Kostümwechsel: Jetzt mischen die «Stinggbire» an der Fasnacht mit

Als «Stinggbire» sind Raphael Schmidlin und Jörg Jermann dieses Jahr erstmals als klassische Schnitzelbänkler an der Laufner Fasnacht unterwegs. Mit Larve, Helgen und neuen Versen blicken sie gewohnt bissig auf das vergangene Jahr zurück.

Der Name ist Programm: Die «Stinggbire» mischen an der Fasnacht als griesgrämiges Obst mit. Foto: zvg
Der Name ist Programm: Die «Stinggbire» mischen an der Fasnacht als griesgrämiges Obst mit. Foto: zvg

Larven, Helgen, neuer Name: An der diesjährigen Fasnacht treten Raphael Schmidlin und Jörg Jermann erstmals als «Stinggbire» in Erscheinung. Für die beiden bedeutet das nicht weniger als einen Neuanfang, es ist der erste Auftritt als klassischer Schnitzelbank mit Larve und Helgen. Ziel sei es gewesen, bewusst ein neues Format zu wählen und sich deutlich an der traditionellen Form des Schnitzelbanks zu orientieren. Ihr altes Format Raphi & Jölle hätten sie damit in die Fasnachtspension geschickt, sagt Jörg Jermann. «Nach 20 Jahren ist die Zeit dafür gekommen und wir haben grosse Lust auf etwas Neues.» Der Entscheid habe auch damit zu tun, dass sich dank der IG Schnitzelbank an der Laufner Fasnacht in den letzten Jahren einiges rund um die Schnitzelbank-Kultur entwickelt habe, erklärt Jörg Jermann. Der Galaabend, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet, habe dem Format zusätzlichen Stellenwert gegeben und auch die Beizentour am Fasnachtsdienstag sei mit technischem Equipment und zusätzlichen Gastbänken aus der Region Basel stark aufgewertet worden. «Wir wollten Teil davon sein und ‹richtig Fasnacht› machen.» Dazu gehöre auch, sich mit einer Larve maskiert zu zeigen und in einer einheitlichen Form aufzutreten. Die «Stinggbire» sind zu zweit unterwegs. Gesungen wird mit einer eingängigen Melodie, begleitet von einer kleinen Gitarre. Der musikalische Teil steht dabei — anders als bei ihrem früheren Format Raphi & Jölle — nicht mehr so stark im Vordergrund. Im Zentrum stehen die Texte und Verse. Bezüglich Helgen habe man sich etwas Besonderes einfallen lassen, mehr wollen die beiden im Moment nicht verraten. Inhaltlich blicken die «Stinggbire» auf das vergangene Jahr zurück. Es gibt kein übergeordnetes Thema, sondern voneinander unabhängige Verse zu vergangenen Ereignissen.

Eine frühere Beiz ist Namensgeberin

Der Name «Stinggbire» hat einen lokalen Bezug. Er stammt vom ehemaligen Restaurant Lochbrugg, das geografisch zwischen den Wohnorten der beiden liegt. Alteingesessene Laufentalerinnen und Laufentaler dürften sich noch daran erinnern, dass dieses Restaurant unter dem Namen «Stinggbire» bekannt war. Aber auch ohne dieses Wissen gebe der Namen etwas her, findet Jörg Jermann.

Die Kostüme und Larven sind bereit, die Verse geschrieben und die Helgen fertig. Unterwegs sind die «Stinggbire» am «Schmutzige Dunnschtig» in Dittingen, am Samstag in Blauen, am Montag am restlos ausverkauften Schnitzelbank-Galaabend und am Dienstag der Fasnacht in Laufen in den Beizen. Am Sonntag treten die Schnitzelbänke in Laufen nicht auf. Das sei hauptsächlich eine finanzielle Entscheidung, erklärt Jörg Jermann. Die IG Schnitzelbank statte die Laufner Beizen mit Mikrofonen und Boxen aus, die gemietet werden müssten. «Um auch den Sonntag zu stemmen, bräuchten wir mehr finanzielle Mittel.»

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