzweckhalle. In einer ersten Etappe geht es um die Instandstellung der Heizung und um die Vergrösserung der Ausgänge, damit die Benutzerzahl von aktuell 220 Personen wieder auf über 350 Personen erhöht werden könne, hiess es.

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