Kerzen für die Ukraine

Die Menschen in der Ukraine leiden seit bald zwei Jahren unter dem Krieg. Maryna Montrin möchte mit hier hergestellten Kerzen etwas Licht und Wärme in ihre Heimat senden.

Möchte Menschen in ihrer Heimat unterstützen: Maryna Montrin arbeitet und engagiert sich seit letztem August im Familienzentrum Chrättli in Laufen. Foto: Melanie Brêchet

Bereits im März 2022, also praktisch zu Beginn des Krieges in der Ukraine, wurde es Maryna Montrin und ihrer Familie zu gefährlich in ihrer Heimat. Sie und ihre mittlerweile fast dreijährige Tochter flüchteten gemeinsam mit den Schwiegereltern in die Schweiz. Ihr Mann konnte vor einem Jahr nachkommen. «Die Schwester meines Mannes ist hier mit einem Schweizer verheiratet und wir konnten zu ihrer Familie hierherkommen.»

Seit letztem August arbeitet die 40-­jährige Maryna Montrin im Familien­zentrum Chrättli. Sie engagiert sich im Hütedienst, den auch ihre Tochter besucht. Zusätzlich lernt sie in einem Kurs Deutsch — die junge Frau spricht die Fremdsprache bereits beeindruckend gut in Anbetracht dessen, dass sie erst seit knapp zwei Jahren in der Schweiz lebt. Im Gespräch mit dem «Wochenblatt» ist keine Übersetzerin nötig. Unklarheiten werden rasch mit dem Google­übersetzer oder auf Englisch geklärt. «Ich spreche hier im Chrättli auch mit den ukrainischen Kindern Deutsch. Sie und ich müssen die Sprache lernen.»

Zur Ukraine hat Maryna Montrin oft Kontakt: Ihre Mutter lebt im Süden der Ukraine, in einem Gebiet, das von den Russen kontrolliert wird. «Sie lebt momentan mehr oder weniger in Sicherheit», sagt die junge Frau erleichtert. Sie habe, wann immer es gehe, Kontakt zu ihr. «Das ist nicht immer ganz einfach, da häufig der Strom ausfällt. Eine Nachbarin besitzt aber einen Generator, so kann ich mit ihr Kontakt aufnehmen und mich vergewissern, dass es meiner Mutter gut geht.»

In der Ukraine sei mittlerweile viel Infrastruktur zerstört worden. «Viele Häuser stehen zwar noch, haben aber keine Fensterscheiben mehr. Sie sind bei den Angriffen geborsten. Die Leute haben auch oftmals keinen Strom und kein Licht mehr.» Weil die Menschen die Fensterscheiben beispielsweise durch Holzbretter oder Kunststoff ersetzen würden, käme auch tagsüber kein Licht in die Wohnungen. Die Schulkinder könnten so kaum ihre Hausaufgaben erledigen — das Lesen sei so nicht mehr möglich. Überhaupt fehle es den Menschen in ihrer Heimat an allem: Kleidung für Erwachsene, Kinderbekleidung, Spielsachen, Medikamente.

Gesucht werden Dosen in allen Grössen

Eine Freundin von ihr, die ebenfalls in die Region Basel geflüchtet ist, hatte nun die Idee, hier in der Schweiz aus Dosen und Kerzenresten neue Kerzen herzustellen und diese schliesslich in die Ukraine transportieren zu lassen. Kleinere Kerzen können als Lichtquelle dienen, grössere sogar zum Kochen oder sie sorgen für etwas Wärme in den Wohnungen. «Ich möchte diese Idee unterstützen und sammle darum Dosen in allen Grössen, Kerzenreste und Paraffin. Voraussichtlich sammeln wir bis Mai.» Maryna Montrin und ihre Freundin wollen das Wachs einschmelzen, neu abfüllen, mit einem Docht aus Karton versehen und die Kerzen laufend in die Ukraine liefern lassen. «Sie werden dort wirklich sehr dringend benötigt. Wir freuen uns darum über alle Spenden.»

Kerzenreste und leere, gereinigte Dosen können ab sofort im Familienzentrum Chrättli bzw. im Generationenhaus an der Weststrasse 19 in Laufen zu den Öffnungszeiten abgegeben werden. Bitte keine Dosen und Kerzenreste vors Haus stellen!

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